Vulkanröhren führen noch 886 Grad heißes Gestein

Lava - Vulkanröhren

Noch läuft in den Vulkanröhren glühende Lava -

Die Vul­kan­röh­ren des Cabe­za füh­ren nur weni­ge Zen­ti­me­ter unter der erkal­te­ten Lava­krus­te noch bis zu 886° C glü­hen­de Lava. Dies wur­de von Wis­sen­schaft­lern  am 7. Janu­ar 2022 gemes­sen. Es wird eine gerau­me Zeit dau­ern, bis der Inhalt der Vul­kan­röh­ren erkal­tet und fes­tes Basalt­ge­stein wird oder an ande­rer Stel­le ausläuft.

Die­ses Röh­ren­sys­tem ver­läuft durch die gan­zen Lava­strö­me bis zum Atlan­tik. Durch Ris­se und Brü­che ent­wei­chen gefähr­li­che Gase, wie das Schwe­fel­di­oxid und auch Koh­len­di­oxid, das aus tie­fer­lie­gen­de Mul­den, Löchern oder auch Kel­lern den Sauer­stoff ver­drängt und den Auf­ent­halt lebens­ge­fähr­lich macht.

Mir ist noch ein Fall beim Eldis­cre­to Vul­kan­aus­bruch 2011 auf El Hier­ro bekannt, als in Taca­ron, einer tie­fer­lie­gen­den Küs­ten­re­gi­on im Süden, ein Wis­sen­schaft­ler bei Mes­sun­gen plötz­lich bewusst­los umfiel. Gegen Koh­len­di­oxid hel­fen auch kei­ne Gas­mas­ken, hier muss Press­luft oder Sauer­stoff mit­ge­führt werden.

Es macht also im Moment wenig Sinn, die gro­ßen Lava­strö­me bear­bei­ten und Stra­ßen­durch­gän­ge schaf­fen zu wol­len. Die Natur, wie ein Lava­strom von meh­re­ren hun­dert Meter Brei­te und einer Höhe von 50 Metern braucht sei­ne Zeit, um abzukühlen.

La Palma hat sich im Westen verändert

Die neue Land­schaft der Insel La Pal­ma ist auf die­ser 3D-Visua­li­sie­rung sicht­bar, unter Ver­wen­dung des #Sentinel2 -Bil­des, auf­ge­nom­men am 3. Janu­ar 2022. Wie ein Kra­ke haben die Lava­strö­me auf das Meer zugegriffen.

La Palma

Links von oben El Paso, Los Lla­nos de Ari­da­na und Taza­cor­te. Rechts vom neu­en Lava­del­ta – La Bom­bil­la und Puer­to Naos. Auf der Gra­fik sind auch älte­re Vul­ka­ne zu erken­nen, die noch näher an der El Paso Sen­ke lagen und heu­te  ganz ande­re Aus­wir­kun­gen auf den inzwi­schen stark besie­del­ten Teil des Ari­dane­tals gehabt hätten.

Trotz des immensen mate­ri­el­len Scha­dens gab es kei­ne Todes­op­fer (bis auf einen unge­klär­ten Fall).

15.40 Uhr - Blick über das Lava­feld bei La Lagu­na:

 

16.00 Uhr - Wäh­rend in der Gegend von La Lagu­na gear­bei­tet wird, ist eine ähn­li­che Akti­on geplant, um den Cami­no de San Isidro in Taza­cor­te zu eröff­nen, der es ermög­li­chen wird, sich mit einem ande­ren iso­lier­ten Gebiet von 150 Hekt­ar Bana­nen­stau­den zu ver­bin­den, wo es nach Anga­ben des Rat­hau­ses von Taza­cor­te noch bis zu 40 Woh­nun­gen gibt.

 

Montag, der 10. Januar 2022

7.50 Uhr - Eine Kat­ze schrei­tet wie ein Ent­de­cker auf dem etwa einen Monat alten Lava­feld von Las Man­chas voran.

8.00 Uhr - Ein jun­ger Kom­po­nist aus La Pal­ma hat ein Musik­vi­deo auf den neu­en Vul­kan und La Pal­ma geschaf­fen (Dan­ke an Gabi), wenn es gefällt ein Like oder ein kur­zer Kommentar.

