💬 9 Kommentare
Inhalt
Warum der Standard-Tourist auf unserer Insel scheitert – und das auch gut so ist!
Das kanarische Statistikamt hat die Katze aus dem Sack gelassen – und die Zahlen dürften in den Teppich-Etagen der Bettenburgen auf Teneriffa für Schweißausbrüche sorgen: Allein im Juli fehlten fast 10.000 deutsche Urlauber auf dem Archipel. Im bisherigen Jahr schrumpfte der deutsche Markt um satte 101.300 Gäste.
Teneriffa kassiert ein fettes Minus von 10 % (53.600 Deutsche weniger), Fuerteventura hinkt mit 6 % im Keller. Einzig Gran Canaria hält sich mit gut 545.000 Stammgästen noch tapfer an der Spitze.
Und La Palma? Gewinnt als einzige Insel sogar deutsche Besucher hinzu!
Während die Franzosen mit 11 % Plus die Inseln fluten, fragen sich die Tourismus-Strategen auf den Nachbarinseln kopfschüttelnd: Warum rennen die Deutschen ausgerechnet auf die steile Vulkaninsel?
Der „All-Inclusive-Schock“ auf Teneriffa
Ganz ehrlich: Der klassische Pauschalurlauber ist verwöhnt. Wer 14 Tage lang mit dem Handtuch um 6 Uhr morgens Liegen am Pool reservieren will, eine Pommes-Flatrate erwartet und Strandpromenaden im Flachland sucht, kriegt auf La Palma nach spätestens 48 Stunden eine Krise.
Hier gibt es keine kilometerlangen, gepflasterten Boulevard-Meilen. Wer hier zum Strand will, muss manchmal Kehren fahren, bei denen der Mietwagen im ersten Gang um Gnade fleht. Wer Nachtleben sucht, findet es höchstens beim Blick in den Milchstraßen-Himmel auf dem Roque de los Muchachos.
Warum La Palma trotzdem der große Gewinner ist
Immer mehr Reisende haben die Nase voll von austauschbarem Massentourismus. Sie wollen keine Betonwüsten mehr, sondern echte Erlebnisse, frische Luft und ehrliche Gastfreundschaft.
La Palma war schon immer die Antithese zum Bettenbunker. Die Insel ist ein gigantischer Filter für Qualitätstourismus:
-
Das Mikroklima erzieht zur Flexibilität: Regnet es im Osten, scheint im Westen die Sonne. Wer stur am Pool hocken will, verliert. Wer die Insel versteht, erlebt an einem Tag vier Jahreszeiten.
-
Natur statt Bespaßung: Statt Wasserrutschen-Parks gibt es Lorbeerwälder, Vulkanlandschaften und atemberaubende Schluchten.
-
Echtes Inselfeeling: In der lokalen Bar zahlt man für einen perfekten Barraquito noch ehrliches Geld und kriegt ein Lächeln geschenkt – keinen Armband-Code fürs Büfett.
Aber bitte nicht zu viele: Hier ist die Grenze erreicht!
Bei all den Erfolgsmeldungen und Wachstumszahlen muss ich als Wahl-Palmero aber auch eines ganz deutlich sagen: Jetzt ist es auch gut mit dem Zustrom!
Wir freuen uns über jeden Gast, der die Natur schätzt und das echte Inselfeeling sucht. Aber La Palma verträgt keinen unbegrenzten Massenansturm, wenn wir unser individuelles, ruhiges Flair nicht für immer verlieren wollen.
Wir brauchen hier definitiv keine neuen Hotelburgen, keine weiteren Ferienhaus-Siedlungen und keinen getakteten Bettenwechsel-Rhythmus wie auf den Nachbarinseln. Es reicht! Wer zu uns kommt, soll die Insel so erleben, wie sie ist – und nicht als nächste durchgestylte Touristen-Kulisse.
Teste dein Insel-Wissen: Bist du reif für La Palma?
Wer auf La Palma urlaubt, sucht nicht den einfachen Weg, sondern das echte Abenteuer. Schließlich ist die Insel viel zu schade, um nur auf der Terrasse zu sitzen.
Du weißt vor lauter Entdeckerdrang nicht, wo du anfangen sollst? Lass einfach den Zufall entscheiden!
Wie siehst du das? Vermisst du die Sandstrände der Nachbarinseln oder bist du froh, dass La Palma genau so ist, wie es ist? Schreib es uns in die Kommentare!
Schluss mit Abzocke & Irrtümern im Ruhestand
Erfahre in meinem Ratgeber „Kanaren statt Heizdecke“ alle Fakten zu Lebenshaltungskosten, Krankenversicherung und Behördengängen für Auswanderer und Überwinterer.
👉 Jetzt Ratgeber auf Amazon ansehenLa Palma News per WhatsApp
Gratis Kanal abonnieren & Glocke an!
