Ein Vulkanausbruch und seine Auswirkungen

Jetzt beginnt erst die Arbeit an den Vulkan Auswirkungen -

Nicht zu unter­schät­zen sind die lang­wie­ri­gen Aus­wir­kun­gen eines Vul­kan­aus­bruchs. Es sind nicht nur die stän­di­gen Erd­be­ben, das Getö­se, die aus­ge­wor­fen Lava, der Asche­re­gen und die gif­ti­gen Gase. Gera­de die lan­gen Lava­strö­me über 10 Kilo­me­ter Län­ge und bis zu 3,2 Kilo­me­ter Brei­te, die alles begra­ben haben.

Auch wenn der Vul­kan Cabe­za jetzt ruht und still ist und kein Mag­ma­nach­schub mehr zu erwar­ten ist, bleibt die Lava hoch auf­ge­türmt lie­gen. Es ist nicht wie bei einer Schnee­la­wi­ne, die irgend­wann dahin schmilzt. Erkal­te­te Lava ist ein har­tes Basalt­ge­stein, das als Zeug­nis oder blei­ben­de Erin­ne­rung an die Erup­ti­on in Schich­ten von 70 bis 80 Meter Höhe ein­fach lie­gen bleibt und auch vie­le Stra­ßen und Wege unter­bro­chen hat.

Ers­te Ver­su­che bereits erkal­te­te Lava und in dün­ner Schicht von 4 bis 5 Meter Dicke zu ent­fer­nen, fin­den auf einem klei­nen Teil­stück an der Kreu­zung in La Lagu­na statt. Die Bag­ger bei­ßen sich dabei die Zäh­ne aus, aber es soll­te auch mit­hil­fe einer Art Ram­pe in den nächs­ten Tagen mög­lich sein, eine Schot­ter­pis­te über die gera­de ein­mal 100 Meter Stre­cke pro­vi­so­risch zu errichten.

Damit kön­nen dann zumin­dest die abge­schnit­te­nen erhal­te­nen Häu­ser von ihren Bewoh­nern wie­der erreicht wer­den. Auch die Ver­sor­gung mit Strom und Was­ser, das schnell über den Lava­strom ver­legt wer­den kann, soll­te dann kein Pro­blem sein.

All die­se Schwie­rig­kei­ten gab beim letz­ten Vul­kan­aus­bruch vor 11 Jah­ren damals auf El Hier­ro nicht. Es war ein Unter­was­ser­aus­bruch vor der Küs­te, der auf die Infra­struk­tur der Insel fast kei­ne Aus­wir­kun­gen hatte.

Was ist mit den Häusern die Mitten im Lavastrom liegen?

Das wird ein grö­ße­res Pro­blem, wenn Häu­ser von Lava­ber­gen ein­ge­schlos­sen sind. Zunächst muss die Lava küh­len und aus­ga­sen. Ein gefahr­lo­ses Betre­ten wird erst in Mona­ten mög­lich sein. Dann auch nur zu Fuß erreich­bar. Eine Stra­ße oder Weg dort­hin zu bau­en, wird kei­ne Prio­ri­tät haben, falls es über­haupt tech­nisch und finan­zi­ell mög­lich ist. Ich den­ke, die­se Häu­ser wer­den auf­ge­ge­ben und das Gebiet als Natur­schutz­ge­biet ausgewiesen.

Grund­sätz­lich muss über­legt wer­den, wo noch gebaut oder reno­viert wer­den darf. Aus Feh­lern der Ver­gan­gen­heit soll­te man ler­nen, um in 3, 10 oder viel­leicht auch erst 50 Jah­ren nicht wie­der das glei­che Dilem­ma beim nächs­ten Vul­kan­aus­bruch zu erleben.

