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Der Tunnel El Remo – La Zamora ist erst einmal Geschichte!
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die berühmte kanarische Bürokratie einmal mein bester Freund werden könnte? Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder – oder besser gesagt: Fristen verstreichen!
Wie ich erst gestern beim Blick ins offizielle Amtsblatt der Kanaren (BOC) schmunzelnd festgestellt habe, ist das umstrittene Tunnel- und Umgehungsprojekt der LP-2 zwischen El Remo und La Zamora in Fuencaliente ganz offiziell auf Eis gelegt worden. Der Grund dafür ist so absurd wie beruhigend: Die Behörden haben schlichtweg die gesetzliche Einjahresfrist verschlafen.
Wenn die Umweltbehörde vergeblich auf Post wartet
Schauen wir uns dieses bürokratische Meisterwerk einmal genauer an:
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Der Zeitplan: Das Streckenprojekt wurde bereits im September 2024 technisch abgesegnet. Die anschließende öffentliche Konsultation, bei der betroffene Anwohner und Verbände Stellung beziehen konnten, endete am 14. Februar 2025.
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Die Papierberge: Die Auswertung der eingegangenen Beschwerden und Berichte lag am 21. April 2026 vor. Soweit, so gut.
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Der Haken: Nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz hat das Infrastrukturministerium exakt ein Jahr Zeit, um die gesamte Akte an die Umweltbehörde weiterzuleiten. Stichtag wäre also der 14. Februar 2026 gewesen.
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Das Ergebnis: Es gibt keinerlei Aufzeichnungen darüber, dass die Akte rechtzeitig verschickt wurde. Die Frist ist verstrichen, das Verfahren zur Öffentlichkeitsbeteiligung ist damit offiziell erloschen.
Alle gesammelten Einwände und Berichte sind somit Makulatur. Falls die Inselregierung das Projekt tatsächlich weiterverfolgen möchte, muss das gesamte Verfahren zur Information und Konsultation der Öffentlichkeit wieder ganz von vorne aufgerollt werden – inklusive aktualisierter Dokumentation. Das nennt man wohl einen echten Fehlstart im Amtschimmel-Galopp!
Ein Riegel vor den Beton-Wahn im Südwesten
Machen wir uns nichts vor: Dieser Tunnel sollte keineswegs nur den lokalen Ziegenhirten die Fahrt verkürzen. Das Projekt stand von Anfang an in direktem Zusammenhang mit dem geplanten Bau von über 2.100 neuen Hotelbetten südlich von Puerto Naos. Über diesen drohenden Ausverkauf unserer Insel hatte ich erst vor wenigen Tagen ausführlich berichtet (siehe meinen Artikel Bettenburgen in Puerto Naos – Wohnraum-Verrat auf La Palma).
Dass diese verkehrstechnischen Hirngespinste zur Erschließung neuer Bettenburgen im Südwesten nun erst einmal vom Tisch sind, lässt mich tief durchatmen. Im Grunde können wir froh und dankbar sein, dass der Amtsschimmel hier so langsam geritten ist. Manchmal beschützt uns die bürokratische Trägheit vor Dingen, die unserer Insel nur schaden würden.
Ob die Verantwortlichen den ganzen Papierkrieg nun noch einmal von vorne starten? Wir werden sehen. Bis dahin genieße ich erst einmal den Zwischensieg der Verzugszinsen über den Beton!
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