La Pal­ma: End­sta­ti­on für deut­sche Schnäppchenjäger?

Mann am Strand

400 Euro für 200? War­um der deut­sche Schnäpp­chen­jä­ger auf La Pal­ma leer ausgeht -

Ein Kom­men­tar von dei­nem Inselflüsterer:

Schnäpp­chen­jä­ger: Es klingt wie der feuch­te Traum eines jeden deut­schen Urlau­bers: Man bezahlt 200 Euro und bekommt einen Gut­schein im Wert von 400 Euro. Das ist eine Ren­di­te, bei der selbst der Spar­kas­sen­be­ra­ter feuch­te Augen bekommt. Der Insel­rat von La Pal­ma, ange­führt von der rüh­ri­gen Tou­ris­mus­rä­tin Raquel Rebol­lo, hat nun beschlos­sen, die­se „Bono Turístico“-Aktion bis zum 30. Juni 2026 zu verlängern.

400.000 Euro lie­gen im Topf. Das Ziel: Die Wirt­schaft ankur­beln, die Hotels fül­len und dafür sor­gen, dass der Euro auf der Isla Boni­ta wie­der so rich­tig rollt.

Der Deut­sche und der Gut­schein: Eine Lie­bes­ge­schich­te (fast)

Stel­le dir den typi­schen La-Pal­ma-Fan aus Cas­trop-Rau­xel vor. Er liest „Rabatt“, „Ver­län­ge­rung“ und „Hotel“. Er hat bereits die Wan­der­schu­he gefet­tet und die Son­nen­creme Fak­tor 50 ein­ge­packt. Er surft auf die offi­zi­el­le Web­site, bereit, das Geschäft sei­nes Lebens zu machen. Doch dann pas­siert es – er trifft auf die „Mau­er von La Pal­ma“. Und nein, damit ist nicht die Cumbre Vie­ja gemeint.

Der klei­ne Haken (der eigent­lich ein Anker ist)

Wer die offi­zi­el­le Sei­te stu­diert, stößt auf einen Satz, der so man­chen Urlaubs-Traum plat­zen lässt wie eine über­rei­fe Bana­ne in der kana­ri­schen Sonne:

„Nur Erwach­se­ne mit Wohn­sitz in Spa­ni­en kön­nen Gut­schei­ne erwerben.“

Autsch. Da ist er, der End­geg­ner der deut­schen Schnäpp­chen­men­ta­li­tät: Die Resi­den­cia. Wer kei­nen Wohn­sitz in Spa­ni­en hat, wer kei­ne NIE (die magi­sche spa­ni­sche Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer) besitzt, der ist raus. Hier zum Nach­le­sen.

Wäh­rend der Resi­dent also für 200 Euro im schi­cken Hotel im Ari­dane-Tal näch­tigt und sich danach noch eine geführ­te Ster­nen­tour gönnt, zahlt der deut­sche Tou­rist wei­ter­hin den vol­len Preis. Das ist ein biss­chen so, als wür­de man zum Okto­ber­fest ein­ge­la­den, darf aber nur durchs Fens­ter zuse­hen, wie die ande­ren das Hendl verspeisen.

Büro­kra­tie-Bin­go für Fortgeschrittene

Aber grä­men dich nicht, lie­be Lands­leu­te! Selbst wenn du eine Tan­te in Madrid hät­test, die dir den Gut­schein kauft: Die Regeln sind so herr­lich kom­pli­ziert, dass sie fast schon wie­der deutsch wirken.

  1. Kein Boo­king, kein Expe­dia: Ver­ges­sen Sie Ihre beque­men Klicks. Der Gut­schein muss direkt im Betrieb ein­ge­löst wer­den. Wer über ein Por­tal bucht, hat schon verloren.
  2. Das Tele­fon-Lot­to: Man soll vor­her anru­fen und fra­gen, ob der Betrieb über­haupt noch Platz hat und den Gut­schein nimmt. Ein direk­ter Kon­takt mit ech­ten Men­schen – für den moder­nen Digi­tal-Noma­den eine ech­te Herausforderung!
  3. Aus­weis-Kon­trol­le: Der Gut­schein wird nur gegen Vor­la­ge des Ausweises/der NIE akzep­tiert. Da gibt es kein Schummeln.

War­um wir trotz­dem hinfliegen

Eines muss man Raquel Rebol­lo las­sen: Die Akti­on ist klug. Sie sorgt dafür, dass das Geld genau dort lan­det, wo es gebraucht wird – bei den loka­len Unter­neh­men, bei den Rei­se­lei­tern und in den klei­nen Hotels, statt in den tie­fen Taschen inter­na­tio­na­ler Buchungs­platt­for­men. Dass wir Deut­schen dabei nur zuschau­en dür­fen, ist zwar ein klei­ner Stich ins Herz jedes Rabatt­mar­ken-Samm­lers, aber sei­en wir ehr­lich: La Pal­ma ist auch ohne 50 % Rabatt jeden Cent wert.

Viel­leicht ist der wah­re „Bonus“ für uns ja ein­fach, dass die Insel dank sol­cher Maß­nah­men ihre Authen­ti­zi­tät behält. Und wer weiß – viel­leicht fin­dest du ja einen net­ten Resi­den­ten, der dich auf ein (selbst bezahl­tes) Bier ein­lädt, wäh­rend er dir stolz sei­nen 400-Euro-Gut­schein zeigt.

In die­sem Sin­ne: ¡Feliz 2026! (Auch ohne Gutschein.)

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2 Kommentare zu "La Pal­ma: End­sta­ti­on für deut­sche Schnäppchenjäger?"

  1. Sehr geehr­ter Herr Betzwieser,

    kann man auch ande­re Fra­gen oder Anlie­gen an sie rich­ten. Die Kom­men­ta­r­ant­wort ist lei­der immer gebunden.

    Mit freud­li­chen Grüßen

    Hol­ger Zeine

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