Vulkangas & Asche auf La Palma: So stark traf der Tajogaite unsere Gesundheit

Ausstoss der Vulkanasche am Tajogaite auf La Palma/ Tajogaite Gesundheit La Palma

💬 0 Kommentare

⚠️ Alles im grünen Bereich - ab Donnerstag sollen die Tagestemperaturen bis auf 34° C ansteigen!
🌦️ Mazo (12.00 Uhr)
☀️Temp. 26,2°C
💧 0,0 l/m²
💨 6,8 km/h NO
Abenteuer-Tipp: »Tajogaite-Geheimnis gelüftet: 600 Grad heiße Entdeckung auf La Palma« Entdecken

Das Erbe des Tajogaite: Was Asche und Vulkan-Gase wirklich mit unserer Gesundheit machen!

Die Eruption des Tajogaite auf La Palma im Jahr 2021 hat Landschaften und Leben verändert. Doch wie stark hat der Vulkan der Gesundheit der Inselbewohner zugesetzt? Die wissenschaftliche Langzeitstudie „ASHES“ liefert konkrete Zahlen zu Atemwegs- und Folgeschäden – und zeigt, welche Stoffe in der Luft besonders gefährlich waren.

📊 Auf einen Blick: Erkrankungsgrad durch den Tajogaite

Chronischer Husten
3-fach
erhöhtes Risiko in Belastungszonen

Lungenobstruktion
2-fach
häufigere Atemwegseinengung

Atemwegsentzündung
44 %
der Kinder mit erhöhten FeNO-Werten

Augen & Haut
20–30 %
mehr Akut-Fälle in Notaufnahmen

Quelle: ASHES-Langzeitstudie (SEPAR) & Hospital General de La Palma

Die gefährlichen Stoffe: Was stieß der Vulkan aus?

Ein Vulkanausbruch ist eine gewaltige chemische Fabrik. Auf La Palma stießen die Menschen vor allem auf eine Mischung aus zwei Gefahrenquellen: Gase und feine Sedimentpartikel (Asche).

1. Die gefährlichsten Vulkan-Gase

Schwefeldioxid (SO₂): Der Hauptaggressor für die Atemwege. Wenn SO₂ mit der Feuchtigkeit der Schleimhäute in Nase, Rachen oder Lunge reagiert, entsteht in winzigen Mengen schweflige Säure.
Die Folge: Starkes Brennen im Hals, Reizhusten, Kurzatmigkeit und Bronchospasmen (krampfartiges Verengen der Lungenflügel).

Die Messwerte: An extremen Tagen wurden im Aridane-Tal Werte von über 2.600 µg/m³ gemessen – erlaubt sind laut EU-Richtlinien im Stundenschnitt maximal 350 µg/m³. Je nach Windrichtung gab es auch an einigen Tagen auf der Ostseite von La Palma sehr hohe Werte.

Kohlendioxid (CO₂): Ein geruch- und farbloses Gas, das schwerer als Luft ist und sich in Senken oder Mulden/Kumpen sammelt (wie z. B. in Teilen von Puerto Naos und La Bombilla). In hohen Konzentrationen verdrängt es den Sauerstoff.

Fluorwasserstoff (HF) & Chlorwasserstoff (HCl): Sogenannte saure Gase, die besonders beim Kontakt der feurigen Lava mit dem Meerwasser (Laze-Effekt) entstanden. Sie führten zu Verätzungen der oberen Atemwege und der Augen.

2. Vulkanasche: Nicht einfach nur Staub!

Vulkanische Asche ist kein weiches Holzmehl, sondern mikroskopisch kleines, scharfkantiges Glas- und Gesteinsmaterial.

Lungengängige Feinstäube (PM₁₀ und PM₂,₅): Partikel, die kleiner als 2,5 µm (Mikrometer) sind, stoppen nicht in der Nase. Sie dringen tief bis in die Lungenbläschen (Alveolen) vor.

Messwerte: Während der Hauptphase lag die Belastung an Feinstaub (PM₁₀) stellenweise bei knapp 380 µg/m³ – das ist das Fast-Achtfache des erlaubten EU-Tagesgrenzwertes (50 µg/m³).

🔬 Die Fakten der ASHES-Studie: Wie hoch ist der Erkrankungsgrad?

Die Spanische Gesellschaft für Pneumologie und Thoraxchirurgie (SEPAR) untersuchte im Rahmen des ASHES-Projekts über 1.000 Bewohner von La Palma. Die Ergebnisse verdeutlichen das Ausmaß:

  1. Verdreifachtes Hustenrisiko: Anwohner aus den stark belasteten Zonen des Aridane-Tals wiesen eine 3-mal höhere Wahrscheinlichkeit auf, an dauerhaftem, chronischem Reizhusten zu leiden, als Personen im unbelasteten Inselnorden oder -osten.

  2. Verdopplung von Lungenblockaden: Bei Lungenfunktionstests (Spirometrie) wurde bei stark exponierten Bewohnern doppelt so häufig ein obstruktives Muster gemessen – eine Verengung der Atemwege, ähnlich wie bei Asthma oder COPD.

