Wolkenphänomen auf La Palma

Wolkenphänomen auf La Palma

Wie entsteht dieses Wolkenphänomen auf La Palma?

Wolkenphänomen La Palma

Der Eine freut sich über das Wolkenphänomen auf La Palma – der Andere möchte die Wolken lieber auf die Seite schieben. Strahlend blauer Himmel, immer Sonnenschein und möglichst kein Regen – das sind meist die Urlaubsgäste. Aber La Palma wäre nicht so Grün, wenn nicht auch Regen fallen würde. Wir bemühen uns ja schon, die Regenwolken bis zum Urlaubsende zurück zu halten, aber nicht immer gelingt uns das auch. Es ist die Zeit von Mitte November bis Februar, wo wir ab und zu eine Dusche abbekommen. Meist dann heftig bis zu 100 Liter/m² innerhalb weniger Stunden und am nächsten Tag herrscht wieder eitler Sonnenschein. Wie auf dem Foto mit Blick über die Caldera entwickelt sich diese Wolkenphänomen auf La Palma meist auf der Nordostseite. Was hat es mit dieser Wetterkapriole denn auf sich?

Warum gibt es mehr Wolkenbildung auf La Palma`s Ostseite

Wolkenphänomen auf La PalmaEs sind die feuchten Luftmassen die mit dem aus Nordost vorherrschenden Passatwind an die rund 2000 Meter hohe Cumbre gepresst werden. Auf der 3-D Reliefkarte (Quelle:Turismo Rurales) ist der starke Höhenunterschied zu erkennen. Dieser Gebirgszug verläuft über die ganze Insel La Palma und stellt in der “Regenzeit” eine Wetterscheide dar. Die Wolkenschicht schafft es meist nicht, diese natürliche Barriere zu überwinden. Wolkenbildung und Regen auf der Ostseite und Sonne im Westen.

Daher gibt es üppiges Wachstum im Osten und mehr karge Vegetation im Westen. Die Bezeichnung Isla Verde (grüne Insel) trifft genau genommen mehr auf den Norden und Osten der Insel zu. Es erklärt sich nun von selbst, warum z.B. die nur 200 km östlich entfernt liegende Insel Fuerteventura trocken und ausgedörrt ist. Ihr fehlen die hohen Berge. Die höchste Erhebung liegt dort bei 807 m. Auch auf La Gomera oder El Hierro ist dieses Phänomen nicht so ausgeprägt zu beobachten.

Wolkenbildung La PalmaKommt nun der Wind und die Wolken aus Westen, was sehr selten ist, verkehrt sich die Wettersituation. Auf dem Foto – aufgenommen vor einigen Tagen von der Ostseite (Nähe Flugplatz Mazo) –  baut sich im Westen eine Wolkenformation auf und verharrt an Ort und Stelle. Meist erstrecken sich die Winter Azorentiefs aber auf über 3000 m Höhe. Dann stellt die Bergkette mit 2000 m Höhe kein großes Hindernis mehr dar und es regnet auf der gesamten Insel.

Nach diesem Wolken Verteilungschema fallen auch die Niederschläge auf La Palma recht unterschiedlich aus. Fallen auf der Ostseite in 500 m Höhe (Botazo) im Jahresdurchschnitt 900 Liter/m² Niederschlag, so sind es in einer vergleichbaren Lage auf der Westseite (unterhalb von El Paso) nur 500 Liter/m².

 

Die Wetteraussichten für La Palma, La Gomera und El Hierro

La Palma Wettervorhersage

Es wird Nass. Genau diese West – Wetterlage soll nach der Vorhersage von Eltiempo am kommenden Wochenende eintreten. Die Vorschau-Grafik für Sonntag, den 19.10.2014 (8.00 Uhr) – zeigt ein Regengebiet mit Blitz und Donner vom Westatlantik heran ziehen. Bis zu 20 L/m² Regen (Ost und West) bei mäßigem Wind aus meist südlicher Richtung. Warme Temperaturen, auch in der Nacht von über 20°, erinnern mehr an ein Sommergewitter. Regen den wir auf der Kanarischen Inseln gut gebrauchen können. Also kein spezielles Wetterphänomen.

Doch wie entsteht überhaupt eine Regenwolke ?

Wissenschaftler der Universität Innsbruck und Wien haben nun heraus gefunden, dass dazu neutrale Cluster aus Schwefelsäure und Aminen notwendig sind um einen Kondensationskeim zu bilden. Damit Wasserdampf überhaupt zu Tröpfchen kondensieren kann, müssen also Aerosole vorhanden sein.

Diese Aerosole sind sog. Amine und eng verwandt mit Ammoniak. Beim Zusammentreffen mit Schwefelsäuremolekülen (H2SO4) gehen sie eine besonders starke Bindung ein. Es entstehen so Kondensationskeime. Hier docken sich dann die Wassermoleküle an und bilden in der Vielzahl eine Wolke.

Diese Amine (Ammoniak) treten besonders häufig in Gebieten mit Viehhaltung oder beim Verbrennen von Biomasse auf. Auch der organische Verwesungsprozess in Nadelwäldern setzt besonders viele Amine frei.

Für die Entstehung einer Regenwolke müssen also Kondensationskeime vorhanden sein. Es zeigt das komplizierte Zusammenspiel in der Natur, das wir Menschen nur stümperhaft Nachahmen können und erst langsam Begreifen.

Wann und warum aber dann beim Wetter die Regenwolke auch “Ausregnet”, ist bis heute noch nicht genau geklärt. Ob es nur die Schwerkraft ist oder wieder ein chemischer Prozess notwendig ist, dazu später mehr.

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