Hilfe, Hund! – Der ultimative Guide für kanarische Wanderwege –
Hunde beim Wandern auf den Kanaren:Wandern auf La Palma, Teneriffa oder Gran Canaria könnte so friedlich sein. Man genießt die Kiefernwälder, den Blick auf den Atlantik und plötzlich: Wuff! Wuff! Grrr!
Ein vierbeiniger Türsteher taucht vor einem entlegenen Gehöft auf und macht unmissverständlich klar: „Du kommst hier net rein!“
Diese Situation kennen wir alle. Valentin aus unserer Community hat es in den Kommentaren auf den Punkt gebracht: Was macht man, wenn der bellende „Hausherr“ nicht angeleint ist? Wie reagiert man bei den imposanten Herdenhunden auf dem Weg zur Lomada Grande? Und ist das berüchtigte Pfefferspray eine gute Idee?
Packen wir den Stier (oder den Hund) bei den Hörnern.
1. Das Mindset: Wer ist hier der Boss?
In Deutschland sind wir Zäune gewohnt, die so stabil sind wie die Berliner Mauer. Auf den Kanaren ist ein „Grundstück“ oft eher ein dehnbarer Begriff. Für den Hund endet sein Reich dort, wo er es sagt.
Der wichtigste Rat vorab: Bleib cool. Hunde riechen Angst (eigentlich riechen sie das Adrenalin). Wenn du wie ein nervöses Reh wegläufst, triggert das den Jagdinstinkt. Wenn du ihn anstarrst, ist das eine Kriegserklärung.
Die goldene Regel: Ignorieren ist die höchste Form der hündischen Höflichkeit. Schau an ihm vorbei, gähne vielleicht sogar mal kurz (Hundesprache für: „Ich bin total entspannt und will gar nichts von dir“) und geh in einem weiten Bogen langsam weiter.
2. Der „Kanaren-Wächter“: Bellt er nur oder beißt er?
Die meisten Hunde an den Wanderwegen sind „Alarmanlagen auf Pfoten“. Ihr Job ist es, Krach zu schlagen, bis der Besitzer (der meistens sowieso gerade Siesta macht) theoretisch mal nachschauen könnte.
- Der Abstandshalter: Wenn der Hund knurrt und das Fell aufstellt, sagt er: „Bis hierhin und nicht weiter.“ Wenn der Wanderweg direkt durch sein „Wohnzimmer“ führt, ist das blöd.
- Der Trick mit dem Stein: Manchmal hilft es, sich nur zu bücken, als würde man einen Stein aufheben. Viele kanarische Hunde haben gelernt, dass Steine fliegen können, und halten sofort Sicherheitsabstand. Wichtig: Du musst den Stein nicht werfen! Die Geste allein reicht meistens als Warnung. Damit habe ich die beste Erfahrung gesammelt und jeder Hund hat sich bisher knurrend zurückgezogen.
3. Spezialfall: Die Herdenhunde (Lomada Grande & Co.)
Wer im Norden von La Palma wandert, trifft auf sie: Die großen, oft weißen oder struppigen Hirtenhunde. Diese Jungs sind Profis. Sie beschützen ihre Ziegen, nicht das Haus.
- Nicht füttern, nicht locken! Du bist für sie ein potenzieller Störenfried der Arbeitsruhe.
- Abbruch ist keine Schande: Wenn ein Hund den Weg wirklich blockiert und auch nach ein paar Minuten „Abwarten und Tee trinken“ nicht weicht: Umdrehen. Es ist seine Straße. Die kanarische Gelassenheit siegt hier über den deutschen Wanderstolz.
4. Die Waffenruhe: Pfefferspray? Lieber nicht.
Valentin erwähnte das Abwehrspray. Hier ein klares Nein:
- Rechtlich: In Spanien sind viele Sprays, die in Deutschland legal sind, verboten oder erfordern eine spezielle Zulassung. Werden sie bei einer Kontrolle gefunden, wird es teuer.
- Praktisch: Wenn du gegen den Wind sprühst, setzt du dich selbst außer Gefecht. Und ein getroffener, aggressiver Hund wird danach sicher nicht dein bester Freund.
Bessere Alternative: Der Wanderstock. Nicht zum Zuschlagen! Aber man kann ihn zwischen sich und den Hund halten. Er dient als „Abstandshalter“ und verlängert deinen Arm, ohne dass du dem Tier zu nahe kommen musst.
5. Fazit für angstfreies Wandern
Die meisten Hundebegegnungen auf den Inseln enden mit viel Lärm um nichts. Wer ruhig bleibt, einen Bogen schlägt und den „Hund einfach Hund sein lässt“, kommt fast immer ans Ziel.
Und falls doch mal ein bellender Kollege den Weg zur Lomada Grande versperrt: Sieh es positiv. Es ist die perfekte Ausrede, um früher in der nächsten Bar einzukehren und bei einem Cortado über die „wilden Bestien“ der Insel zu philosophieren.
Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr eine Geheimtaktik bei vierbeinigen Wegelagerern? Schreibt es mir in die Kommentare!



ich hätte da mal eine frage: müsste eigentlich jeder hund angeleint sein ? vor ein paar monaten fanden wir eine broschüre am haus die einige „hinweise“ für tierbesitzer aufzeigte und natürlich den geldbussenkatalog für vergehen: einfache bis 500€, mittelere 501€ bis 5000€ und schwere 5001€ bis 200000€ – meine vermutung: es geht hauptsächlich um die kohle….
Hallo Daniel,
eine Leinenpflicht gilt in Städten, bei öffentlichen Veranstaltungen und in Refugien. Mir ist allerdings kein Fall bekannt, dass hier jemals ein Bußgeld verhängt wurde. Bei offiziellen Bissattacken greifen natürlich diese Maßnahmen.