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Was hier trotzdem im Vulkansand glitzert!
Hattest du beim Spaziergang über die schwarzen Vulkanstrände von La Palma auch schon diesen kurzen Moment der Hoffnung? Ein glitzerndes Fünkchen im Sand, ein grünlich schimmernder Stein im Basalt – und schon sieht man sich gedanklich als Schatzsucher, der zufällig die nächste Goldader der Kanaren entdeckt hat.
Ich muss dich leider enttäuschen: Die Ausbeute deiner Schatzsuche wird sich vermutlich in Grenzen halten. Denn obwohl unsere Insel durch feurige Eruptionen aus dem Atlantik gestampft wurde, gibt es hier weder Goldadern noch Edelstein-Minen. Warum die Geologie uns die klassischen Schätze verwehrt – und worauf wir hier stattdessen sitzen – habe ich mir mal genauer angeschaut.
1. Das Magma-Rezept: Zu viel Basalt, zu wenig Glamour
Vulkan ist nicht gleich Vulkan. La Palma verdankt ihre Existenz einem sogenannten „Hotspot“-Vulkanismus tief unter der Erdkruste. Das Magma, das hier nach oben gepumpt wird, stammt direkt aus dem oberen Erdmantel und ist vor allem eines: basaltisch.
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Die Enttäuschung für Schatzsucher: Basaltlava ist zwar extrem heiß und flüssig, aber chemisch gesehen ziemlich unaufgeregt. Sie enthält zwar reichlich Eisen und Magnesium, aber kaum nennenswerte Mengen an Edelmetallen wie Gold, Silber, Kupfer oder Platin. 👉 Das praktische Taschenbuch zur Gesteinsbestimmung kannst du dir hier ansehen.
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Keine tiefen Adern: Damit sich Gold- oder Silberadern bilden, braucht es riesige Granitmassive und Jahrmillionen, in denen heißes Wasser Metalle aus dem Gestein wäscht und konzentriert wieder ablagert. Solche Formationen gibt es auf unserer Insel schlichtweg nicht.
2. Das Altersproblem: La Palma ist geologisch ein Kleinkind
Selbst wenn das Magma-Rezept gepasst hätte, läuft uns die Zeit davon. Der über Wasser sichtbare Teil von La Palma ist geologisch gesehen ein absolutes Küken – gerade einmal knapp 1,5 bis 2 Millionen Jahre alt. Der Süden rund um die Cumbre Vieja ist stellenweise sogar erst wenige tausend oder (wie beim Tajogaite) wenige Jahre alt.
Echte Schätze wie Diamanten entstehen jedoch unter gigantischem Druck und enormer Hitze tief im Erdinneren – über Hunderte Millionen von Jahren. Die Erdgeschichte hatte auf La Palma also schlicht noch keine Zeit, den Druckkochtopf lange genug brodeln zu lassen.
3. Was hier trotzdem im Vulkangestein glitzert
Ganz ohne Funkeln müsst ihr eure Wanderung durch die Caldera oder über die Aschefelder aber nicht beenden. Wer genau hinsieht, findet zumindest kleine mineralogische Trostpreise:
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Das „Kanaren-Gold“ (Olivin): Wenn du in dunklem Basaltgestein kleine, olivengrüne Glaskristalle siehst, hast du Olivin (auch als Peridot bekannt) gefunden. Es sieht fantastisch aus, hat aber leider als Edelstein keinen Marktwert, da die Kristalle auf La Palma meist winzig und brüchig sind.
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Augit und Magnetit: Diese tiefschwarz glänzenden Kristalle sorgen dafür, dass unser Vulkansand im Sonnenlicht manchmal sanft glitzert. Sie enthalten zwar Eisen, aber in viel zu geringen Mengen für einen Bergbau.
Die wahren Schätze der Isla Bonita
Auch wenn wir hier keine Goldminen ausheben können, sitzt La Palma auf Rohstoffen, die für unser tägliches Leben tausendmal wertvoller sind als Diamanten:
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Das schwarze Gold (Picón): Die poröse Vulkanasche speichert die Feuchtigkeit des Passatnebels wie ein Schwamm. Ohne dieses Vulkangestein gäbe es den berühmten Weinbau und die Bananen auf der Insel gar nicht.
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Trinkwasser in Perfektion: Das porenreiche Gestein filtert das Regenwasser über Jahre hinweg glasklar. Unser Wasser aus den Stollen ist das echte Elixier der Insel.
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Geothermie: Die Hitze im Erdinneren ist ein Energiekostenschatz, den wir in Zukunft hoffentlich noch viel schlauer nutzen werden.
Mein Fazit
Falls dir also demnächst jemand auf La Palma eine „echte einheimische Edelsteinkette“ verkaufen möchte – lächle milde und investiere das Geld lieber in eine Flasche lokalen Vino Tinto und ein gutes Essen. Das ist die schmackhafteste Form von Reichtum, die uns dieser Vulkan schenken kann!
Hast du beim Wandern auf La Palma auch schon mal ungewöhnliche Gesteine entdeckt oder gar Olivin gesammelt? Schreib es mir gerne unten in die Kommentare!
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