Der gesam­te Süd­be­reich von La Pal­ma ist und bleibt akti­ves Vul­kan­ge­biet. Vom Vul­kan Cabe­za süd­lich über Fuen­ca­li­en­te bis zur Ost­sei­te von Tiga­la­te (Mazo). Hier liegt inmit­ten unter der Cumbre Vie­ja in 10 bis 13 km Tie­fe die Mag­ma­kam­mer. Die­se Kam­mer wan­dert nur lang­sam durch die Kon­ti­nen­tal­drift jähr­lich um 4 bis 5 cm nach Süd­wes­ten. Der Nor­den von La Pal­ma ist totes Vul­kan­ge­biet. Es ist sehr unwahr­schein­lich, daß ab Tija­ra­fe, Punt­agor­da, Gara­fia, Bar­lo­ven­to bis Punt­alla­na in Zukunft eine Erup­ti­on auftritt.

Die Natur erwacht bereits zu neuem Leben

Urlaub auf Texel Niederlande
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Die ers­ten Trie­be in den Kie­fern von La Pal­ma, im berühm­ten Pinus Cana­ri­en­sis, die Feu­er und sogar Vul­ka­nen wider­ste­hen kön­nen, ver­lei­hen bereits den ers­ten grü­nen Fle­cken auf ihren neu­ge­bo­re­nen Zwei­gen die Far­be der Hoff­nung. Ein zumin­dest über­ra­schen­des Bild, das ent­steht, wenn die Insel erst seit Tagen sicher ist, dass der Vul­kan sei­ne Tätig­keit been­det hat.

Kiefer - Auswirkungen

Auch Wis­sen­schaft­ler, die bei der Not­fall­stu­die noch immer an vor­ders­ter Front ste­hen, sind über­rascht. Die Direk­to­rin des Natio­nal Geo­gra­phic Insti­tu­te (IGN), María José Blan­co, hat ein Foto des ers­ten Triebs eines Bau­mes geteilt, der nur Hun­der­te von Metern vom Kegel des Vul­kans Cumbre Vie­ja ent­fernt gefun­den wurde.

 

12.20 Uhr – Der Aus­bruch des Cabe­za hat in sei­nen drei Mona­ten Dau­er fast so viel Mate­ri­al aus­ge­sto­ßen wie die Sum­me der sechs vor­an­ge­gan­ge­nen Erup­tio­nen auf La Pal­ma.  Rund 215 Mil­lio­nen Kubik­me­ter Lava. Zu die­sen Zah­len müss­te noch die unter Was­ser abge­la­ger­te Lava und die Asche hin­zu­ge­rech­net werden.

Dies ist die Mate­ri­al­men­ge, die von den sie­ben Vul­ka­nen aus­ge­sto­ßen wur­de, die La Pal­ma seit der spa­ni­schen Erobe­rung erlebt hat, geord­net vom höchs­ten zum niedrigsten.

1. Aus­bruch Cabe­za vom 19. Sep­tem­ber (2021) 215

2. Fuen­ca­li­en­te (1677÷78) 66

3. San Juan (1949) 51

4. El Char­co / Lajio­nes (1712) 41

5. Tene­guía (1971) 31

6. Mar­tin / Tiga­la­te (1646) 26

7. Tehu­ya (1585) 24

12.40 Uhr - INVOLCAN schätzt die Wahr­schein­lich­keit eines erneu­ten Aus­bruchs in den nächs­ten 50 Jah­ren auf 47 % ein. Die mit ihren Rechen­mo­del­len. Es ist wie Kaf­fee­satz-Lesen. Wenn Invol­can sich da mal nicht wie­der täuscht. Noch Anfang Sep­tem­ber 2021 wur­de von kei­ner unmit­tel­ba­ren Gefahr gespro­chen. Am 19. Sep­tem­ber haben wir es dann gesehen.

