Wetterkapriolen auf La Palma gehen weiter

Wetterkapriolenkräftiger Wellengang an der Ostküste

NEWS: 21.10.15 – 17.00 Uhr – Für Donnerstag, 22.10.15 wurde jetzt Wetteralarm „Gelb“ ausgelöst. Von 6.00 bis 24.00 Uhr werden Niederschläge von bis zu 2o Liter in der Stunde erwartet. Mit erheblichen Behinderungen ist zu rechnen.

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Starkregen und Sonnenschein wechseln sich ab –

Wetterkapriolen

Kräftiger Wellengang heute an der Ostküste bei Mazo

Während heute an der Ostküste von La Palma starke Wellengang herrscht, spielen die Wetterkapriolen auf den Kanaren weiter ihr Match. Große Luftdruckgegensätze ziehen wie ein Staubsauger Wolken und Regen über die Inseln. Starkregen und Sonnenschein wechseln sich beständig ab. Auf den Kanaren liegt der Luftdruck derzeit bei 1008 hPa, während Hochdruckgebiete mit 1026 hPa dieses Tief eingekeilt haben.

Kräftige Regenfälle führten am Dienstag auf Gran Canaria zu Erdrutschen und Überschwemmungen, so dass sogar der Notfallplan aktiviert wurde. Besonders betroffen war der östliche und nördliche Inselteil, während der Süden um Maspalomas kaum etwas davon ab bekam. So vielfältig die Inseln, so unterschiedlich auch die Wetterkapriolen.

Wetterkapriolen – nicht immer scheint die Sonne

Eine besondere Sache ist auch das Wetter auf unserer Insel La Palma. Darum habe ich diesem Naturereignis in meinem Buch gleich ein ganzes Kapitel gewidmet. Nichts wäre schlimmer, wenn ihr Urlaub förmlich „ins Wasser fallen“ würde, nur weil sie den falschen Standort für ihr Feriendomizil ausgesucht haben.

„Das Wetter hat auf La Palma häufig zwei Gesichter. Wolken und Regen auf der Ostseite und blauer Himmel und strahlende Sonne auf der Westseite. Das gilt für die Wintersaison von Ende November bis Mitte Februar. Für die restliche Jahreszeit gibt es keine prägnanten Wetterunterschiede. Es kann sogar im Sommer auf der Ostseite (um Santa Cruz de La Palma) wesentlich angenehmer und nicht so drückend heiß sein, als im Westen. Der Nordteil um Barlovento/Garafia neigt mehr zu Wolken, während der Süden um Fuencaliente oft heftigen Winden ausgesetzt ist.

Diese regionalen Wetterunterschiede hängen mit unserem Nordost Passat-Wind zusammen. Feuchte Luftmassen kommen meist aus der vorherrschenden Nord/Ost Richtung.

Bei dem langen Weg über den Atlantik, haben die Luftmassen viel Feuchtigkeit aufgenommen. Das erste Hindernis das sich diesen Luftmassen in den Weg stellt, ist unser bis zu 2000 Meter hohe Bergkette. Hier rammeln die feuchten Luftmassen dagegen, verdichten sich und bilden Wolken, die je nach Konzentration meist gegen Abend abregnen. Mehr Niederschlag, mehr Natur und alles viel Grüner – daher im Osten.

Die wenigsten Wolken können den Bergkamm überwinden und bescheren der Westseite rund 50 % weniger Niederschlag im Jahresverlauf.

Es sind dabei die optischen Wetterphänomene, wie die überschwappenden Wolken über die Cumbre (Gipfel), oberhalb von El Paso zu beobachten.

WetterkapriolenWie bei einem überkochenden Milchtopf fallen die Ostwolken den Berghang im Westen herab – und lösen sich nach kurzer Zeit in Wohlgefallen auf (Foto:Rettenberg). Es sind die Luftdruckunterschiede zwischen der auf der Ostseite durch den Passatwind an den Berghang gepressten Wolken und die Entspannung nach der Gipfelüberschreitung.

Ein interessantes Wolkenschauspiel, das in den Winter- Monaten oft wie auf dem Bild – alte Ost/West Verbindung über El Pilar – zu beobachten ist.

Etwas anders sieht es bei den doch recht seltenen Tiefdruckausläufern die von Westen über das Meer kommen aus. Diese Wolkenschichten liegen meist so hoch, dass die Bergkette kein großes Hindernis darstellt. Es regnet dann meist ausgiebig auf der ganzen Insel.

WetterkapriolenAus der Tabelle des staatlichen Wetterdienst AEmet ist der durchschnittliche Niederschlag am Flugplatz Mazo (Ostseite fast Meereshöhe) zu erkennen. Mit jedem weiteren Höhenmeter vergrößert sich die Regenmenge. Im Schnitt fallen jährlich auf der Ostseite innerhalb der Wintermonate 800 bis 900 Liter/m². Eine Regenmenge die fast dem deutschen Durchschnitt entspricht … nur, dass alles innerhalb weniger Monate (November – Februar) vom Himmel kommt.

Die Westseite der Insel, von Puntagorda bis Fuencaliente, verzeichnet dagegen max. 450 Liter/m² Regen im Jahresverlauf.

Wo sollte mein Ferienquartier liegen?

1. Aus dem meteorologischen Blickwinkel
In den „Sommermonaten“ von April bis Oktober verspricht jede Unterkunft rund auf der Insel einen klimatisch angenehmen Aufenthalt.
Wobei ich hier die Ostseite bevorzuge, da die Temperatur in den heißen Monaten Juli bis September angenehmer zu ertragen sind und das Auge mehr vom üppig grünen Bewuchs bewundern kann. In Höhenlagen von über 5-600 Meter sind die Abende allerdings, von einigen Tagen abgesehen, nur mit einem Pullover angenehm.

Der Westen und Süden der Insel ist karger bewachsen. Hier dominieren die Bananenplantagen die meist unter Plastikzelten gezogen werden. Es ist nicht jedermanns Sache mitten in den Bananen zu wohnen und dauernd auf Plastikplanen starren zu müssen.

Der Norden ist Natur pur, mit tiefen Barrancos, riesigen Wäldern und nur einer geringen Bevölkerungsdichte. Von Puntagorda im Nordwesten bis Barlovento im Nordosten kann Einsamkeit erlebt werden …soweit der Auszug aus meinem Buch „La Palma – Rätselhafte Insel

Wie geht es mit den Wetterkapriolen weiter?

WetterkapriolenNach der Vorhersage aller Wetterdienste wird es wieder feuchter. Am Donnerstag und Freitag sollen bis zu 20 Liter/m² Regen auf La Palma fallen. Besonders der nördliche Inselteil (AEmet rot gekennzeichnet) wird besonders von Petrus bedacht. Auch Blitz und Donner kann dabei sein. Der Wind hält sich dabei in Grenzen. Damit ist aber noch nicht Schluss. Auch für kommenden Sonntag werden Regenfälle erwartet.

Die Wetterkapriolen gehen also weiter. Regen sind wir ja gewohnt. Allerdings in diesem Jahr bereits viel früher – im Monat Oktober.

Wandern in den Bergen, Barrancos oder in der Caldera ist im Augenblick nicht zu empfehlen. Zu schnell kann Sonnenschein mit Regen wechseln. Sturzbäche und abgeschnittene Rückwege – dazu Erdrutsch und Steinschlag – machen den Aufenthalt gefährlich … und die Folgen habe ich bereits oft beschrieben. Auch immer meine Wanderhinweis beachten.

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