Wüstenlandschaft im Westen von La Palma

Vulkan - Wüstenlandschaft

Wie Asche eine surreale Wüstenlandschaft schafft -

In eine Wüs­ten­land­schaft haben sich gro­ße Gebie­te im Süd­wes­ten von La Pal­ma ver­wan­delt. Ähn­lich­keit mit der Insel Lan­za­ro­te oder gar dem Mond sind nach den gro­ßen Aschefäl­len nicht zu leug­nen. Teil­wei­se liegt der fei­ne schwar­ze Sand über 100 cm dick über der Land­schaft. Das Titel­fo­to wur­de aus süd­west­li­cher Rich­tung von der Web­cam aufgenommen.

Alles zum Diens­tag, den 2.11.21 hier auf der Sei­te wei­ter unten

Hier wird so schnell nichts mehr wach­sen. Das Gebiet war bereits vor dem Vul­kan­aus­bruch des Cabe­za nie das Aus­hän­ge­schild für die „Grü­ne Insel“, da frü­he­re Lava­strö­me das Land bereits über­zo­gen hatten.

Aber es gab etwas frucht­ba­ren Boden, auf dem Bäu­me, Sträu­cher und Kul­tur­pflan­zen grü­ne Akzen­te gesetzt haben. Damit wird jetzt für vie­le Jah­re Schluss sein, bis sich die Natur und der Mensch das Land wie­der zurückholt.

Solaranlage - Wüstenlandschaft

Das ist die ver­schüt­te­te Solar­an­la­ge in der Nähe von Las Man­chas die jetzt wie die benach­bar­ten Häu­ser unter einer dicken Asche­schicht lie­gen. Wäre es weiß, dann könn­te die „Schnee­land­schaft“ beein­dru­cken. Schnee schmilzt weg und Lavaa­sche muss müh­sam von Hand ent­fernt werden.

Erdbeben halten an

Ein ML5,0 Beben ges­tern um 17.52 Uhr aus 38 km Tie­fe war der Auf­takt. Ein untrüg­li­ches Zei­chen, dass neue Mag­ma nach oben drängt. In der Nacht mitt­le­re Beben zwi­schen ML3 und ML4 meist aus der obe­ren Magmablase.

Gewöhnt man sich an die andau­ern­den Beben? Man erschreckt nicht mehr, aber zu einem Gewöh­nungs­ef­fekt soll es auch nicht wer­den. Wenn das Gebälk im Haus­dach knarrt, Glä­ser in den Schrän­ken klir­ren und alles wie auf einer Rüt­tel­plat­te durch­ge­schüt­telt wird. Man lernt Beben nach ihrer Stär­ke bes­ser ein­zu­schät­zen. Aller­dings geht es auch ans Gemüt, vor allem in der Nacht.

Die jüngs­ten GPS Mes­sun­gen der IGN las­sen kei­ne neu­en außer­ge­wöhn­li­chen Ver­for­mun­gen der Insel­ober­flä­che erkennen.

GPS Daten

10.50 Uhr – Heu­te Mor­gen konn­te fest­ge­stellt wer­den, dass sich im unte­ren Teil von Mon­ta­ña Cogo­te eine Lava­zun­ge nach Süden abge­löst hat, die über bis­her unbe­schä­dig­tes Land läuft. Eine Situa­ti­on, die neue Schä­den erzeugt, die in der Regi­on des Ari­da­ne-Tals gro­ße Schä­den anrich­tet kann. Sowohl Häu­ser als auch  Anbau­ge­bie­te und öffent­li­che Infra­struk­tu­ren sind betroffen.

11.10 UhrEs gibt Span­nun­gen und Dis­kus­sio­nen zwi­schen Besu­chern und Bewoh­nern. Auf der einen Sei­te sind es Schau­lus­ti­ge, die das außer­ge­wöhn­li­che Natur­phä­no­men genie­ßen wol­len, auf der ande­ren Sei­te betrof­fe­ne Men­schen, die in der kur­zen Zeit noch schnell alles holen wol­len, was in ihren Häu­sern übrig geblie­ben ist. Sie müs­sen über die wenig befahr­ba­ren Stra­ßen, ihr Hab und Gut aus ihren Häu­sern räumen.

Die Insti­tu­tio­nen ver­su­chen, die­se bei­den gegen­sätz­li­chen Rea­li­tä­ten neben­ein­an­der exis­tie­ren zu las­sen, eine schein­bar unmög­li­che Mischung, fast wie Öl und Was­ser. Nicht umsonst ermu­ti­gen sie dich zum Vul­kan­tou­ris­mus, wäh­rend sie die Nach­barn bit­ten, sich zurück­zu­zie­hen … so etwas wie „die Insel ist sicher“, wenn Sie uns besu­chen, aber „Blei­ben Sie auf Emp­feh­lung zu Hau­se wegen der schäd­li­chen Gase“. Din­ge die sich völ­lig widersprechen.

