Welleninferno am Charco Azul: Wenn der Atlantik das Becken verschluckt!

Meterhohe weiße Gischt und Schaumkronen explodieren gegen die schwarzen Lavaklippen von San Andrés bei Charco Azul.Massive 5-Meter-Welle bricht über den Felsen des Charco Azul auf La Palma während eines Nordoststurms (Foto: Andres Fernandez)

Charco Azul Wellen: Wer gestern in der Nähe von San Andrés war, brauchte keine Wetter-App, um zu wissen, dass der Ozean schlechte Laune hatte. Ein heftiger Nordoststurm mit Böen bis zu 70 km/h fegte über die Küste von La Palma. Während die Wellenwarnung der AEMET offiziell erst am Freitagabend endete, lieferte die Natur am Charco Azul ein Schauspiel ab, das man so schnell nicht vergisst.

Epische Action: Der „Blaue Pool“ wird zum brodelnden Kessel

Normalerweise ist der Charco Azul die Definition von Urlaubsidylle. Doch gestern? Keine Spur von sanftem Badevergnügen. Massive, bis zu 5 Meter hohe Atlantikwellen walzten über die schützenden Felsbarrieren hinweg und fluteten das ikonische Becken komplett.

Es war kein leerer Pool mehr, sondern ein Hexenkessel:

  • Gischt-Explosionen: Das Wasser schoss meterhoch über die dunklen Lavafelsen.

  • Schaumkronen: Die Brandung zerplatzte mit einer Wucht gegen die Klippen, die man im Boden spüren konnte.

  • Kino-Moment: Gegen 17:00 Uhr brach das goldene Licht der Abendsonne durch die Wolken und tauchte das Chaos in eine filmreife Kulisse. Ein Video dazu im Lapalma1-Forum.

Das physikalische Phänomen: Warum knallt es hier so extrem?

Dass der Charco Azul bei Wellengang so spektakulär reagiert, ist kein Zufall, sondern reine Geologie.

Faktor Warum es hier „kracht“
Trichter-Effekt Die natürliche Felsmulde wirkt wie ein Verstärker, der die Wellenenergie bündelt.
Geringe Höhe Mit nur ca. 2 m über dem Meeresspiegel hat der Atlantik leichtes Spiel.
Nordost-Exposition Die Anlage liegt genau in der Einflugschneise der heftigen Winterstürme.

Sicherheit geht vor: Logenplatz statt Todesmut

So verlockend das perfekte Foto auch ist – gestern war die Aussichtsplattform 20 Meter oberhalb der einzig richtige Ort. Während die Schaumkronen unten alles verschlangen, blieben die Zuschauer oben trocken (naja, abgesehen von ein bisschen Sprühnebel).

Einheimische kennen das Risiko und warnen eindringlich: „Geh niemals ins Becken, wenn die Wellen über 3 Meter hoch sind!“ Die tragischen Unfälle des letzten Jahres an ähnlichen Küstenabschnitten sind Mahnung genug. Die glitschigen Felsenwege verwandeln sich bei diesem Wetter in eine gefährliche Rutschbahn.

Status Quo am Samstag: Der Tag danach

Heute hat sich der Atlantik etwas beruhigt, aber die Spuren der Schlacht sind unübersehbar. Das Becken ist noch immer aufgewühlt, Tangmassen wurden weit an Land gespült und die Felsen glänzen nass in der Sonne.

La Palma hat mal wieder bewiesen, dass Sanftheit hier oft täuscht. Die Insel beherrscht die Extreme meisterhaft – und wir dürfen (aus sicherer Entfernung) zuschauen.

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Über den Autor

Manfred
Manfred Betzwieser - Buchautor und begeisterter Naturliebhaber. Lebe seit 25 Jahren mit meiner Familie auf der Kanareninsel La Palma. Mehr auf meiner Autorenseite - Mein Link

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