16.40 UhrPEVOLCA redu­ziert die Sperr­zo­ne und ermög­licht es mehr eva­ku­ier­ten Men­schen, an die­sem Frei­tag in ihre Häu­ser zurück­zu­keh­ren. Durch die­se Ver­ein­ba­rung dür­fen die Bewoh­ner auf der Nord­sei­te des Lava­stroms ab die­sem Frei­tag um 7:00 Uhr in ihre Häu­ser zurück­keh­ren, deren Häu­ser sich in den Gebie­ten zwi­schen der Küs­te und der La Mon­ta­ña befin­den. Das Gebiet vom Osten des oben genann­ten Ber­ges bis zur Kreu­zung La Lagu­na, ein­schließ­lich der Stra­ße La Aldea; die Häu­ser an der Stra­ße Bai­le Bue­no; die Häu­ser an der Stra­ße Cruz Chi­ca; die Stra­ße Los Cam­pi­tos; die Häu­ser an der Stra­ße Taman­ca (LP‑2) und die Häu­ser an der Stra­ße San Nicolás (LP-212).

Dar­über hin­aus wer­den auch eini­ge Punk­te auf der Süd­sei­te ein­ge­ar­bei­tet und die Rück­kehr von Bewoh­nern der Häu­ser an der Haupt­stra­ße Jedey (LP‑2) und bis Num­mer 6 der oben genann­ten Stra­ße geneh­migt, wo der neue Kon­troll­punkt ange­legt wird. Die Gebäu­de an der Stra­ße Cues­ta Blan­ca, Pite­ras und La Dicho­sa sind in der Ver­le­gung ent­hal­ten, wie in der bei­gefüg­ten Kar­to­gra­phie beschrieben.

Die begrenz­ten Sicher­heits­be­rei­che müs­sen ein­ge­hal­ten wer­den und Gebäu­de, die nach Ansicht der kom­mu­na­len Tech­ni­ker die Bewohn­bar­keits­be­din­gun­gen nicht erfül­len, dür­fen nicht besetzt werden.

17.30 UhrDazu kommt jetzt noch der star­ke Anstieg der Coro­na-Infi­zier­ten auf La Pal­ma. Die 7‑Ta­ge-Inzi­denz liegt heu­te bei 1.637,95. Mehr auf der Coro­na-Sei­te.

Freitag, der 7. Januar 2022

8.55 Uhr - Wolken­frei­es Satel­li­ten­bild vom 3. Janu­ar 2022 vom Satel­li­ten #Sentinel2 des Pro­gramms @CopernicusEU. Gut sind die neu­en Lava­strö­me des Vul­kans Cabe­za auf der West­sei­te von La Pal­ma zu erkennen.

9.10 Uhr - Ges­tern und in der ver­gan­ge­nen Nacht nur klei­ne Erd­be­ben bis ML2,2 aus 10 bis 13 km Tie­fe unter Fuencaliente.

9.30 Uhr – Luft­bild des Vier­tels El Paraí­so (El Paso) – Foto­gra­fie von I Love the World – Hier gibt es jetzt viel zu tun und Vul­kan­asche wegzuräumen.

12.15 UhrDas Cabil­do teilt mit: Auf­grund einer Not­maß­nah­me der Quer­ent­wäs­se­rung des Bar­ran­co de Tenis­ca de La Vil­la und Puer­to de Taza­cor­te, wird die LP‑2 Süd­ring­stra­ße PK 55 + 186 vor­über­ge­hend vom 10. Janu­ar bis 10. Febru­ar geschlossen.

16.30 UhrDas Cabil­do instal­liert Kame­ras im Sicher­heits­be­reich des Vul­kans. Der Inno­va­ti­ons­mi­nis­ter Gon­za­lo Pascu­al erklärt, dass es sich um Kame­ras han­delt, die mit der Guar­dia Civil ver­bun­den sind und die Sicher­heit der Men­schen gewähr­leis­ten sollen.

18.00 Uhr – Der Wis­sen­schaft­li­che Aus­schuss emp­fiehlt, sich Lava­strö­men nicht zu nähern, da die Gefahr besteht, den aus­ge­sto­ße­nen Gasen, Erd­rut­schen und hohen Tem­pe­ra­tu­ren aus­ge­setzt zu sein.