9.15 UhrINVOLCAN führt CO2-Kon­zen­tra­ti­ons­mes­sun­gen in Gebäu­den auf La Pal­ma mit opti­schen Fern­sen­so­ren vom TDL-Typ durch.

 

10.00 UhrCoro­naLa Pal­ma, Lan­za­ro­te und La Gra­cio­sa befin­den sich seit heu­te in der Alarm­stu­fe 3. Die­se Inseln befin­den sich in einer Situa­ti­on mit hohem Über­tra­gungs­ri­si­ko auf­grund einer sehr abrup­ten Ver­schlech­te­rung der epi­de­mio­lo­gi­schen Situa­ti­on mit einem expo­nen­ti­el­len Anstieg der kumu­lier­ten Inzi­denz auf 7 Tage in der letz­ten Woche. Die­se Niveau­än­de­rung wird an die­sem Mon­tag, dem 10. Janu­ar, um 00:00 Uhr wirk­sam und unter­liegt regel­mä­ßi­gen Neu­be­wer­tun­gen. Mehr zu den Maß­nah­men.

11.40 Uhr - Oli­vin-Fun­de am Kra­ter des Vul­kans Cabe­za. Aber … was ist Oli­vin? Das es ein Mine­ral, das in mag­ma­ti­schen Gestei­nen vor­han­den ist. Die­ses Mine­ral gilt als „Halb­edel­stein“ und wird häu­fig als Schmuck verwendet.

14.00 Uhr - So sieht es heu­te um 12.30 Uhr am Kra­ter des Cabe­za aus. Auf­stei­gen­den Dämp­fe und Gase, aber sonst ruhig.

14.10 Uhr – Das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um mel­det einen inner­kli­ni­schen Aus­bruch von Covid-19 in der Ope­ra­ti­ons­eta­ge des Hos­pi­tals von La Pal­ma, bei dem 7 Pati­en­ten betrof­fen sind. Alle Fäl­le sind laut Gesund­heits­be­rich­ten iso­liert und bei der Über­prü­fung des Per­so­nals wur­de kein posi­ti­ver Fall im Zusam­men­hang mit die­sem Aus­bruch gemel­det, obwohl die Nach­sor­ge­ar­bei­ten gemäß dem geplan­ten Pro­to­koll fort­ge­setzt werden.

16.10 Uhr - Bei 872 ° C heu­te um 14.00 Uhr süd­öst­lich vom Vul­kan­kra­ter. In der Umge­bung sind die Abla­ge­run­gen von Schwe­fel- und Kar­bo­natsal­zen zu erkennen

Dienstag, der 11. Januar 2022

9.00 Uhr - In der ver­gan­ge­nen Nacht eine Rei­he von leich­ten Erd­be­ben alle unter ML2,0 unter Mazo, Fuen­ca­li­en­te und El Paso. Beben auch aus gerin­ger Tie­fe von 2 ‑7 Kilo­me­ter. Es dürf­te sich um Ent­span­nungs­be­ben oder Ein­stür­ze in den Lava­ka­nä­len gehan­delt haben. Ein natür­li­cher Vor­gang, der im Abkühl­pro­zess zu beob­ach­ten ist.

11.00 UhrMit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Mit­tei­lung (Tag 7 um 9:00 UTC) wur­den 30 Erd­be­ben auf der Insel La Pal­ma geor­tet. Das Erd­be­ben am 9. um 16:29 Uhr, 35 km tief und mit einer Magnitu­de von 2,6 mbLg, wur­de von der Bevöl­ke­rung mit der Inten­si­tät II (EMS98) in der Epi­zen­tral­zo­ne gespürt. Die­ses letz­te Erd­be­ben ist das größ­te im betrach­te­ten Zeit­raum. Die Magnitu­den lie­gen zwi­schen 1,0 und 2,6 (mbLg).