11.30 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Stel­lung­nah­me wur­den 136 Erd­be­ben in dem von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung von Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet loka­li­siert , 10 die­ser Erd­be­ben wur­den von der Bevöl­ke­rung gespürt, nach­dem sie bei dem auf­ge­tre­te­nen Erd­be­ben die maxi­ma­le Inten­si­tät in der Epi­zen­tral­zo­ne IV (EMS98) erreicht hat­ten heu­te um 17:52 (UTC) mit einer Magnitu­de von 5,0 mbLg in 38 km Tie­fe. Sechs Erd­be­ben wur­den in Tie­fen von etwa 30 km loka­li­siert , die rest­li­chen Hypo­zen­tren der Zeit befin­den sich in gerin­ge­rer Tie­fe, etwa 12 km.

Die Ampli­tu­de des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals wird mit Ver­stär­kungs­im­pul­sen auf mitt­le­rem Niveau gehal­ten. Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt kei­nen kla­ren Trend in der Defor­ma­ti­on der Sta­tio­nen, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten sind, wäh­rend in den wei­ter ent­fern­ten Sta­tio­nen eine leich­te Defla­ti­on auf­recht­erhal­ten wird, mög­li­cher­wei­se im Zusam­men­hang mit tie­fer Seis­mi­zi­tät. Ange­sichts des kali­brier­ten Bil­des wird um 08:45 UTC eine Asche­wol­ke von 3.000 m geschätzt . Nord-Nord­west-Rich­tung. Ges­tern, 31. Okto­ber um 14:40 UTC, hat das IGN auf­grund der Höhen­ab­nah­me der Erup­ti­ons­säu­le eine neue VONA (Vol­ca­no Obser­va­to­ry Noti­ce for Avia­ti­on) her­aus­ge­ge­ben, dass die maxi­ma­le Höhe der Erup­ti­ons­säu­le 3500 m beträgt. Über dem Meeresspiegel.

12.05 Uhr – Fotos der Pevol­ca zur neu­en Lavazunge

13.15 Uhr – Neu­es gespür­tes Erd­be­ben um 13.03 Uhr von ML4,2 aus nur 10 km Tie­fe in Fuen­ca­li­en­te. Die star­ken Beben kom­men jetzt aus fla­che­ren Regionen.

15.50 Uhr – Ab Diens­tag könn­te wie­der der Flug­ha­fen Mazo und der Flug­platz La Gome­ra von Flug­asche betrof­fen sein – so Car­men López vom wis­sen­schaft­li­chen Komitee.

17.20 Uhr – Zur Ehrung der Ver­stor­be­nen, wur­de heu­te an Aller­hei­li­gen, über dem Vul­kan­ge­biet aus einem Puma-Mili­tär­hub­schrau­ber Blu­men verstreut.

17.40 Uhr – Bin­ter berich­tet, dass die neu­es­te Ent­wick­lung der Asche­wol­ke durch den Vul­kan­aus­bruch die vor­über­ge­hen­de Ein­stel­lung der Flü­ge erzwun­gen hat, die das Unter­neh­men für die letz­ten Stun­den des heu­ti­gen Mon­tag, den 1. Novem­ber, mit La Pal­ma geplant hatte.

20.30 Uhr - Die Lava-Asche zwingt dazu, den Schul­un­ter­richt in 5 Gemein­den auf La Pal­ma aus­zu­set­zen. In den Gemein­den El Paso, Los Lla­nos de Ari­da­ne, Taza­cor­te, Tija­ra­fe und Puntagorda.

20.35 Uhr – Neu­er Erd­stoß aus 38 km Tie­fe mit ML4,4 um 20.24 Uhr unter Mazo.

Dienstag, der 2. November 2021

14.30 Uhr – War heu­te im Süden in Fuen­ca­li­en­te um die Lage vor Ort ein­zu­schät­zen. Von den Leucht­tür­men an der Süd­spit­ze und auch dem Vul­kan San Anto­nio war der Vul­kan Cabe­za kaum zu erken­nen. Rela­tiv wenig Aschefall. Aller­dings sind die Salz­sa­li­nen für die nächs­ten Mona­te nicht nutz­bar. Schwar­zes Salz mit Lavaa­sche wird nie­mand brau­chen können.

14.40 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Stel­lung­nah­me wur­den 152 Erd­be­ben in dem von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung von Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet loka­li­siert , 18 die­ser Erd­be­ben wur­den von der Bevöl­ke­rung gespürt, wobei die maxi­ma­le Inten­si­tät in der Epi­zen­tral­zo­ne IV (EMS98) bei drei Erd­be­ben erreicht wur­de. Das stärks­te Erd­be­ben ereig­ne­te sich ges­tern um 20:24 (UTC) mit einer Magnitu­de von 4,6 mbLg in einer Tie­fe von 36 km.

