Natrium-Laser auf La Palma erfolgreich getestet

Natrium-Laser

Neue Technik der adaptiven Optik für Großteleskope –

Natrium-Laser

Zum ersten Mal wurde ein Natrium-Laser im Observatorium auf dem Roque de Los Muchachos von La Palma erfolgreich getestet.

Ein internationales Team von Astronomen und Ingenieuren aus Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien – koordiniert von Domenico Bonaccini vom European Southern Observatory (ESO) – hat es geschafft, die Machbarkeit einer neuen Technik der adaptiven Optik mit Laserführung an Sternen zu testen.

Natrium-Laser ein Meilenstein in der Astro Forschung

Jahre wurde geforscht und getestet um ein durch Laser transportierbares Natrium zu entwickeln. Beteiligt waren die Universitäten von Durham (GB) und Paris (Frankreich). Schließlich konnte es in das 4,20 Meter Teleskop William Herschel auf La Palma eingebaut werden (Fotos: Kanarische-WLGSU Consortium).

Natrium-LaserDer Natrium Laser, genannt WLGSU, verfügt über 20 Watt Leistung und ist in der Lage einen künstlichen Punkt in 90 km Höhe zu erzeugen.

Die adaptive Optik des Natrium-Laser kann atmosphärische Turbulenzen und Verzerrungen messen und das astronomische Bild in Echtzeit korrigieren. Damit gibt es keine verwackelten und verwischten Teleskop Aufnahmen mehr. Alle atmosphärischen Störungen werden heraus gefiltert bzw. über die Hochleistungscomputer sofort im empfangenen Bild korrigiert.

Siehe auch hierzu mein Beitrag „Laserstrahl aus La Palma im Weltall?

Großes Potenzial hat die neue Natrium-Laser Technik. Nachdem die Qualität nach den ersten Testversuchen überzeugt, soll der Natrium-Laser auch in das Gran Telescopio Canarias (GTC) und die zukünftigen Großteleskope eingebaut werden.

Im Bau und in der Planung sind das European Extremely Large Telescope (E-ELT) und das Thirty Meter Telescope (TMT).

„Die Ergebnisse des WLGSU helfen Problem zu lösen, die der Entwicklung von Riesenteleskope bisher im Wege standen“ sagt Marcos Reyes, Ingenieur des Instituts für Astrophysik der Kanarischen Inseln (IAC) und verantwortlich für die spanische Beteiligung.

Desto höher der künstliche Lichtpunkt, desto besser die Ergebnisse bei der Korrektur von Turbulenzen, die in den verschiedenen Schichten der Atmosphäre verursacht werden. Die orangen Natriumatome haben genau die Wellenlänge um Energie zu absorbieren und optimal das Licht zu emittieren.

Heute am Freitag will übrigens ein Konsortium entscheiden, ob das neue Riesenteleskop TMT–Thirty Meter Telescope mit seinem 30-Meter Spiegel statt auf Hawaii doch auf La Palma errichtet wird. Probleme mit den Einwohnern über den Standort auf dem Vulkan Mauna Kea auf Hawaii haben das bereits begonnene Projekt per Gerichtsurteil gestoppt.

 

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