La Palma: Wenn die Kameltreiber Handschuhe brauchen -
Heilige Drei Könige: Wer dachte, La Palma sei das offizielle Hauptquartier des „ewigen Frühlings“, wurde an diesem Reyes-Tag eines Besseren belehrt. Während wir normalerweise um diese Zeit darüber nachdenken, ob der Sonnenschutzfaktor 30 reicht, suchen wir aktuell eher nach dem Heizstrahler im Keller.
Laut dem Wetteramt Aemet erleben wir gerade den kältesten Dreikönigstag seit 40 Jahren. Ja, richtig gelesen: Das letzte Mal, als es an einem 6. Januar so schattig war, trug man noch Schulterpolster und hörte Kassettenrekorder.
Arktische Zahlen für subtropische Gemüter
Damit ihr wisst, dass euer Zittern nicht nur Einbildung ist, hier ein Blick auf das Thermometer. Nehmen wir zum Beispiel Mazo auf La Palma: Dort wurden als Tageshöchstwert gerade einmal 16,2 °C gemessen.
Für jemanden in Mitteleuropa klingt das nach einem milden Frühlingstag, aber für uns Insulaner ist das der meteorologische Weltuntergang. Nachts sinken die Werte sogar auf unter 13 Grad ab – Temperaturen, bei denen man normalerweise eine Expeditionsausrüstung benötigt, um den Müll vor die Tür zu bringen. Heute um 8.00 Uhr hatte es in Fuencaliente 10.7°, Los Llanos 12.2°, El Paso 12.8°, Garafia 11.6° und auf dem Roque ‑0.7° C. Sie auch die Wetterseite.
Die „Polar-Express“-Lieferung
Verantwortlich für das kollektive Zähneklappern ist eine Polarströmung, die sich offenbar im Flugsteig geirrt hat und statt in Oslo direkt bei uns auf den Kanaren gelandet ist. Die Heiligen Drei Könige brachten dieses Jahr also nicht nur Gold, Weihrauch und Myrrhe, sondern auch eine ordentliche Portion arktische Brise.
Man munkelt, die Kamele hätten dieses Jahr beim Umzug freiwillig nach Wollsocken gefragt.
Überlebensstrategien für die „Eiszeit“
Das Schlimmste (oder Beste, je nachdem, wie sehr man seine Kuscheldecke liebt): Der Spuk ist noch nicht vorbei. Die Kälte hat beschlossen, es sich bei uns gemütlich zu machen und will erst Mitte nächster Woche wieder auschecken.
Hier sind ein paar Tipps für die kommenden Tage:
- Zwiebelprinzip: Tragt alles übereinander, was der Kleiderschrank hergibt. T‑Shirt, Hemd, der „Hässliche-Weihnachtspullover“ vom Onkel und darüber der Regenmantel.
- Warme Getränke: Ein Cortado ist gut, ein Leche y Leche mit extra viel heißer Milch ist besser.
- Optimismus: Sagt euch einfach: „Es ist immer noch wärmer als in Berlin.“ (Auch wenn sich der Unterschied bei 13 Grad nachts gerade eher marginal anfühlt).
Fazit
Haltet durch! Die Sonne kommt wieder, versprochen. Bis dahin genießen wir das seltene Privileg, uns auf La Palma oder Teneriffa so richtig „hyggelig“ zu fühlen – auch wenn wir dafür die Klimaanlage (falls überhaupt vorhanden) zweckentfremdet auf 28 Grad stellen müssen.


Wem La Palma im Winter zu kalt ist, dem empfehle ich die Insel Santiago (und speziell die Stadt Praia) der Kapverdischen Inseln. Dort hat es tagsüber derzeit ca. 25 und in der Nacht ca. 20 Grad. Die Kleinkriminalität auf den Kapverden ist zwar etwas nervig, aber sonst urlaubt man dort recht sicher.
Ja Ivo – die Kapverden liegen noch 1000 km südlicher als die Kanaren. Allerdings wird es im Sommer ziemlich heiß!
Unsere eigene „Überlebensstrategie“ sucht grad aktuell einen Ort, an dem man Glühwein kaufen kann…genau das richtige Wetter ;-))