18.15 Uhr90 Men­schen, die in Hotels unter­ge­bracht waren, sind an die­sem Frei­tag nach Hau­se zurückgekehrt.

Samstag, der 8. Januar 2022

9.10 Uhr - Mit­tei­lung der IGN – Seit der letz­ten Mit­tei­lung (Tag 4 um 9:00 UTC) wur­den auf der Insel La Pal­ma 9 Erd­be­ben geor­tet, kei­nes davon war von der Bevöl­ke­rung zu spüren.

Die Magnitu­den lie­gen zwi­schen 0,8 und 2,2 (mbLg). Die Lage der Hypo­zen­tren setzt sich unter dem zen­tra­len Bereich von Cumbre Vie­ja in den glei­chen Berei­chen wie in den Vor­ta­gen fort. 3 Erd­be­ben wur­den in Tie­fen zwi­schen 10 und 13 km und 6 in Tie­fen unter 5 km geor­tet. In Tie­fen von mehr als 13 km wur­den kei­ne Erd­be­ben geor­tet. Das Netz der per­ma­nen­ten GNSS-Sta­tio­nen der Insel weist kei­ne signi­fi­kan­ten Ver­for­mun­gen auf, die mit vul­ka­ni­scher Akti­vi­tät in Ver­bin­dung gebracht wer­den könn­ten. Heu­te ver­hin­dert Trü­bung die Mes­sung der Kegelhöhe.

9.20 UhrMes­sun­gen der IGN ober­halb des Vulkankraters.

9.30 Uhr - Wie das Minis­te­ri­um für öffent­li­che Ver­wal­tung, Jus­tiz und Sicher­heit der Regie­rung der Kana­ri­schen Inseln mit­teil­te, wur­de bei dem gest­ri­gen Tref­fen her­vor­ge­ho­ben, dass im Lau­fe die­ses Monats die Wie­der­her­stel­lung des Trink­was­ser­net­zes im süd­li­chen Bereich des Lava­stroms geplant ist.

In die­sem Zusam­men­hang teil­te das Cabil­do de La Pal­ma mit, dass es in den kom­men­den Wochen sowohl die Arbei­ten des Was­ser­trans­ports von Nord nach Süd durch das Feu­er­netz im Gebiet El Pilar als auch die Ver­bin­dung die­ses Net­zes in Fati­ma und Las Nori­as abschlie­ßen will.

10.00 Uhr – Im süd­li­chen Bereich des Lava­stroms um Todo­que oder Puer­to Naos lie­gen noch gro­ße Men­gen Lava-Asche auf den Stra­ßen. Meh­re­re Mil­lio­nen Kubik­me­ter Par­ti­kel, die erst ent­fernt wer­den kön­nen, sobald die Gas­kon­zen­tra­ti­on nach­lässt. Erst dann kön­nen Stra­ßen geräumt und die Was­ser- und Strom­ver­sor­gung instand­ge­setzt werden.

10.10 Uhr – Wäh­rend der 85 Tage, in denen der Vul­kan Cumbre Vie­ja aktiv war, wur­den zwei sepa­ra­te Epi­so­den von sau­rem Regen fest­ge­stellt, die den kana­ri­schen Kie­fern­wald betra­fen, auf dem Que­ma­da-Berg und in den obe­ren Tei­len des Cumbre Vie­ja-Kamms gemes­sen wur­den. Es ist das ers­te Mal, dass die­ses Phä­no­men auf den Kana­ri­schen Inseln beob­ach­tet wur­de, und jetzt arbei­ten Bio­lo­gen des Insti­tuts für Natur­pro­duk­te und Agro­bio­lo­gie (IPNA) auf dem pos­tup­ti­ven Feld, um die Fol­gen für die Bio­di­ver­si­tät herauszufinden.

Bis­her scheint die Kana­ri­sche Kie­fer auch das zu über­le­ben. Es wäre in der Insel-Geschich­te sicher auch nicht das ers­te Mal, dass gro­ße Men­gen Schwe­fel­di­oxid bei einem Vul­kan­aus­bruch aus­ge­sto­ßen und abge­reg­net hät­ten. Die­se Kie­fer hat sich in Jahr­tau­sen­den ange­passt und kann auch sau­ren Regen anschei­nend überleben.