☕️ Dem Jubi-Insider einen Kaffee spendieren?
Dir gefällt LaPalma1.net frei von nervigen Pop-up-Bannern? Ich stecke viel Herzblut und Zeit in diese unabhängigen Berichte. Wenn du meine tägliche Arbeit und die Serverkosten mit einer kleinen, freiwilligen Wertschätzung unterstützen möchtest, kannst du das ab sofort ganz unkompliziert über meine digitale Kaffeekasse via PayPal tun. Vielen Dank für deine Unterstützung!






https://elperiodicodelapalma.com/las-mas-de-2-000-plazas-turisticas-previstas-para-puerto-naos-se-ubicarian-en-seis-edificios-de-hasta-siete-plantas/
heieieiei. da wird aber geklotzt und nicht gekleckert.
Jetzt würde mich nur noch interessieren, wo der Ballermann, der Bierkönig und der Megapark in Puerto Naos hinkommen sollen! *SarkastischGrins*
Danke für den gewichteten und imho richtigen Kommentar. Bin absolut der gleichen Meinung. Bislang habe ich, meinen rüstigen Eltern zuliebe, meine bisherigen Urlaube seit 2022 im Hotelkomplex auf La Palma verbracht. Die Eltern hatten gewissermaßen ein „Dauer Abo“ (25! Jahre jeweils MAI und DEZ/JAN) und haben auch echte Freundschaften mit Angestellten und ehem. Angestellten des Hotels in Fuencaliente aufgebaut. Sie haben natürlich dementsprechend auch die Entwicklung und das Nachlassen der Leistung im Gegensatz zum bezahlten Kurs mitverfolgt. Und natürlich auch den Trend zu All-Inclusive. Insgesamt sehe ich die Aussagen mit La Palma gewinnt, mehr mit Bauchschmerzen als dass es mich freut. Klar „es muss sich rechnen“, versteht sich von selbst, aber bitte nicht wie auf den größeren Inseln, wo man um von einer gewissen Art Urlauber verschont zu bleiben, schon größere Anstrengungen unternehmen muss. Wenn ich schon eine bestimmte Heckflosse sehe kommt mir die Galle hoch, denn zumeist kommen damit auch besagte „Qualitäts Touris“. Selbst im La Palma Princess hält man es nur noch im Esencia aus. Die „One week power bräuner“ (lobster mode on) und „slop till you drop Brigade“, ist leider kaum zu ertragen. Und nicht falsch verstehen zwar überwiegend von der Insel aber DE/DK und SV verhalten sich dort „oben“ (eine Lobby Abends) auch nicht viel besser. Wie oben in einem anderen Kommentar beschrieben sind mir auch die Kreuzfahrer und (per Greenwashing – angeblich Natural Gas) deren Pötte als Zugewinn für La Palma suspekt. Hier hat man meines Erachtens nach die größte Aufgabe. Abkehr von Heizöl basierter Stromerzeugung. Chancen in Sachen Geothermie, weitere Windkraftanlagen oder Gezeitenkraftwerke. Die Kanaren könnten Eco-Vorreiter in vielerlei Hinsicht sein. Und dann haben wir noch nicht von den Einleitungen angefangen. Gut auf La Palma wohl „überschaubar“ aber auch nicht völlig auszublenden. Ich lese gerne die Beiträge in FB und auch hier direkt auf der Seite, und hoffe mein Kommentar wird nicht nur als „alter Mann auf Seifenkiste, predigt“, wahrgenommen. Weiterhin hoffe ich dass meine Lieblingsinsel nicht aufgrund von $$$ Zeichen in den Augen ruiniert und wir uns noch lange an der atemberaubenden Schönheit/Natur erfreuen können. Viele Grüße Thomas.
Hallo Thomas,
vielen Dank für deinen grandiosen Beitrag aus der Praxis – und keine Sorge: Das war keine Predigt von der Seifenkiste, sondern ein herrlich ehrlicher Schlagabtausch direkt aus dem echten Inselleben!
Deine Bildsprache trifft den Nagel auf den Kopf: Die „Lobster-Mode-Fraktion“ im All-Inclusive-Rausch und die Heckflossen-Bomber am Himmel sind genau das, was vielen Insel-Liebhabern die Nackenhaare aufstellt. Dass deine Eltern nach 25 Jahren Fuencaliente-Treue den Wandel schmerzhaft spüren, ist der beste Beweis dafür, dass Quantität eben doch nicht Qualität ersetzt. Wenn man sich schon ins Esencia flüchten muss, um dem Remmidemmi zu entkommen, sagt das eigentlich alles!
