Die Urgewalt der Natur

Vulkan - Urgewalt

Urgewalt und Kraft der Elemente -

Gegen die Urge­walt eines Vul­kan­aus­bruchs kann der Mensch nicht viel aus­rich­ten. Es bleibt ihm nur die Flucht. Was wir im Moment auf La Pal­ma erle­ben, zeigt die gewal­ti­ge Kraft der Natur, die wir nur beob­ach­ten, mes­sen und doku­men­tie­ren kön­nen. Der Zeit­punkt und der Ort einer Erup­ti­on kann vom Men­schen genau­so wenig beein­flusst werden.

Alles zum Frei­tag, dem 29.10.21 ist hier wei­ter unten angehängt

Vulkan - Urgewalt

Mäch­ti­ge Lava­strö­me über­flu­ten das Land und zer­stö­ren müh­sam vom Men­schen auf­ge­bau­te Kul­tu­ren, Häu­ser und Struk­tu­ren. Wenn sich der Mensch trotz ein­deu­ti­ger Fin­ger­zei­ge der Natur in die­se Gebie­te vor­wagt, muss er auch mit den Fol­gen rech­nen. Die Natur kennt kei­ne Gna­de und nimmt kei­ne Rück­sicht auf den Ein­dring­ling und sei­ne Zivilisation.

Die Urge­walt des Vul­ka­nis­mus nimmt Leben, erschafft aber die zukünf­ti­gen Grund­la­gen für neu­es Leben. Das soll­te bewusst sein und nicht ein­fach igno­riert wer­den. Pro­zes­se der Natur dau­ern lang, aber sie kom­men. Auch La Pal­ma war vor­ge­warnt. Bereits im Jahr 2017 gab es ers­te Anzei­chen (Rührt sich der Vul­kan auf La Pal­ma? vom 8.10.17).

Lavafajana wächst weiter

Die durch den Vul­kan Cabe­za geschaf­fe­ne neue Halb­in­sel vor Todo­que wächst wei­ter. Neue Lava­zu­flüs­se ver­grö­ßern die Ober­flä­che auf jetzt 28 Hekt­ar. Aber wie weit kann es noch wachsen?

Rosa María Mate­os, Dok­to­rin in Geo­lo­gie und For­sche­rin am Insti­tut für Geo­lo­gie und Berg­bau in Gra­na­da hat eine Kar­te / Info­gra­fik ver­öf­fent­licht, die die Bathy­me­trie des Mee­res­bo­dens an der Küs­te von Per­di­do (süd­lich von Taza­cor­te) zeigt.

Lavainsel - Urgewalt

Mit der Über­la­ge­rung der Bathy­me­trie des Mee­res­bo­dens ist per­fekt zu erken­nen, dass der Weg zum Oze­an nach Über­schrei­tung von 35 Metern Tie­fe in Kür­ze begrenzt sein wird. Jede der auf der Kar­te mar­kier­ten Lini­en reprä­sen­tiert eine Zunah­me der Mee­res­bo­den­tie­fe um 5 Meter. Es ist daher klar, dass die für die Lava zur Ver­fü­gung ste­hen­de Mee­res­platt­form kurz ist und sie nicht wei­ter wach­sen kann, ohne sich im „mari­ti­men Abgrund“ zu verlieren.

Die­se aus­ge­zeich­ne­te Info­gra­fik ermög­licht es, die maxi­ma­le linea­re Platt­form des ‚Lava­strei­fens‘ genau zu ken­nen, die sich der­zeit auf etwa 500 Metern befin­det. Natür­lich wird die­se Platt­form durch die fort­ge­setz­te Ein­ar­bei­tung von Lava­ma­te­ri­al seit­wärts wach­sen, wie es auch geschieht. Sie kann nach Nor­den und Süden wei­ter zuneh­men, in Mee­res­rich­tung ist das Wachs­tum aber begrenzt.

11.40 Uhr – In den ver­gan­ge­nen 12 Stun­den lagen alle Beben unter ML4.0 und kamen aus der obe­ren Mag­ma­kam­mer in 10 bis 14 km Tie­fe. Ob der Mag­ma-Nach­schub aus dem tie­fe­ren Bereich um 35 km Tie­fe abreißt, wer­den die nächs­ten Stun­den zeigen.