10.30 Uhr – Ein mir zuge­sand­tes Foto von Ger­hard Beck (Dan­ke) aus dem Jah­re 2011 vom heu­ti­gen Vul­kan Cabe­za mit Blick auf das noch nicht zer­stör­te Ari­dane­tal. Dort stand bis vor weni­gen Wochen auch sein Haus, heu­te unter dem Lava­strom begra­ben. Vil­l­eicht fin­det einer unse­rer Exper­ten eine aktu­el­le Auf­nah­me aus die­ser Blick­rich­tung zum Vergleich.

13.30 Uhr - So sieht das Vul­kan Cabe­za im Moment vom Ari­dane­tal betrach­tet aus.

16.20 Uhr - Auch wenn es nichts mit dem Vul­kan zu tun hat, die Coro­na-Zahh­len schie­ßen in die Höhe. La Pal­ma mel­det heu­te 342 Neu­in­fi­zier­te. Die akti­ven Fäl­le lie­gen bei 1723 was einer 7‑Tage Inzi­denz von 1.534,9 ent­spricht. Mehr auf der Coro­na-Sei­te.

  • Fort­set­zung folgt

Wetteraussichten für La Palma



14 Kommentare zu "Ein Vulkanausbruch und seine Auswirkungen"

  1. hof­fent­lich erhal­ten wir wei­ter­hin die­se Berich­te von der Vul­kan­in­sel LaPal­ma, weni­ge Tage genüg­ten um der Zivi­li­sa­ti­on Gren­zen auf­zu­zei­gen. Wir set­zen der Erde an vie­len Orten zu, glau­ben immer noch an die Macht der Tech­nik – wie absurd, es sind gera­de mal ca. 0,2 Kubik­ki­lo­me­ter Mag­ma aus­ge­tre­ten und ver­wüs­ten gro­ße Land­stri­che. LaPal­ma hat noch mal Glück gehabt.

  2. Es wer­den in den Alpen durch här­tes­tes Gestein gewal­ti­ge Tun­nel gefräst/gesprengt/gebohrt, da wird sich doch auf La Pal­ma erkal­te­te Lava wohl nicht als wider­stands­fä­hi­ger erweisen. 

    Ich den­ke das ist daher mehr eine Fra­ge von Ressourcen/Organisation/Improvisation/ und natür­lich Geld. Und letz­te­res dürf­te wohl den Aus­schlag geben, wie kom­for­ta­bel und in wel­chen Zeit­ab­schnit­ten man die Stra­ßen bauen/ausbauen wird. Da dürf­te doch wohl ein EU-Fonds ‚ange­bohrt‘ wer­den können.

    • Manfred Betzwieser | 6. Januar 2022 um 17:46 | Antworten

      Am Geld liegt es nicht. Die Zeit ist dafür noch nicht reif. Die gro­ßen Vul­kan­strö­me sind im Innern noch glü­hend und es ent­strömt noch viel Schwe­fel­di­oxid. Es wird, wie ich mehr­fach geschrie­ben habe, Mona­te dau­ern bis man gefahr­los die Sache ange­hen kann.

      • Das war mir noch in Erin­ne­rung. Mei­ne Anmer­kung bezog sich aber auf die Bag­ger, die dann eben die Auf­ga­be allein nicht lösen können.