Die Lage der Hypo­zen­tren setzt sich unter dem zen­tra­len Bereich von Cumbre Vie­ja in den glei­chen Berei­chen wie in den Vor­ta­gen fort. 19 Erd­be­ben wur­den in Tie­fen zwi­schen 7 und 16 km geor­tet, 9 in einer Tie­fe von weni­ger als 5 km und 2 in einer Tie­fe von 35 km. Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS- Sta­tio­nen der Insel weist kei­ne signi­fi­kan­ten Ver­for­mun­gen auf, die mit vul­ka­ni­scher Akti­vi­tät in Ver­bin­dung gebracht wer­den könnten.

11.15 Uhr - Die IGME warnt vor Hoch­was­ser­ge­fahr. Das Ende der Emis­si­on von Pyro­klas­ten und ande­ren vul­ka­ni­schen Pro­duk­ten nach dem 85 Tage dau­ern­den Aus­bruch auf La Pal­ma bedeu­tet nicht das Ende der Gefah­ren, die mit die­sem Natur­phä­no­men ver­bun­den sind, und jetzt blei­ben drei Risi­ken bestehen: die Emis­si­on von Gasen, die Tem­pe­ra­tur und die Sta­bi­li­tät von Abflüs­sen und hyper­kon­zen­trier­ten Strömen.

Wenn es viel reg­net, wird die Asche mobi­li­siert und bil­det Schlamm­strö­me, die durch die Schluch­ten kana­li­siert wer­den und mit zer­stö­re­ri­scher Kraft nahe­ge­le­ge­ne Städ­te errei­chen kön­nen, wie es 1985 beim Vul­kan Neva­do de Ruiz in Kolum­bi­en geschah.

Der ers­te Fak­tor ist die Men­ge an Asche, die sich bei einer „beson­ders pro­duk­ti­ven“ Erup­ti­on ange­sam­melt hat, da IGME-For­scher in Gebie­ten wie dem Cami­no de Cabe­za de Vaca und dem obe­ren Teil Höhen von mehr als zwei Metern außer­halb des Kegels gemes­sen haben von Las Man­chas. Es ist eine kürz­lich gefal­le­ne Asche und daher lose, nicht ver­dich­tet und ziem­lich insta­bil, sagt der For­scher, der Teil der Emer­gen­cy Geo­lo­gi­cal Respon­se Unit des IGME ist und am 12. Dezem­ber in der Nähe des Vul­kans war bevor der Vul­kan die Akti­vi­tät ein­ge­stellt hat.

Soviel Regen auf der West­sei­te von La Pal­ma ist nach mei­ner Auf­fas­sung sehr unwahr­schein­lich. Im Süden und Osten haben wir aller­dings schon Schlamm­la­wi­nen nach den gro­ßen Wald­brän­den um 2009 erlebt.

13.20 Uhr – Es gibt bereits 2.000 Bau­ern, die seit der Ein­füh­rung die­ses Trans­port­diens­tes mit Lan­dungs­boo­ten von der spa­ni­schen Armee an den Strand nach Puer­to Naos gebracht wur­den, um ihre Plan­ta­gen zu bewirt­schaf­ten. Die Boo­te star­ten in Puer­to Taza­cor­te und umfah­ren das Lava­del­ta in 20 Minu­ten. Die Stra­ßen­stre­cke wür­de sonst über die Ost­sei­te ein­fach 1,5 Stun­den benötigen.

18.00 Uhr - Ein Vul­kan­berg wächst im Zeit­raf­fer -

 

18.20 UhrEtwa 14.000 Beam­te der Guar­dia Civil haben wäh­rend des vul­ka­ni­schen Not­stands auf La Pal­ma gear­bei­tet und rund 655x Hil­fe geleis­tet und an der Eva­ku­ie­rung von fast 7.800 Men­schen mitgewirkt.

Sie haben in ver­schie­de­nen Auf­ga­ben gear­bei­tet, um die Sicher­heit der Bewoh­ner von La Pal­ma zu gewähr­leis­ten, und haben auch an Bür­ger­si­cher­heits­ein­hei­ten, Ver­kehrs­grup­pe, Ermitt­lungs­ein­hei­ten (Infor­ma­ti­ons- und Jus­tiz­po­li­zei), Sepro­na, Luft‑, Kynologie‑, Berg- und See­dienst und SEDEX teilgenommen.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



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