Lava an den Sohlen, Loch im Budget: Warum die Statistik auf La Palma barfuß läuft –
Hand aufs Herz: Wann hast du das letzte Mal darüber nachgedacht, ob du dir ein zweites Paar Schuhe leisten kannst? Wahrscheinlich eher selten. Aber das Nationale Statistikinstitut (INE) hat gerade die Zahlen für 2025 rausgehauen, und die klingen, als kämen sie direkt aus einem Roman von Charles Dickens – nur eben mit kanarischem Flair.
Die nackte Wahrheit (ohne Socken)
Laut der Umfrage können sich 4,2 % der Menschen hier auf den Kanaren keine zwei Paar anständige Schuhe leisten. Auf La Palma, wo wir uns gefühlt jeden zweiten Tag die Sohlen an der scharfen Lava oder auf den steilen Wegen in die Caldera ablaufen, ist das fast schon eine existenzielle Frage.
Aber mal ehrlich: Was ist das für ein Vergleich? In einer Zeit, in der die Mieten in Los Llanos oder Santa Cruz durch die Decke gehen und der Wocheneinkauf im Supermarkt gefühlt einen Kleinkredit erfordert, fragt uns der Staat ernsthaft nach unseren Tretern?
Warum ausgerechnet Schuhe?
Klar, es klingt lustig, fast schon ironisch. Aber eigentlich ist es traurig. Wenn das INE von „zwei Paar Schuhen“ spricht, meinen sie nicht das Paar für die Arbeit und die schicken Ausgehschuhe für die Fiesta in El Paso. Sie meinen: Hast du überhaupt Ersatz, wenn das eine Paar auseinanderfällt?
Auf La Palma wissen wir: Wer hier lebt, braucht eigentlich mindestens drei Paar.
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Ein Paar für den täglichen Kampf mit der Steigung (die „Wadenbeißer-Schuhe“).
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Ein Paar für die Arbeit.
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Und eigentlich ein Paar Gummistiefel, falls der Calima mal wieder in Starkregen umschlägt.
Dass nun landesweit so viele Menschen wie seit 2017 nicht mehr bei diesem simplen „Schuh-Check“ durchfallen, zeigt, dass der Aufschwung wohl irgendwo auf der Fähre zwischen Teneriffa und hier hängengeblieben ist.
Das Fazit: Mode-Trend „Armut“?
Wenn 8,4 % der Spanier ihre kaputte Kleidung nicht mehr ersetzen können, erklärt das vielleicht, warum der „Used Look“ so beliebt ist. Aber Spaß beiseite: Dass wir im Jahr 2026 darüber reden, dass Leute ihre Löcher in den Socken nicht mehr nur aus Faulheit, sondern aus Geldnot tragen, ist ein echtes Armutszeugnis für die Politik.
Vielleicht sollte das INE beim nächsten Mal lieber fragen: „Kannst du dir trotz der Stromrechnung noch einen Cortado leisten?“ Das wäre für uns auf La Palma ein deutlich realistischerer Maßstab für Lebensqualität.



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