        • Die ein­ge­setz­ten Bag­ger sind wohl auch nicht das opti­ma­le Gerät, um mas­si­ve Lava­schich­ten auf­zu­bre­chen. Die in den Bil­dern gezeig­ten Bag­ger­schau­feln eig­nen sich eher zum Weg­schaf­fen von gebro­che­nen Lava­bro­cken oder zum Unter­grei­fen und Auf­bre­chen von Lava­schich­ten, die ent­we­der stark mit Asche und Lapil­li durch­setzt sind oder auf sol­chen Schich­ten auf­lie­gen. Mas­si­ve Lava soll­te bes­ser mit hydrau­li­schen oder pneu­ma­ti­schen Häm­mern ange­bro­chen und dann mit Bull­do­zern und Krü­mel­wal­zen zer­klei­nert wer­den. Das wird im Moment ver­mut­lich auf der Insel nicht so wie benö­tigt vor­han­den sein und man muss daher erst ein­mal neh­men was man hat, um die drin­gends­ten Sachen zu machen. Ich den­ke aber schon, dass die Insel­re­gie­rung sich vor Inan­griff­nah­me grö­ße­rer Infra­struk­tur­maß­nah­men von Leu­ten bera­ten las­sen wird, bei denen die ent­spre­chen­de Kom­pe­tenz zum Tages­ge­schäft gehört- also Fir­men, die das auf Island, Hawai oder den fran­zö­si­schen Inseln öfter mal machen müs­sen. Dann wird sicher auch die ent­spre­chen­de Aus­rüs­tung da sein.

          • dkbcanarias | 7. Januar 2022 um 12:38 |

            Schö­ne Hoff­nung – Bera­tung ist unerwünscht…

            Genau das oben Geschrie­be­ne habe ich bereits vor Wochen unse­rem Insel­prä­si­den­ten mit­ge­teilt, nach Kon­sul­ta­ti­on von Cater­pil­lar – das sind näm­lich die Spezialisten.

            Von offi­zi­el­ler poli­ti­scher Sei­te kei­ne Ant­wort… – Cater­pil­lar sagt: Bull­do­zer, sonst nichts.

          • Freut mich, dass mir ein ech­ter Fach­mann da zustimmt- ich hab‘ mir mein biss­chen Kennt­nis über Vul­kan­la­va und ihre Besei­ti­gung sei­ner­zeit nur auf Grund einer Pro­jekt­an­fra­ge aneig­nen müs­sen. Dei­nen Bei­trag zu dem The­ma (ich neh­me mir als ehe­ma­li­ger „Teil­zeit-Pal­me­ro“ das Du ein­fach mal als insel­üb­lich her­aus) muss ich über­le­sen haben- tut mir leid.

            Ja, als „Alman“ im wei­tes­ten Sin­ne Süd­eu­ro­pä­ern einen guten Rat zu geben ist manch­mal nicht ganz ein­fach, ich habe das an unse­ren Pro­jekt­part­nern in meh­re­ren EU-Pro­jek­ten auch ler­nen müs­sen. Je indi­rek­ter, des­to bes­ser. Das wird bei den Insel­spa­ni­ern wohl nicht anders sein und der hohe Anteil von Leh­rern im Cabil­do (das war zumin­dest in der Zeit, in der ich regel­mä­ßid auf La Pal­ma ver­kehr­te, so und wird sich wohl nicht groß geän­dert haben) macht das sicher nicht viel einfacher.
            Aber nicht locker las­sen, La Pal­ma ver­dient auch in tech­ni­scher Hin­sicht das Beste!

  3. Jetzt zwei ganz ande­re The­men in Sachen Vulkanfolgen:

    1) Mäu­se­pla­ge in El Paso: erst durch das Groß­feu­er aus­ge­löst, dann durch den Vul­kan­ver­stärkt und drit­tens durch die seit Jah­ren auf­grund Druck von „eco­lo­gis­tas“ unter­blieb­nen Anti-Rat­ten-und-Mäu­se-Kam­pa­gnen sei­tens des Ayun­ta­mi­ent­os, hat es eine star­ke Wan­de­rung von Mäu­sen und Rat­ten Rich­tung Zen­trum El Paso gege­ben. Mein Kol­le­ge Wil­liam von der klei­nen Fer­re­te­ría gegen­über Hider­di­no berich­tet, daß er vie­le hun­dert Packun­gen Kleb­stoff und kon­ven­tio­nel­le Mäu­se­fal­len in den letz­ten Wochen ver­kauft hat – ich hat­te auch eine Mäu­se-Fami­lie im Haus…