11.50 UhrHun­der­te Wis­sen­schaft­ler aus aller Welt sind auf La Pal­ma unter­wegs, um alle mög­li­chen Para­me­ter des Vul­kans zu unter­su­chen. Sie ler­nen und erfas­sen alle Daten, um die Wis­sen­schaft der Vor­her­sa­ge und Kon­trol­le von Vul­kan­aus­brü­chen zu ver­bes­sern. Exper­ten aus Län­dern wie Schwe­den, den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, Deutsch­land oder Frank­reich sind hier ein­ge­trof­fen, zusätz­lich zu allen spa­ni­schen wis­sen­schaft­li­chen Gre­mi­en, die mit dem wis­sen­schaft­li­chen Aus­schuss ver­bun­den sind.

Aber auch die Prä­senz der NASA selbst auf La Pal­ma ist auf­fal­lend. Unter der Lei­tung von Dr. Juan Car­los Car­r­ace­do, der sie bei die­ser Arbeit beglei­tet, sind zwei Wis­sen­schaft­ler der für das zivi­le Raum­fahrt­pro­gramm zustän­di­gen US-Regie­rungs­be­hör­de auf die Kana­ren gereist, um Stu­di­en zum Vul­kan durchzuführen.

12.40 Uhr – Die Lava- und Asche­land­schaft um den Vul­kan Cabeza:

14.50 Uhr – Der Lava­strom im Süden beginnt, die ver­blie­be­nen Häu­ser von Todo­que zu begraben.

Der tage­lang gelähm­te Süd­strom hat heu­te wie­der begon­nen zu flie­ßen. Er wan­dert in den Süden von Todo­que und steigt ab Rich­tung Meer. Alles, was im Wege steht, wird ver­brannt und verschüttet.

15.30 Uhr - Der Vul­kan Cabe­za schwä­chelt. Im Augen­blick befin­det er sich in einer ruhi­gen Pha­se. Auch die Erd­be­ben aus gro­ßer Tie­fe blei­ben aus. Las­sen wir uns aber nicht täu­schen. Sobald die Beben in 35 km Tie­fe wie­der ein­set­zen, wer­den wir nach 5 bis 6 Stun­den wie­der einen sehr akti­ven Vul­kan erleben.

18.10 Uhr - Das IGN Erd­be­ben­sys­tem  scheint aus­ge­fal­len zu sein. Seit 8.33 Uhr gibt es kei­ne neu­en Daten mehr. Inzwi­schen ereig­ne­ten sich meh­re­re spür­ba­re Beben, die auf kei­nem zugäng­li­chen Seis­mo­gra­fen auf­ge­zeich­net werden.

20.00 Uhr - Die Lava-Bedro­hung dringt jetzt mit sechs Metern pro Stun­de süd­lich des Vul­kans Rich­tung Puer­to Naos vor.

Freitag, den 29.10.21

12.40 Uhr – Der Vul­kan blieb in der Nacht und am Vor­mit­tag rela­tiv ruhig. Es fließt wohl Lava und es gab Erd­be­ben. Aller­dings nur zwei aus der 35 km Tie­fe Regi­on. Die rest­li­chen Beben in der ober­flä­chen­na­hen Kam­mer in 10 bis 13 km Tiefe.

12.50 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit dem letz­ten Kom­mu­ni­qué wur­den 159 Erd­be­ben in dem von der vul­ka­ni­schen Reak­ti­vie­rung von Cumbre Vie­ja betrof­fe­nen Gebiet loka­li­siert , 15 die­ser Erd­be­ben wur­den von der Bevöl­ke­rung gespürt, wobei in 6 Erd­be­ben die maxi­ma­le Inten­si­tät in der Epi­zen­tral­zo­ne IV (EMS98) erreicht wurde.
Das stärks­te Erd­be­ben ist das am 28. um 20:21 Uhr mit einer Magnitu­de von 4,2 mbLg und einer Tie­fe von 38 km, das mit einer maxi­ma­len Inten­si­tät von IV auf der Insel La Pal­ma zu spü­ren war.
Sie­ben Erd­be­ben wur­den in Tie­fen von etwa 30 km loka­li­siert, die rest­li­chen Hypo­zen­tren der Zeit befin­den sich in gerin­ge­rer Tie­fe, etwa 12 km.
Die Ampli­tu­de des vul­ka­ni­schen Tre­mor­si­gnals wird mit Ver­stär­kungs­im­pul­sen auf mitt­le­rem Niveau gehalten.

Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel zeigt, dass sich die Höhe, die am 25. an der Sta­ti­on LP03, die den Erup­ti­ons­zen­tren am nächs­ten liegt, gemes­sen wur­de, umge­kehrt hat. Die von der Sta­ti­on auf­ge­zeich­ne­te Süd­de­for­ma­ti­on hat sich jedoch nur teil­wei­se erholt. An den ent­le­gens­ten Sta­tio­nen wird eine leich­te Defla­ti­on auf­recht­erhal­ten, mög­li­cher­wei­se im Zusam­men­hang mit tie­fer Seismizität

13.00 Uhr – Der ein­zi­ge Lava­strom, der der­zeit vor­an­schrei­tet, ist die mit der Num­mer 3, der zahl­rei­che Schä­den an Häu­sern ver­ur­sacht und auch das Lager­haus von Coval­le betrof­fen hat, weil er in ein neu­es Gebiet ein­dringt, wie Pevol­ca berichtet.

Die­ser süd­li­che Strom, hat wie Invol­can mel­det, die Stra­ße LP-213 süd­lich von Todo­que über­quert und geht in Rich­tung Meer und könn­te die Stre­cke beein­träch­ti­gen, die nach Puer­to Naos führt, aber nicht das Touristenzentrum.

15.10 Uhr - Puer­to Naos ist vor­erst geret­tet. Laut Pevol­ca fließt der Lava­strom nörd­lich des Tou­ris­ten­or­tes vorbei.

16.45 UhrShut­tle­bus­se fah­ren alle 20 Minu­ten, um den Vul­kan Cabe­za zu sehen. Die Bus­se fah­ren alle 20 Minu­ten vom alten Flug­ha­fen Buen­avis­ta, wo es genü­gend Park­plät­ze für die Leu­te gibt, um ihre Fahr­zeu­ge abzu­stel­len, zur Kir­che von Taju­ya, wo Besu­cher den Vul­kan vom Aus­sichts­punkt aus beob­ach­ten können.

17.40 Uhr - Vul­kan­tou­ris­mus – Schif­fe und Flug­zeu­ge sind ab die­sem Frei­tag prak­tisch voll, obwohl für das Wochen­en­de noch Plät­ze frei sind. Die Brü­cke von Todos los San­tos wird mehr als 10.000 Men­schen nach La Pal­ma brin­gen, wie das CIT Tedo­te bestä­tigt. Dies wer­den die ers­ten posi­ti­ven Wirt­schafts­da­ten seit Beginn des Vul­kan­aus­bruchs sein. Auch wenn es nicht ein­fach zu hand­ha­ben sein wird.

Zunächst wer­den die Flü­ge von Tene­rif­fa Nord, Gran Cana­ria und Madrid an die­sem Wochen­en­de voll sein. Hin­zu kom­men Frank­furt und Ber­lin. Außer­dem wer­den täg­lich 3 Boo­te von Fred Olsen und 2 von Navie­ra Armas im Hafen ankom­men. Wenn all die­se Kapa­zi­tä­ten hin­zu­ge­fügt wer­den, die bereits prak­tisch ver­kauft sind, ergibt sich die Zahl von mehr als 10.000 Men­schen, die 41 Tage nach sei­ner Explo­si­on plötz­lich die Insel betre­ten wer­den, um die Visi­on des Vul­kans inmit­ten des Erup­ti­ons­pro­zes­ses zu „genie­ßen“.

18.30 Uhr – Es wird geschätzt, dass die vom Vul­kan zer­stör­te Anbau­flä­che der­zeit 266,61 Hekt­ar erreicht, 6,79 mehr als bei der letz­ten Aktua­li­sie­rung. Davon ent­fal­len 145,7 Hekt­ar auf Bana­nen­plan­ta­gen, 58,36 Hekt­ar auf Wein­ber­ge und 23,38 Hekt­ar auf Avocadobäume.

19.30 Uhr - Nach 40 Näch­ten vol­ler Gebrüll, Explo­sio­nen und Beben sind die Köp­fe der Bewoh­ner des Ari­da­ne-Tals an der Gren­ze des Wider­stands. Was die letz­te Nacht erlebt wur­de, war einer der schlimms­ten, der in all die­ser Zeit auf­ge­zeich­net wur­de, mit einem stän­di­gen ohren­be­täu­ben­den Brül­len, das fast den gan­zen Mor­gen nicht auf­hör­te. Eine ver­rück­te Nacht!

Ein­schla­fen war fast unmög­lich, wenn Sie weni­ger als 5 oder 6 Kilo­me­ter vom aus­bre­chen­den Kra­ter ent­fernt leben. Dies ist prak­tisch das gesam­te Ari­da­ne-Tal mit den Bevöl­ke­run­gen von El Paso, Los Lla­nos de Ari­da­ne und Taza­cor­te, wo fast 40.000 Men­schen leben – so die Zei­tung El Time.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



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