  3. Anhaltende Entzündungen: Auch Monate nach dem Ende des Ausbruchs wiesen 44 % der untersuchten Kinder und Jugendlichen erhöhte FeNO-Werte auf (ein medizinischer Marker für Entzündungsprozesse in den Bronchien).

  4. Verstärkung von Vorerkrankungen: Menschen mit bestehendem Asthma oder Allergien sowie Personen, die Passivrauch ausgesetzt waren, erlitten die stärksten Einbrüche der Lungenfunktion.

👁️ Hatte die Asche noch sonstige gesundheitliche Auswirkungen?

Die Lunge war das Hauptzielorgan – aber Asche und Gase betrafen den gesamten Körper:

1. Augenreizungen & Bindehautentzündungen

Da Aschepartikel wie mikroskopisch kleine Glaskristalle wirken, reiben sie bei jedem Blinzeln auf der Hornhaut.

  • Die Folge: Rötungen, starkes Tränen, Fremdkörpergefühl und im schlimmsten Fall kleine Kratzer auf der Hornhaut. Bindehautentzündungen schnellten während der Eruption sprunghaft nach oben.

2. Hautreizungen & Kontaktdermatitis

Der feine Staub setzte sich in Hautfalten ab und reagierte zusammen mit Schweiß leicht sauer.

  • Die Folge: Juckreiz, Hautrötungen, Ausschläge und die Verschlimmerung von Neurodermitis.

3. Herz-Kreislauf-Belastung

Feinstaub dringt über die Lungenbläschen bis in die Blutbahn ein.

  • Die Folge: Der Körper schüttet Entzündungsstoffe aus, das Blut wird leicht dickflüssiger. In Kombination mit dem enormen psychischen Stress stiegen Herzfrequenz und Blutdruck bei gefährdeten Personen messbar an.

4. Psychische Spätfolgen (Posttraumatischer Stress)

Nicht zu unterschätzen: Der dauerhafte Lärm der Explosionen, die Ungewissheit und der ständige Ascheregen führten bei vielen Anwohnern zu Schlafstörungen, Angstzuständen und dauerhaft erhöhten Stresshormon-Spiegeln.

Fazit & Schutz: Was bedeutet das für Residenten und Besucher?

Die ASHES-Studie macht klar: Der Vulkan war kein kurzfristiges Naturereignis, sondern eine Belastungsprobe für das Immunsystem.

Für den Alltag auf La Palma gilt:

  • Gründliche Reinigung: Bei Aufräumarbeiten von alter Asche auf Dächern oder Fincas sollte nach wie vor eine FFP2-Maske getragen werden, da aufgewirbelter Staub die Atemwege erneut reizt.

  • Auge & Haut schützen: Schutzbrillen bei windigem Wetter im Aridane-Tal verhindern Hornhautkratzer.

  • Entwarnung für Urlauber: Die akute Gasbelastung beschränkt sich heute auf sehr spezifische Sperrzonen. Die Atemluft in den Wohn- und Urlaubsgebieten hat längst wieder hervorragende Qualitätswerte erreicht.

Quellen & Referenzen: Estudio ASHES (Sociedad Española de Neumología y Cirugía Torácica – SEPAR), Notfallregister des Hospital General de La Palma, Messdaten des Red de Control y Vigilancia de la Calidad del Aire de Canarias.

❓ Kurze Frage an dich

Wusstest du, dass vulkanische Asche aus scharfkantigem Glas- und Gesteinsmaterial besteht und keine normale Asche ist?

👇 Klicke auf deine Antwort und schreibe uns kurz in den Kommentaren, was dich am meisten überrascht hat!

Schluss mit Abzocke & Irrtümern im Ruhestand

Erfahre in meinem Ratgeber „Kanaren statt Heizdecke“ alle Fakten zu Lebenshaltungskosten, Krankenversicherung und Behördengängen für Auswanderer und Überwinterer.

👉 Jetzt Ratgeber auf Amazon ansehen
La Palma News per WhatsApp

Gratis Kanal abonnieren & Glocke an!

Abonnieren

☕️ Dem Jubi-Insider einen Kaffee spendieren?
Dir gefällt LaPalma1.net frei von nervigen Pop-up-Bannern? Ich stecke viel Herzblut und Zeit in diese unabhängigen Berichte. Wenn du meine tägliche Arbeit und die Serverkosten mit einer kleinen, freiwilligen Wertschätzung unterstützen möchtest, kannst du das ab sofort ganz unkompliziert über meine digitale Kaffeekasse via PayPal tun. Vielen Dank für deine Unterstützung!


💡 Meistgelesene Beiträge

Wetter La Palma

Manfreds Buchtipps: Alle La Palma Bücher entdecken

Hier geht es direkt zur Übersicht auf lapalma-angebote.com – Für Infos einfach ein Buch anklicken!

Über den Autor

Manfred Betzwieser
Manfred Betzwieser lebt seit 30 Jahren auf La Palma und dokumentiert als Autor und Newsman die Natur, Geologie und aktuellen Entwicklungen der Kanareninsel. Mit tiefem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort bietet er verlässliche Berichterstattung abseits des Massentourismus. Entdecke seine Bücher und Projekte auf der Autorenseite. - Mein Link

Kommentar hinterlassen zu "Vulkangas & Asche auf La Palma: So stark traf der Tajogaite unsere Gesundheit"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*