8 Erd­be­ben wur­den in Tie­fen von etwa 30 km loka­li­siert , die rest­li­chen Hypo­zen­tren der Zeit befin­den sich in gerin­ge­rer Tie­fe, etwa 12 km. Die Ampli­tu­de des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals bleibt auf mitt­le­rem Niveau mit weni­gen Ver­stär­kungs­im­pul­sen. Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt kei­nen kla­ren Trend in der Defor­ma­ti­on der Sta­tio­nen, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten sind, wäh­rend in den wei­ter ent­fern­ten Sta­tio­nen eine leich­te Defla­ti­on auf­recht­erhal­ten wird, mög­li­cher­wei­se im Zusam­men­hang mit tie­fer Seis­mi­zi­tät. Ange­sichts des kali­brier­ten Bil­des wird um 07:45 UTC eine Asche­wol­ke von 3.700 m geschätzt . Rich­tung Osten.

15.00 Uhr - Der Flug­ha­fen Mazo ist heu­te wegen des Asche­re­gens gesperrt und wird zur­zeit gereinigt.

15.30 Uhr112 zur Luft­qua­li­tät: Den gan­zen Mor­gen über kam es in Punt­agor­da zu Über­schrei­tun­gen des Stun­den­grenz­wer­tes (350 µg/m³). In den übri­gen Sta­tio­nen haben wir eine gute und eini­ger­ma­ßen gute Luftqualität.

16.10 Uhr - Die Emis­si­on einer beträcht­li­chen Men­ge Asche aus dem Vul­kan Cabe­za setzt sich an die­sem Diens­tag wie in den letz­ten drei Tagen fort und bedeckt den gesam­ten West- und Nord­ost­sek­tor der Insel La Pal­ma, ein Phä­no­men, das von kur­zen Epi­so­den von hör­ba­re Explo­sio­nen, die durch star­kes Ent­ga­sen ver­ur­sacht wer­den. Auch die Ost­sei­te zwi­schen San­ta Cruz de La Pal­ma und Mon­te de Luna süd­lich ist betrof­fen ‑so die IGN.

Das Grol­len und Dröh­nen des Vul­kans ist deut­lich in Mazo zu hören.

16.30 Uhr – Vor weni­gen Stun­den gab es einen gro­ßen Fall von Vul­kan­bom­ben an der Süd­flan­ke des Vul­kans Cabeza.

17.26 UhrSoeben wie­der ein star­kes Erd­be­ben. Daten ste­hen noch aus. Nur ein ML4,0 aus 21 km Tie­fe lt. IGN. Fühl­te sich aller­dings viel stär­ker an.

18.10 Uhr – Jetzt doch von der IGN auf ML4,2 aus 11 km Tie­fe unter Fuen­ca­li­en­te eingestuft.

18.20 UhrAuch für Mitt­woch hat Bin­terCa­na­ri­as alle Flü­ge nach La Pal­ma abge­sagt. Bleibt nur noch die Fäh­re und die sind bereits alle ausgebucht.

18.40 Uhr - Los Ver­des de Cana­ri­as hält es für „rück­sichts­los“, dass das Cabil­do de La Pal­ma auf den „Welt­rei­se­markt“ gegan­gen ist, um La Pal­ma als siche­res Tou­ris­ten­ziel zu behaup­ten, obwohl es der­zeit für den vul­ka­ni­schen Tou­ris­mus „nicht geeig­net“ ist.

Die Öko­lo­gen ver­si­chern in einer Notiz, dass der „stän­di­ge Asche­re­gen vie­le der Stra­ßen unpas­sier­bar und die Luft unge­sund  macht, was in wei­ten Tei­len der Insel zu schwe­ren Augen­ver­let­zun­gen und Atem­pro­ble­men füh­ren kann“.

Für Los Ver­des ist “ dies nicht die Zeit, den Tou­ris­mus zu för­dern“, son­dern die mög­li­che Eva­ku­ie­rung der betrof­fe­nen Gebie­te zu unter­su­chen, um grö­ße­re Übel zu vermeiden.

Genau auch mei­ne Mei­nung, obwohl ich mich poli­tisch nicht zu den „Grü­nen“ zäh­le. Es ist genau der Spa­gat zwi­schen dem Geld des Tou­ris­mus und der Ver­nunft eines logisch den­ken­den Men­schen, hier den rich­ti­gen Zeit­punkt und das Maß zu fin­den. Das Cabil­do La Pal­ma spricht im Moment mit zwei Zun­gen. Zeit für den schwa­chen Prä­si­den­ten end­lich Klar­text zu reden und sei­ne Behör­de auf Kurs zu bringen.

  • Fort­set­zung folgt

 

Wetteraussichten für La Palma



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