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Spektakulärer Neuzugang im MAB: Wie eine 44 Jahre versteckte Felszeichnung endlich nach Hause fand!
Wer mich kennt, weiß: Wenn auf La Palma ein altes Geheimnis der Benahoaritas auftaucht, bin ich sofort Feuer und Flamme. Und was sich diese Woche im Archäologischen Museum Benahoarita (MAB) in Los Llanos de Aridane abgespielt hat, lässt mein archäologisches Herz definitiv höherschlagen!
Ein historischer Petroglyphenstein mit faszinierenden Spiralmotiven hat nach mehr als vier Jahrzehnten endlich seinen verdienten Platz in der Öffentlichkeit gefunden. Die Geschichte dahinter ist fast so spannend wie die Rätsel der Ureinwohner selbst.
Eine Rettungsaktion über 44 Jahre: Von Tijarafe ins Museum
Alles begann vor rund 44 Jahren im Gebiet El Pinar / Tijarafe, ganz in der Nähe der mythenumwobenen Fuente de Candelaria. Ein aufmerksamer Anwohner entdeckte in einer alten Trockenmauer seines Grundstücks eine 22 x 17 x 5 cm große Steinplatte aus Basalt. Ihm war sofort klar: Das ist kein gewöhnlicher Feldstein, sondern ein wertvolles Relikt der Altkanarier.
Da es damals auf der Insel noch keine passenden Museen gab und das öffentliche Interesse schlicht fehlte, hütete er den Stein jahrelang wie einen Schatz im eigenen Haus. Kurz vor seinem Tod vertraute er das Objekt dem bekannten deutschen Residenten und Kanarenforscher Prof. Harald Braem an – mit der Bitte, für eine sichere Zukunft des Fundstücks zu sorgen.

Fotos: Thorsten Bechtluft
Auf Einladung der Inselministerin für Kultur und Historisches Erbe, Dª. Miriam Perestelo Rodríguez, löste Prof. Braem dieses Versprechen nun ein. Zusammen mit einer kleinen Delegation übergab er die wertvolle Felszeichnung offiziell an den Direktor des MAB, Jorge Pais.
„Ich bin froh, dass dieses interessante Fundstück nun einen würdigen Platz im Museum findet und von allen Besuchern bewundert werden kann“, so Prof. Braem bei der Übergabe.
Basalt, Meißeltechnik und ein archäologisches Rätsel
Bei der ersten Nahaufnahme durch MAB-Direktor Jorge Pais kamen direkt faszinierende Details ans Licht. Der Stein ist nämlich beidseitig graviert:
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Präzise Meißeltechnik: Auf der Vorderseite prangen die typischen Spiralmotive der Benahoaritas, tief in den harten Basalt gemeißelt.
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Versteckte Rückseite: Auf der Rückseite entdeckte der Experte schwächere, aber gut erhaltene Gravuren.
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Stehende Position: Dass beide Seiten bearbeitet wurden, verrät uns etwas Entscheidendes: Der Stein lag ursprünglich nicht flach auf dem Boden, sondern stand aufrecht im Gelände!
Diese Entdeckung schlägt sofort eine Brücke zu den berühmten Steinplatten vom Roque de Los Muchachos aus der Fundstätte Llano de Las Lajitas – einem der bedeutendsten archäologischen Plätze der Insel, der den Ureinwohnern mutmaßlich als astronomisches Observatorium diente. Aus der Region Tijarafe war ein vergleichbarer Fund bisher völlig unbekannt. Steht die Felszeichnung vielleicht in direktem Zusammenhang mit der Fuente de Candelaria, um die sich bis heute magische Legenden ranken?
Was bedeuten die Spiralen der Benahoaritas wirklich?
Die genaue Botschaft dieser Symbolzeichen bleibt vorerst ein Geheimnis. Es handelt sich um eine Art Bilderschrift oder sakrale Symbolik der Ureinwohner, deren exakten Sinn wir heute schlichtweg nicht mehr vollständig entschlüsseln können. So bleiben uns vorerst nur faszinierende Spekulationen und die Hoffnung auf künftige Forschungsergebnisse.
Kulturministerin Perestelo wies bei der Übergabe nochmals nachdrücklich darauf hin, dass solche Funde als Kulturerbe der Insel öffentliches Eigentum sind. Sie gehören genau dorthin, wo sie nun sind: ins Museum, geschützt vor Verfall und zugänglich für die Forschung.
Mein persönlicher Blick auf die Rätsel der Insel
Als Langzeit-Insider auf La Palma faszinieren mich die Spuren der Ureinwohner schon seit vielen Jahren. Die Insel steckt voller ungelöster Geheimnisse – das erinnert mich immer wieder an meine eigenen Erkundungen, als ich mich auf die Spuren historischer Artefakte machte. Wer tiefer in diese geheimnisvolle Welt eintauchen möchte, kann in meinem Bericht über die Totenmaske der Guanchen nachlesen, welche faszinierenden Funde die Kanarenwelt bereithält.
Ausführliche Dokumentationen, Hintergründe zu den Ureinwohnern und noch mehr Insel-Mysterien habe ich außerdem in meinem Buch La Palma: Rätselhafte Insel für Euch zusammengetragen.
Ein Besuch im Archäologischen Museum Benahoarita in Los Llanos lohnt sich jetzt also gleich doppelt. Schaut euch diesen besonderen Neuzugang unbedingt selbst an!
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Am 9. September gab es auf der Photowebseite „PetaPixel“ den Artikel:
„A NASA Photo Processing Technique to Study Mars Has Discovered Ancient Art on Earth.“
https://petapixel.com/2026/09/09/a-nasa-photo-processing-technique-to-study-mars-has-discovered-ancient-art-on-earth/
Es geht um eine App DStrech (iOS, Android, ca. 20 €), die NASA-Technik nutzt, um Felszeichnungen usw. sichtbar zu machen. Vielleicht funktioniert das auch bei Petroglyphen? Ich vermute eher nicht, da keine Farben im Spiel sind, aber wer weiß.
Hallo Horst,
vielen Dank für diesen spannenden Hinweis und den hochinteressanten Link!
Du vermutest da schon völlig richtig: DStretch (Decorrelation Stretch) ist ein wahrer Segen für die Archäologie, wenn es um Felsmalereien geht. Die Software verstärkt winzige Farbunterschiede und Pigmentreste (wie Ocker oder Kohle), die für das menschliche Auge längst verblasst sind – genau so, wie es die NASA für die Auswertung von Mars-Fotos nutzt.
Bei den Petroglyphen auf La Palma (wie dieser Basaltplatte) haben wir es allerdings mit Gravuren (Meißel- und Pickspuren im Stein) zu tun und nicht mit aufgemalten Pigmenten. Da hilft DStretch wegen der fehlenden Farbunterschiede leider kaum weiter.
Für eingemeißelte Steinzeichnungen setzt die moderne Archäologie stattdessen auf Verfahren wie RTI (Reflectance Transformation Imaging) oder hochauflösendes 3D-Laserscanning. Dabei werden Licht und Schatten aus verschiedenen Winkeln berechnet, um selbst kleinste Unebenheiten und verwitterte Gravuren auf der Steinoberfläche sichtbar zu machen – wie etwa die schwächeren Zeichen auf der Rückseite unseres Fundstücks.
Dennoch ein klasse Tipp! Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie Raumfahrt-Technologie unser Wissen über die Vergangenheit bereichert.
Beste Grüße
Manfred