Das flüssige Wunder von La Palma

Wasserstollenausgang der Marcos y Corderos Quellen auf La Palma/ Trinkwasser La Palma

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Warum unser Trinkwasser im kanarischen Vergleich ein Luxusgut ist!

Wenn ich morgens in meiner Küche den Wasserhahn aufdrehe und mir ein kühles Glas Wasser einschenke, schätze ich mich glücklich. Während meine Bekannten auf Lanzarote oder Fuerteventura beim Zähneputzen manchmal das Gefühl haben, an einer dezent gesalzenen Brise zu nippen, genießen wir hier die pure Frische direkt aus den Vulkanfelsen.

Die Realität auf den Kanaren sieht nämlich völlig überraschend aus: Fast 98 % des Wassers auf La Palma stammen aus natürlichen Quellen und unterirdischen Stollen, während die Nachbarinseln riesige Mengen Energie verfeuern, um überhaupt Trinkwasser zu gewinnen.

Wasserstollen/ Trinkwasser La Palma

Ein kleiner Pfad führt neben dem plätschernden Wasserkanal durch einen der Stollen

Ein Blick auf die aktuellen Daten des Archipels zeigt schnell, welch unglaubliches Privileg unser Trinkwasser La Palma eigentlich darstellt.

Der Kanaren-Vergleich: Wenn das Wasser aus der Steckdose kommt

Wer glaubt, dass auf den Kanarischen Inseln das Wasser einfach so aus dem Boden sprudelt, irrt gewaltig. Der Archipel hält einen Rekord, den man nicht unbedingt auf einer Ansichtskarte erwartet: Mit rund 300 aktiven Anlagen besitzen die Kanaren die höchste Dichte an Entsalzungsanlagen pro Quadratkilometer weltweit. Über 32 % des gesamten Wasserbedarfs der Inseln muss künstlich aus dem Atlantik gepumpt werden.

Die Geschichte der Entsalzung Kanaren reicht dabei viel weiter zurück, als die meisten ahnen. Wusstest Du, dass die allererste Entsalzungsanlage Europas – nicht nur der Kanaren! – bereits 1964 auf Lanzarote errichtet wurde? Damals nutzte man noch Verdampfungstechnologie. Gran Canaria und Fuerteventura zogen schnell nach. Bis 1997 dominierten klobige Dampfkompressionssysteme, bevor sich schließlich die moderne Umkehrosmose durchsetzte, die heute über 70 % des weltweiten Marktes ausmacht.

Diese technische Errungenschaft hat allerdings ihren Preis: Der industrielle Wasserkreislauf frisst sagenhafte 17,3 % des gesamten Stromverbrauchs der Kanaren! Jeder Schluck künstlich erzeugten Wassers auf den Nachbarinseln hängt also direkt am Tropf der Kraftwerke.

Natur pur: Stollenwasser La Palma und das Abenteuer unter Tage

Ganz anders sieht die Wasserversorgung La Palma aus. Statt riesiger Entsalzungskomplexe an der Küste verdanken wir unser kostbares Quellwasser La Palma den gewaltigen Grundwasserspeichern im Inselinneren. Über Generationen hinweg haben Bergleute Hunderte von Tunneln – die berühmten Galerías – tief in die Vulkanfelsen geschlagen, um das kühle Nass abzuleiten.

Wie abenteuerlich dieser Weg des Wassers aus den Bergen eigentlich ist, habe ich selbst hautnah erlebt. Wer einmal durch die dunklen Felsstollen zu den berühmten Quellen im Norden gewandert ist, versteht erst, welch ein Schatz hier fließt. Mein persönliches Erlebnis dazu kannst Du Dir in meinem Video ansehen:

👉 Marcos y Cordero Quellen – Abenteuerliche Wanderung durch die Stollen zu den Quellen von La Palma

Das Resultat dieser Naturarbeit ist echtes Stollenwasser La Palma: Das Regenwasser wird über Jahrzehnte durch dicke Basaltschichten gefiltert, sammelt wertvolle Mineralien und kommt mit einem herausragenden Geschmack ganz ohne energieintensive Fabriken bei uns im Wasserhahn an.

Fazit: Ein stiller Luxus, den wir schätzen sollten

Wenn ich das nächste Mal meine Pflanzen gieße, mache ich mir bewusst: Was für uns Alltag ist, ist auf den Nachbarinseln ein energieintensiver High-Tech-Prozess. Natürlich mahnen uns schwankende Niederschläge und der Klimawandel dazu, auch auf La Palma achtsam mit der Ressource umzugehen. Aber das Wissen, dass wir eines der reinsten und geschmacklich besten Wässer des Atlantiks direkt vor der Haustür haben, lässt mich jedes Glas noch ein bisschen mehr genießen.

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Manfred Betzwieser lebt seit 30 Jahren auf La Palma und dokumentiert als Autor und Newsman die Natur, Geologie und aktuellen Entwicklungen der Kanareninsel. Mit tiefem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort bietet er verlässliche Berichterstattung abseits des Massentourismus. Entdecke seine Bücher und Projekte auf der Autorenseite. - Mein Link

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