Migrationskrise: Von Ceuta bis El Hierro – Wer steuert den Ansturm wirklich?

Ein verlassenes oder im Hafen liegendes hölzernes Fischerboot (Cayuco) auf dem rauen, dunklen Atlantik

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Die Strippenzieher im Hintergrund: Machtspiele, Millionen und das Kalkül der Supermächte

Migrationskrise-ceuta-kanaren-geopolitik: Wenn tausende Menschen die Zäune der spanischen Enklave Ceuta stürmen oder auf El Hierro in überfüllten Holzbooten anlanden, wird in den Tagesschau-Meldungen meist gebetsmühlenartig von Armut, Seenot und humanitärer Pflicht gesprochen. Doch wer glaubt, dass dieser ununterbrochene Strom an den Küsten West- und Nordafrikas rein zufällig entsteht, blendet die geopolitische Realität komplett aus.

Die Ereignisse an den Außengrenzen – von der Landgrenze in Ceuta (siehe Beitrag vom 6. August 2026) bis zur Atlanikroute auf den Kanaren – sind das Resultat eines knallharten Machtspiels. Internationale Akteure, kriminelle Netzwerke und die Politik in Madrid nutzen die spanische Südgrenze als Hebel für ganz andere Zwecke.

Ceuta und die Kanaren: Zwei Tore, dieselbe Strategie

Um das Gesamtbild zu verstehen, muss man die beiden Hauptbrennpunkte der spanischen Südgrenze zusammendenken:

  • Ceuta als Erpressungswerkzeug: Als einzige EU-Festlandgrenze auf afrikanischem Boden ist Ceuta für das Nachbarland Marokko das perfekte Druckmittel. Wenn es im diplomatischen Streit um Fischereirechte, EU-Fördergelder oder die Anerkennung der Westsahara knirscht, lockert Rabat blitzartig die Grenzkontrollen. Die Bilder von tausenden Menschen, die über die Zäune oder das Meer nach Ceuta gelangen, sind kalkulierte Nadelstiche gegen Madrid und Brüssel.

  • Die Kanaren als Ausweich- und Hauptroute: Zieht Marokko die Zügel an den Zäunen von Ceuta und Melilla wieder an, weichen die Routen sofort nach Süden aus. Die lebensgefährliche Überfahrt auf dem Atlantik Richtung El Hierro, Teneriffa, Fuerteventura und La Palma wird dann zum Ventiltrieb der Schlepper.

Die Drahtzieher im Hintergrund

Hinter den Kulissen ziehen Akteure die Fäden, die keineswegs das Wohl der Migranten im Sinn haben:

  • Das Milliardengeschäft der Schlepper-Syndikate: Ob Bootstransporte auf dem Atlantik oder die Durchschleusung nach Ceuta – das organisierte Verbrechen verdient Milliarden. Die Boote werden teils industriell gefertigt, Plätze für Tausende Euro verkauft und die Menschen mit Falschversprechungen angelockt.

  • Hybride Kriegsführung aus Moskau: Der Vormarsch russischer Söldnerstrukturen und der Umsturz prorussischer Militärjuntas im Sahel haben die Region gezielt destabilisiert. Abkommen mit der EU wurden gekündigt, Transitrouten geöffnet. Das Kalkül des Kremls: Ein dauerhafter Migrationsdruck soll Europa spalten, politische Ränder stärken und die EU von anderen Konflikten ablenken.

  • US-Geopolitik und Mächteverschiebung: Auch die Politik Washingtons – etwa geopolitische Zugeständnisse an Marokko unter Donald Trump oder der Rückzug aus afrikanischen Krisengebieten – hat das Machtgefüge verschoben. Marokko agiert gegenüber Europa aus einer Position der Stärke und nutzt seine Grenzkontrollen als geopolitische Währung.

Das innenpolitische Hütchenspiel in Madrid

Während die Einsatzkräfte und Anwohner in Ceuta und auf den Kanaren am Limit laufen, betreibt Ministerpräsident Pedro Sánchez vor allem Krisen-Management für die eigene Medienwirkung:

  • Symptombekämpfung statt Grenzschutz: Die Umverteilung von Migranten aus Ceuta und von den Inseln auf das spanische Festland löst kein einziges Problem. Sie sorgt lediglich dafür, dass die Überlastung aus den Schlagzeilen verschwindet.

  • Parteipolitische Keile: Mit Verteilungsdekreten setzt die Zentralregierung die Opposition in den autonomen Regionen unter Druck und spielt die Provinzen gegeneinander aus.

  • Das Feigenblatt der Justiz: Sánchez beruft sich gern auf Urteile und Aufnahmepflichten, verweigert aber die harten Verhandlungen mit den Transitstaaten, die den Zustrom an der Quelle stoppen würden.

Das Fazit: Die Peripherie zahlt den Preis

Ob die Bürger in der Enklave Ceuta oder die Menschen auf El Hierro und den Nachbarinseln: Die Peripherie Spaniens wird als Pufferzone für verfehlte europäische Außenpolitik und Machtspiele in Madrid missbraucht.

Solange man nicht ausspricht, dass es sich bei dieser Krise um ein Zusammenspiel aus krimineller Ausbeutung, geopolitischer Erpressung und hybrider Kriegsführung handelt, wird sich an der Lage an den Grenzen nichts ändern.

Wie siehst du die Rolle von Ceuta und den Kanaren in diesem Machtspiel? Braucht es endlich einen kompromisslosen Schutz der Außengrenzen? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Manfred Betzwieser lebt seit 30 Jahren auf La Palma und dokumentiert als Autor und Newsman die Natur, Geologie und aktuellen Entwicklungen der Kanareninsel. Mit tiefem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort bietet er verlässliche Berichterstattung abseits des Massentourismus. Entdecke seine Bücher und Projekte auf der Autorenseite. - Mein Link

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