Marcos y Corderos Quellen La Palma

Stollenausgang Marcos y Corderos , La Palma

Marcos y Corderos – die Lebensader von La Palma

Stollenausgang Marcos y Corderos , La PalmaWasser ist Leben. Die Marcos y Corderos Quellen sprudeln das ganze Jahr über und versorgen La Palma mit dem lebenswichtigen Nass. Ein Kanalsystem verteilt und versorgt weite Teile der Ostseite von La Palma mit dem kostbaren Wasser. Die Quellen liegen bei Los Sauces im Nordosten der Insel, im Bioreservat Los Tilos. Auf 1400 Meter Höhe kommt das Wasser aus dem Fels und stürzt in einer Kaskade in den darunter liegenden Wasserkanal. Foto: Blick aus einem Stollenfenster.

Eine abenteuerliche Wandertour durch 13 stockfinstere Tunnels entlang des blubbernden Wasserkanal führt zu den Marcos y Corderos Quellen. Vor einigen Tagen bin ich zum wiederholten Male mit einer kleinen Gruppe von Gästen die 7 bis 8 stündige Wanderung angegangen.

Die abenteuerliche Marcos y Corderos Tour

Ausgangspunkt der TunnelwanderungOhne Schweiß kein Preis. Das Sprichwort gilt auch hier. Ausgangspunkt war der Parkplatz im Los Tilos Reservat. Zunächst ging es mit einem geländegängigen Offroad- Kleinbus über Stock und Stein, durch schlammige Wasserlöcher und einem teilweise sehr schwierig zu befahrenen Camino von der 500 m hoch liegenden Basis Los Tilos zur Casa del Monte auf 1400 m Höhe. Knapp eine Stunde hat mein alter Bekannter Pepe für die rund 12 km lange Strecke benötigt. Am besten mit einem normalen Fahrzeug erst gar nicht versuchen. Auch unterwegs gibt es kaum Parkmöglichkeiten und bei Mietfahrzeugen ist diese Passage meist vertraglich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

KanalwegVon der Casa del Monte liegen nun 4,5 km relativ ebener Kanalpfad vor uns. Rechts des Weges geht es aber fast senkrecht 500 m in die Tiefe. Schwindelfrei und eine gute Taschenlampe sind ein Muss. Durch 13 dunkle Tunnels, teilweise bis 377 m tief und sehr schmal, versuchen wir uns hindurch zu schlängeln. Nur in gebückter Haltung sind einige Tunnelpassagen zu meistern. Wasserlöcher am Boden und herabhängende Felsbrocken an der Decke erfordern im spärlichen Licht der Taschenlampe alle Konzentration. Um schmerzhafte Kopfverletzungen zu vermeiden, empfiehlt sich ein Schutzhelm.

schmaler Pfad rechts vom KanalIn die Höhle des Löwen schlängelt sich der Kanal um Ecken und Kurven. Das nun immer lauter werdende Geplätscher des Wassers, lässt eine Verständigung oder Warnung innerhalb der Gruppe nur mit hoher Phonzahl beim Endläufer ankommen. Alleine und ohne Ersatz-Taschenlampe und für besonders „kräftige“ Personen oder Menschen mit Klaustrophobie, ist diese Tour nicht zu empfehlen. Oft schrammt der schon eng gepackte Rucksack an den scharfkantigen Höhlenwänden entlang.

MARCOS Y CORDEROS

Eine besondere Überraschung erwartet uns dann im 12. Tunnel. Mehrere von der Decke herabstürzende Wasserfälle müssen durchquert werden. Möchte man nicht bis auf die Haut nass werden, empfiehlt sich ein Regencape oder Poncho unter den auch noch der Rucksack passt. Tosende Wassermassen übertönen hier jedes andere Geräusch. Es ist schon ein erhabenes Gefühl, auch mit Wasser in den Stiefeln, diesen Höhepunkt der Tour gemeistert zu haben. Auf dem Bild sind die seitlichen Entlüftungsstollen zu sehen.

an der eigentlichen QuelleDann stehen wir vor den Wasserfällen der Marcos Quelle, die 12 Monate im Jahr sprudeln. Mehrere dieser Kaskaden reihen sich nacheinander an. Nun noch ein kleiner aber anstrengender Aufstieg und ein weiteres Tunnel bis zur Corderos Quelle. Hier ergießt sich etwas weniger Wasser in den Kanal. Das Ende des Kanals haben wir somit erreicht.

 

Geschafft an der QuelleGeschafft und Zufrieden. Jetzt eine kurze Picknick-Pause um sich von den Strapazen und vielfältigen Eindrücken etwas zu erholen. Noch steht aber der rund 3 bis 4 stündige Abstieg durch das Barranco del Aqua an. Der Rückweg nach Los Tilos soll heute zu Fuß erfolgen. Im Barrancobett von Stein zu Stein, aber auch über gut begehbare Wege, über kleine Brücken durch den dichten Lorbeer-Dschungel. Atemberaubende Ausblicke, steile Schluchten und eine wahnsinnige Natur. Noch kurz ein kräftiger Regenschauer der uns heute nicht mehr groß stören kann, erreichen wir nach über 8 Stunden mit müden Gliedern, aber glücklich und zufrieden unsere Ausgangsbasis. Inzwischen bricht auch langsam die Nacht herein die Los Tilos noch geheimnisvoller macht.

Diese Marcos y Corderos Tour ist immer wieder ein beeindruckendes Abenteuer und Erlebnis. Für den geübten Wanderer mit etwas Ausdauer und der richtigen Ausrüstung ein La Palma MUSS !  … zu weiteren Infos.

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