    2) Gefahr für Dächer, die mit der teja fran­ce­sa gedeckt sind, beim nächs­ten Regen, sie­he Bild. Die Vul­kan­asche wird von Regen ja nicht ein­fach weg­ge­spült wie Staub, son­dern bleibt schön lie­gen. Auf dem Bild gut zu erken­nen, daß sie die Was­ser­ab­lauf-Kanä­le der teja fran­ce­sa ver­stopft. Fol­ge ist, daß das Regen­was­ser seit­lich ins Dach fließt und kurz- sowie mit­tel­fris­tig gro­ße Schä­den anrich­ten kann, vor allem, wenn kei­ne Unter­spann­bahn vor­han­den ist und die Holz­kon­struk­ti­on naß wird. Es gilt nach wie vor: ab 18% Holz­feuch­te wird es gefähr­lich in dem Sin­ne, daß Holz dann einen idea­len Nähr­bo­den für tie­ri­sche (Holz­wurm) und pflanz­li­che (Pil­ze) Schäd­lin­ge bie­tet. Nur Dach­rin­nen säu­bern wird also nicht aus­rei­chen: in vie­len Fäl­len müs­sen wohl die tejas fran­ce­sas ein­zeln ange­ho­ben wer­den und die Vul­kan­asche am bes­ten mit einem Indus­trie-Staub­sauger abge­saugt werden.

    YaYa Mate­ria­les SLU – Neil Spind­ler – 922.485.450

  4. Foto einer vom Vul­kan­sand blo­ckier­ten teja fran­ce­sa kommt hier

    • Wo ist das Foto? Viel­leicht gibt es auch einen Link dazu?
      Lei­der ver­mis­se ich die nach­voll­zieh­ba­re Beschrei­bung der „teja francesa“.
      Wo sind da Kanä­le die ver­stop­fen kön­nen? Ken­ne nur Dach­zie­gel an denen das Was­ser ober­fläch­lich abläuft.

  5. Um den der­zeit nicht auf La Pal­ma Anwe­sen­den ein prak­ti­sches Bei­spiel zum The­ma „Asche auf­räu­men“ zu geben: auf mei­nem 8000 m² gro­ßen Grund­stück in Las Man­chas unter­halb vom Fried­hof lie­gen ca. 50 cm Asche, also 4000 m³, spe­zi­fi­sches Schütt­ge­wicht tro­cken ca. 1,35, mit­hin ca. 5400 Ton­nen. Gro­ße Mul­den­kip­per kön­nen ca. 30 Ton­nen zula­den – also reden wir von ca. 180 Ladun­gen – haha. 

    Also: 1a fri­sche Lavaa­sche, öko­lo­gisch ein­wand­frei und unbe­han­delt, an Selbst­ab­ho­ler zu verschenken !

  6. Foto

  7. Zum Blog-Ein­trag 10:30 – „Blick auf Mon­ta­na Todoque“.
    Hier ein Ver­gleichs­bild mit­tels Goog­le Street View von der LP212 (Goog­le-Koor­di­na­ten). Das ent­spricht weit­ge­hend der Per­spek­ti­ve des Fotos von Ger­hard Beck, nur dass die­ser wei­ter oben am Berg war.
    Im Bereich des Bild­vor­der­grunds türmt sich heu­te die Lava am höchs­ten auf, und an der Stel­le des Foto­gra­fen türmt sich die West­flan­ke des Kegels. Aus die­ser Per­spek­ti­ve gibt es zur Zeit kei­ne Fotos, da die­ser Bereich nicht zugäng­lich ist.
    Die Droh­nen flo­gen hier stets höher mit Blick­rich­tung unten auf das Gesche­hen vor Ort und ohne Hori­zont im Blick.
    Das Ver­gleichs­fo­to wird noch eini­ge Mona­te war­ten müssen.

    • Manfred Betzwieser | 8. Januar 2022 um 14:39 | Antworten

      Bes­ten Dank – dann müs­sen wir noch etwas warten.
      Sobald der Bereich frei­ge­ge­ben wird, wird er mein ers­tes Ziel sein. Im Augen­blick ist selbst El Pilar noch Sperr­ge­biet und durch die hohe Vul­kan­asche über­haupt nicht erreichbar.

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