Die versteckte Seite der unsichtbaren Touristenunterkünfte

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Touristenunterkünfte ohne Zulassung -

Der CIT von San­ta Cruz hat berich­tet, dass die Kana­ren im Jahr 2024 mehr als 22 Mil­lio­nen Tou­ris­ten emp­fan­gen haben. Die­se Zahl liegt vier Mil­lio­nen über den offi­zi­el­len Sta­tis­ti­ken, die nur 18 Mil­lio­nen Besu­cher aus­wei­sen. Auch La Pal­ma beher­bergt jedes Jahr eine gro­ße Anzahl von Gäs­ten in soge­nann­ten „Pri­vat­un­ter­künf­ten“, die nicht lizen­ziert sind oder kon­trol­liert wer­den. Feri­en­häu­ser und Woh­nun­gen, die an der Steu­er vor­bei ille­gal ver­mie­tet werden.

Auch das Betreu­ungs­per­so­nal ist hier meist „schwarz“ beschäf­tigt und nicht in einem ordent­li­chen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis, was zu einem immensen Aus­fall an Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trö­gen und Nach­tei­len für die Beschäf­tig­ten führt.

Das Cen­tro de Ini­cia­tiv­as y Turis­mo (CIT) von San­ta Cruz de Tene­ri­fe hat dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die tat­säch­li­che tou­ris­ti­sche Belas­tung der Kana­ri­schen Inseln weit über den offi­zi­el­len Anga­ben liegt. Die Orga­ni­sa­ti­on spricht von einem „unsicht­ba­ren Tou­ris­mus“: Mil­lio­nen von Besu­chern, die Res­sour­cen ver­brau­chen und Infra­struk­tu­ren nut­zen, aber in den offi­zi­el­len Auf­zeich­nun­gen nicht auf­tau­chen. Dem Feri­en­gast mag es zunächst egal sein, da er kei­nen Ein­blick in die recht­li­che Struk­tur sei­ner Unter­kunft hat und es aus der Fer­ne auch nicht ein­schät­zen kann.

Spanien: Mehr als 10.000 Arbeitnehmer ohne Vertrag

Laut die­sem UGT-Bericht wür­de die Sozi­al­ver­si­che­rung 35 Mil­lio­nen weni­ger ein­neh­men. Der Boom bei Tou­ris­ten­un­ter­künf­ten in Spa­ni­en ist unge­bro­chen. Im Novem­ber 2024 waren laut dem Natio­na­len Sta­tis­tik­in­sti­tut ( INE ) 368.295 Tou­ris­ten­un­ter­künf­te mit mehr als 1,85 Mil­lio­nen ver­füg­ba­ren Plät­zen regis­triert, eine Zahl, die bereits jetzt das Ange­bot der Hotel­bran­che übersteigt.
Aller­dings geht die Expan­si­on mit sozia­len und arbeits­recht­li­chen Pro­ble­men ein­her, die sowohl die Bewoh­ner als auch die Beschäf­tig­ten in die­sem Sek­tor betref­fen. Neben der Über­be­le­gung der Wohn­ge­gen­den und stei­gen­den Mie­ten hat die­ses Modell auch eine ver­steck­te Sei­te in Bezug auf die Arbeitsbelastung.
Die Mehr­heit der Beschäf­tig­ten sind Migran­tin­nen, von denen sich vie­le in einem irre­gu­lä­ren Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis befin­den. Laut der Gewerk­schaft UGT (Uni­on des Tra­ba­ja­do­res) sind sie mit pre­kä­ren Arbeits­be­din­gun­gen kon­fron­tiert: kein Ver­trag, digi­ta­le Über­wa­chung durch Geo­lo­ka­li­sie­rungs-Apps, kei­ne Rei­se­kos­ten­er­stat­tung und kei­ne ange­mes­se­nen Maß­nah­men zur Prä­ven­ti­on von Berufsrisiken.
Selbst unter den Arbeit­neh­mern mit Arbeits­ver­trag lie­gen die Löh­ne unter denen des Tarif­ver­trags für das Gast­ge­wer­be. Die meis­ten erhal­ten den Min­dest­lohn (9,26 €/Stunde im Jahr 2025) oder den Rei­ni­gungs­ta­rif­ver­trag (9,60 €/Stunde).
Als Ver­gleich zu 12,18 €/Stunde, die ein Zim­mer­mäd­chen in einem Hotel ver­dient. In der Pra­xis bedeu­tet dies einen Lohn­ver­lust von 2,5 bis 3,0 € pro Arbeits­stun­de oder ein Drit­tel weni­ger Lohn.
Die wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen sind erheb­lich: Schät­zun­gen zufol­ge ver­lie­ren die­se Arbeit­neh­mer jähr­lich zwi­schen 13,8 und 16,5 Mil­lio­nen Euro an Bei­trä­gen, wodurch sich die Gesamt­ver­lus­te auf über 50 Mil­lio­nen Euro jähr­lich erhöhen.

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2 Kommentare zu "Die versteckte Seite der unsichtbaren Touristenunterkünfte"

  1. Hola, das ist ein Pro­blem und Ärger­nis. Auch wir haben ein Appar­te­ment was regu­lär 75,- kos­tet für 65,- „ ille­gal per Hand­schlag „ ange­bo­ten bekom­men. Wir haben das abge­lehnt und ein ande­res offi­zi­ell gemie­tet. Ich weiß nicht so recht wie das wirk­sam ver­hin­dert wer­den kann.

    • Hal­lo Frank – das wird sich nicht ver­hin­dern las­sen. Die Regie­rung hat bereits die gro­ßen Online Platt­for­men auf­ge­for­dert alle Ver­mie­ter ohne Lizenz und das ist ein Doku­ment, von ihrer Platt­form zu ent­fer­nen. Auch ist man dabei, Beam­te zu die­sen Adres­sen zu schi­cken und die Rechts­la­ge zu über­prü­fen. Wird der Ver­mie­ter erwischt, wird es teu­er und neben einer Unter­sa­gung und Buß­geld, auch die geschätz­te Steu­er für die zurück­lie­gen­den Jah­re fäl­lig. Dem Mie­ter kann dabei nicht all­zu viel pas­sie­ren, höchs­tens er muss schnells­tens ausziehen.

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