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Warum auf La Palma jetzt riesige Regentropfen fallen!
Der Tropensturm Gonzalo hält den Atlantik auf Trab – allerdings in extremer Zeitlupe. Während das Zentrum des Sturms derzeit rund 120 Kilometer nördlich der Kapverden liegt und sich nur sehr langsam voran bewegt, spüren wir auf La Palma bereits die Ausläufer dieser gewaltigen Luftmasse.
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Ein Phänomen sorgt dabei aktuell für Erstaunen: Kurzzeitige Schauer mit ungewöhnlich großen, dicken Regentropfen. Was steckt hinter diesem tropischen Wettergebilde, und wie entwickelt sich die Lage auf der Insel?
Extrem heiße Nächte und drückende Luftfeuchtigkeit
Wie viel Tropenluft Gonzalo vor sich herschiebt, zeigte sich eindrucksvoll am Samstagabend: Selbst um 22:00 Uhr kletterte das Thermometer in einigen Inselregionen auf extrem heiße 27 bis 28 °C. Nur in den obersten Gipfellagen auf dem Roque de los Muchachos war es zu diesem Zeitpunkt mit 12,8 °C spürbar kühler.
Am Sonntagmorgen präsentierte sich das Thermometer zwar etwas moderater, die Luftfeuchtigkeit blieb jedoch auf einem drückend hohen Niveau:
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Flughafen Mazo: 25,6 °C bei 62 % Luftfeuchte
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Tazacorte: 24,4 °C bei 61 % Luftfeuchte
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Fuencaliente: 21,7 °C bei 63 % Luftfeuchte
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Roque de los Muchachos: 7,1 °C bei 100 % Luftfeuchte
Die gesamte Insel liegt derzeit unter einer dichten Wolkendecke. Selbst der sonst fast immer wolkenfreie Gipfel des Roque de los Muchachos hüllt sich komplett in Wolken.
Das Rätsel der riesigen Tropfen: Warum regnet es so dick?
Messbarer Niederschlag blieb bislang Mangelware. Lediglich im Norden und Südosten fielen minimale Mengen – wie etwa in Tigalate mit gerade einmal 0,6 l/m². Dennoch fielen diese wenigen Tropfen sofort auf: Sie waren riesig, schwer und klatschten für nur etwa eine Minute auf den Boden, bevor der Spuk wieder vorbei war.
Für La Palma, wo wir ansonsten den feinen Passat-Niesel (Meso) gewohnt sind, ist das ungewöhnlich. Dahinter steckt ein physikalischer Prozess in der Atmosphäre:
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Vertikale Dynamik und Aufwinde: In der feucht-warmen Tropenluft steigen Luftmassen an den Inselhängen steil nach oben. Es entstehen kompakte Quellwolken mit starken Aufwinden im Inneren.
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Das Verschmelzen der Tröpfchen: Diese Aufwinde halten winzige Regentropfen extrem lange in der Schwebe. In der Wolke kollidieren die Tröpfchen miteinander und verschmelzen zu immer größeren, schweren Wassertropfen.
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Schlagartiger Fall: Erst wenn die Tropfen zu schwer für den Aufwind werden, stürzen sie nach unten.
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Verdunstungseffekt: Da die Luftschichten nahe am Boden sehr warm sind, verdunstet der feine Sprühregen auf dem Weg nach unten komplett. Nur die massivsten und schwersten Riesen-Tropfen schaffen den Weg bis auf die Erde.
Ausblick: So geht es in der kommenden Woche weiter
Da sich Tropensturm Gonzalo im Schneckentempo bewegt, wird uns dieses ungewöhnliche Wettergebilde noch die gesamte kommende Woche begleiten.

Wettervorhersage für kommende Woche (ElTiempo)
Wir müssen uns stellenweise weiterhin auf schwüle Nächte, eine dichte Bewölkung und vereinzelt kurze, aber kräftige Tropfenschauer einstellen. Auch der Fernschwell an den West- und Nordküsten bleibt ein Thema, weshalb beim Baden im Atlantik Vorsicht geboten ist. Es lohnt sich immer mal wieder ein Blick auf die Wetterseite.
Ich werde den Tropensturm weiter beobachten und berichten.
UPDATE:
12.30 Uhr – Gonzalo wurde offiziell auf ein post-tropisches Tiefdruckgebiet (Post-Tropical Cyclone / Remnant Low) herabgestuft. Starke Scherwinde und sehr trockene Luftmassen haben das Sturmsystem südlich/südöstlich bei den Kapverden auseinandergerissen und zerlegt. Trotzdem werden die Ausläufer La Palma noch einige Tage beschäftigen.
Die feuchten Tropenausläufer schieben sich in den kommenden Tagen langsam von Süden her über das Kanarengebiet. Das bringt zwar keinen Dauerregen, kann aber lokal (besonders an den Bergflanken im Osten und Süden) für mehr Bewölkung, Nieselregen oder kurze Schauer sorgen. Da sich das Resttief südlich aufreibt und Luftmassen aus dem afrikanischen Raum ansaugt, bleibt der feine Saharastaub in der Höhe vorerst erhalten – was weiterhin für diesen milchigen Himmel sorgt.

Entfernung des ehemaligen Tropensturm Gonzalo gestern nach La Palma (1050 km). Die Schlange links oben ist ein weiterer Tropensturm, der aber keinen Einfluss auf unsere Insel hat.
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Zumindest in Tazacorte hab ich das Gefühl, in dem bisschen Regen was hier runter kam war mehr Sand als Wasser drin.
Absolut! Gonzalo hat offenbar das Meer mit der Wüste verwechselt – das war eher Schlammregen in Homöopathischer Dosis als ein Tropenregen. Ein Hoch auf die Autowaschanlagen!