Kanarische Ölbohrung unter Militärschutz

Militär gegen Greenpeace

Nur der Himmel kann noch helfen

Kanarische ÖlbohrungGewaltsam wurde am vergangenen Wochenende eine Protestaktion von Greenpeace (Foto) gegen die Kanarische Ölbohrung vor Fuerteventura beendet. Spanische Marine-Einheiten verhinderten die Kaperung des Ölbohrschiff Rowan Renaissance das nach Öl bohren soll. Mehrere Aktivisten wurden dabei verletzt. Als Greenpeace am frühen Samstag-Morgen mit Schlauchbooten in die einen Kilometer um die Bohrstelle verhängte Sperrzone um die Kanarische Ölbohrung eindringen wollte, wurden sie gewaltsam gestoppt. Marine-Einheiten des spanischen Militär mit Sturmbooten,  attackierten und beschädigten mehrere Boote. Eine italienische Aktivistin wurde dabei von einer Schiffsschraube so schwer verletzt, dass sie mit dem Hubschrauber ins Hospital nach Gran Canaria eingeliefert werden musste.

Madrid will Kanarische Ölbohrung mit allen Mitteln durchsetzen

Es wird ernst. Die technische Ausrüstung hat Repsol mit mehreren Schiffen zum Start der Kanarischen Ölbohrung rund 60 km vor Fuerteventura in Stellung gebracht. Die erforderliche Bohrerlaubnis aus Madrid ist auch gegen den Widerstand vieler Canarios erteilt … und das spanische Militär ist mit einer Fregatte zum Schutz vor Ort.

Es wird gebohrt – die Kanarische Ölbohrung ist Realität  – siehe auch das  Für und Wider. Kein Protest und kein Greenpeace wird die Kanarische Ölbohrung stoppen können. Nur die Natur kann jetzt noch helfen. Vielleicht hilft ein Erdbeben?

Was sich jetzt wie ein letzter Hilferuf an den Allmächtigen anhört, könnte aber tatsächlich die Ölsuche beenden. In der Bohr-Lizenz für Repsol wurde ausdrücklich als Auflage verankert, dass die Bohrung bei einem starken Erdbeben sofort gestoppt werden muss. Die Bebenstärke ist mit ML5,0 angegeben.

Das müsste aber dann schon ein relativ starkes Beben sein. Allerdings finden die Ölbohrungen in einem vulkanisch sehr aktiven Gebiet statt. Viele Beben, auch bis zu ML4,2, gab es vor Ort schon – siehe „Suche nach dem schwarzen Gold

Repsol der Ölgigant kennt nur Gewinn

„Kräftig gestiegene Fördermengen in Brasilien und Russland haben den spanischen Ölkonzern Repsol zu einem Gewinnsprung verholfen“ – so die jüngste Konzernmitteilung. Allein im dritten Quartal 2014 sei der Gewinn um 41 Prozent auf 415 Millionen Euro gestiegen. Auch in Brasilien, Bolivien, Peru, USA oder Lybien mischt Repsol mit. Die Kanarische Ölbohrung ist für den Konzern nur eine Nebenbaustelle.

Er ist neben ExxonMobil, Chevron oder Total einer der großen Globalplayer. Profit heißt die Devise und da spielen die Umwelt, die Natur oder die kanarischen Proteste keine große Rolle. Längst sind die Kraken – ähnlich wie wir das von den Banken kennen – bis zu den Entscheidungsträgern in der Politik vorgedrungen. Ein systemrelevantes Unternehmen kann und will die Politik nicht bändigen.

Ziele werden mit allen Mitteln durchgesetzt – notfalls mit militärischer Gewalt wie jüngst erlebt.

Nur eine Zwangsenteignung wie bei der argentinischen Repsol-Tochter YPF – die allerdings auch noch 5 Milliarden US-Dollar einbrachte, kann den Bohrtrieb von Repsol stoppen. In Spanien allerdings mehr als unwahrscheinlich.

Es liegt auch in der Geschichte, dass die Spanier nach der Suche und Ausbeutung von Bodenschätzen wie Gold und Silber in Südamerika über Leichen gingen. Auch die Kanaren wurden wegen strategischer Ziele im 15. Jahrhundert von ihren Ureinwohnern den Guanchen „gesäubert“ und der spanischen Krone einverleibt … und so ist es bis heute mit etwas anderen Mitteln geblieben.

Ob es den Canarios passt oder auch nicht passt, ist dem Ölmagnaten Repsol und den ihr nahe stehenden Politikern wahrscheinlich völlig egal. Proteste und Aktivitäten wurden erwartet, dafür steht das spanische Militär bereit.

Auch gibt es vermutete Ölvorkommen zwischen Ibiza und Formentera auf den Balearen. Der Protest der Insulaner formt sich auch hier. Es ist also für Madrid auch ein Exempel – die Kanarische Ölbohrung – mit allen Mitteln durchzusetzen.

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