Was die Stromerzeugung und den Grünen Traum angeht: Da sprichst du mir aus der Seele. Wir sitzen hier gefühlt auf einem kochenden Vulkan-Kochtopf voller Geothermie-Chancen, verbrennen aber munter weiter Diesel für die Steckdose und die schwimmenden Bettenburgen im Hafen. Wenn das die Zukunft des sanften Tourismus sein soll, müssen wir den Begriff wohl nochmal neu definieren.
Wir halten es wie du: Hoffnung nicht aufgeben, die $$$ -Zeichen in den Augen der Planer mit kritischen Kommentaren ausbremsen und das Glas Inselwein auf die echten, unpolierten Ecken von La Palma erheben.
Herzliche Grüße
Manfred
So richtig spannend werden (nach dem neuerdings bescheidenen Winterwetter) die Buchungszahlen für La Palma in diesem Winter. Bekanntlich ist das Wetter im Winter auf den Kapverden viel besser als auf den Kanaren. Das Riesenglück für die Kanaren ist, dass die Kapverden nur ca. 25.000 Touristen auf einmal beherbergen können. Somit ist die Konkurrenz für La Palma durch Santo Antao derzeit nicht allzu groß.
Hallo Ivo,
danke für deinen spannenden Einwurf! Da hast du natürlich recht: Was das reine Sonnenschein-Risiko im Winter angeht, haben die Kapverden geografisch die Nase weiter südlich.
Aber Santo Antao mit La Palma zu vergleichen, ist ein bisschen wie Äpfel mit kanarischen Bananen zu vergleichen
Wer das Kapverden-Abenteuer sucht, bekommt gewaltige Landschaften, muss aber auch mit der entsprechenden Infrastruktur und Anreise leben. Wer nach La Palma kommt, will das Zusammenspiel aus spektakulärer Steilküste, tiefgrünen Kiefernwäldern, funktionierender europäischer Versorgung – und dem wohlverdienten Barraquito nach einer 1000-Höhenmeter-Wanderung! ☕
Dass die Kapverden bei 25.000 Betten eine natürliche Bremse haben, ist für uns auf La Palma vielleicht gar kein Pech, sondern ein echter Segen. So bleibt uns der Ansturm erspart und die Insel behält genau das Flair, wegen dem wir alle hier sind – egal, ob im Winter mal eine frische Brise durchzieht oder nicht!
Herzliche Grüße
Manfred
Zuerst einmal 100% Zustimmung zu Wolfgangs Kommentar. Alle die wir in den vergangenen 10 Jahren auf La Palma kennengelernt haben sind auf der Insel weil sie das Gegenmodell zu Teneriffa ist. Und auch wir hoffen , dass das so bleibt. Aber ich teile die Skepsis. Oftmals siegen die Dollarzeichen in den Augen.
Auch meine Frau und ich sehen mit leichtem Stirnrunzeln der Entwicklung auf La Palma entgegen. Dann noch die „tollen“ Meldungen bei der Zunahme der Anzahl von Kreuzfahrt-Schiffen ist nichts, was wir positiv sehen. Dazu vermischen sich die stinkenden Abgase der Schiffe munter mit denen der Stromerzeugung. So gesehen würden wir auch bestätigen, dass es langsam reicht mit Ideen für Hotelburgen und Ferienhaus-Siedlungen.
Wenn man allerdings am Rande so mitbekommt, auf welchen Messen für Tourismus La Palma alles die Werbetrommel rührt, dann werden wohl eher die das Sagen haben, die einen gewissen optimierungsbedarf beim Tourismus von La Palma sehen.
Wir sind auf jeden Fall ‚fine‘ (sagt man wohl heute so ;-)damit, wie die Insel ist.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für deinen Kommentar – und willkommen im Club der leise stirnrunzelnden Insel-Liebhaber!
Du sprichst da ein wahres (und leider rußiges) Gelassenheits-Problem an: Die schicken Kreuzfahrtschiffe bringen uns im Hafen zwar kurzfristig Leben in die Bude, aber die Kombination aus Schiffsdiesel und der lokalen Stromerzeugung sorgt manchmal wirklich für eine Duftnote, die man sich eher auf der A45 als auf einer Atlantikinsel wünscht!
Und was die bunten Messe-Auftritte angeht: Da hast du völlig recht. Wenn die Tourismus-Strategen auf den Messen loslegen, klingt das immer so, als müsste aus La Palma bald das nächste Miami Beach werden – inklusive „Optimierungsbedarf“ für jeden freien Quadratmeter. Zum Glück bremst die Topografie unserer Steilküste die kühnsten Betton-Träume meist schneller aus, als die Planer schauen können!
Wir bleiben stur: We are also fine mit der Insel, wie sie ist – und die Rußwolke schieben wir gedanklich einfach mit dem Passatwind rüber nach Teneriffa! ️
Herzliche Grüße
Manfred