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Was die kanarischen OP-Wartelisten für La Palma bedeuten!
Wer auf den Kanarischen Inseln und besonders auf La Palma lebt oder seinen Ruhestand genießt, schätzt vor allem zwei Dinge: das ganzjährig milde Klima und das sprichwörtlich entspannte Lebensgefühl. „Sosegado“ und „Tranquilo“ gehören hier schließlich zum guten Ton. Wie sich nun zeigt, nimmt allerdings auch das lokale Gesundheitssystem diesen entspannten Rhythmus etwas zu wörtlich.
Gesundheitsministerin Esther Monzón und Adasat Goya, Leiter des Kanarischen Gesundheitsdienstes (SCS), haben die aktuellen Zahlen zu den chirurgischen Wartelisten auf den Tisch gelegt. Das Fazit: Wer auf den Inseln – ob im Hospital General de La Palma oder auf den Nachbarinseln – ein neues Hüftgelenk, eine Routine-OP oder einen sonstigen Plan-Eingriff benötigt, braucht vor allem eines: geduldigen Humor, Durchhaltevermögen und reichlich Sitzfleisch.
34.400 Patienten im Stau: Die nackten Zahlen und der Insel-Faktor
Seit Anfang des Jahres ist die Zahl der Patienten, die auf eine Operation warten, um 8 Prozent angestiegen. Insgesamt stehen derzeit 34.400 Personen auf den medizinischen Wartelisten des Archipels. Um sich diese Zahl einmal bildlich vorzustellen: Das entspricht fast der Hälfte der gesamten Bevölkerung von La Palma – nur eben alle im OP-Hemdchen.
Die wichtigsten Eckdaten des Gesundheitsberichts im Überblick:
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Durchschnittliche Wartezeit: 107 Tage verstreichen im Schnitt von der Diagnose bis zum ersten Schnitt im Operationssaal. Das sind mehr als drei Monate, in denen man auf der Isla Bonita theoretisch Spanisch lernen, den heimischen Garten komplett neu anlegen oder sämtliche Wanderwege der Insel erkunden könnte – sofern das Knie mitspielt.
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Die Langzeit-Kandidaten: Für rund 6.000 Patienten reicht diese Frist bei weitem nicht aus – sie warten bereits länger als ein halbes Jahr auf ihren erforderlichen Eingriff.

Warten auf den Termin/ so könnte es aussehen – Das Hospital General de La Palma in Breña Alta.
Auf kleineren Inseln wie La Palma wiegt das Thema oft doppelt schwer: Zwar deckt das Inselkrankenhaus in Breña Alta die Grundversorgung hervorragend ab, doch für spezialisierte Eingriffe führt der Weg nicht selten über eine Überweisung nach Teneriffa ins Hospital Universitario de Canarias (HUC) oder ins Hospital Universitario Nuestra Señora de Candelaria. Wenn dort die Betten knapp werden, gerät der Terminplan auf den Nachbarinseln schnell ins Stocken.
Persönliche Slalom-Erfahrungen: Zwischen Formulardschungel und Gelassenheit
Dass diese Statistiken keine graue Theorie sind, durfte ich vor Kurzem am eigenen Leib erfahren. Wer auf La Palma schon einmal einen Weg durch das medizinische System antreten musste, weiß: Die eigentliche Herausforderung ist oft nicht der medizinische Eingriff selbst, sondern der organisatorische Hürdenlauf davor.
Wie ein solcher Zickzackkurs zwischen Terminanfragen, bürokratischen Facharzt-Schleifen und dem unvermeidlichen Insel-Rhythmus in der Praxis aussieht, habe ich in meinem Erfahrungsbericht Operation unter Palmen: Mein Slalom durch das palmerische Gesundheitswesen ausführlich dokumentiert. Spoiler vorweg: Man benötigt starke Nerven, aber der Humor darf dabei keinesfalls auf der Strecke bleiben!
Wenn „Mañana“ zur medizinischen Leitlinie wird
Natürlich betrifft diese Statistik in erster Linie planbare, nicht lebensbedrohliche Eingriffe. Wer auf La Palma mit einem akuten Notfall in die Urgencias eingeliefert wird, muss selbstverständlich nicht erst drei Monate im Flur Däumchen drehen.
Dennoch stellt die Situation viele Betroffene – darunter auch zahlreiche Residenten und Auswanderer – vor eine echte Geduldsprobe. Ein Knie, das bei jedem Schritt auf den steilen Pfaden von El Paso oder San Pedro knirscht, oder ein grauer Star, der den freien Blick auf die Sonnenuntergänge über dem Atlantik trübt, werden nach 107 Tagen Wartezeit schließlich nicht angenehmer.
Was Patienten auf La Palma jetzt wissen sollten
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Prioritäten im Blick behalten: Dringende und onkologische Eingriffe werden im kanarischen System nach wie vor prioritär behandelt. Die langen Wartezeiten betreffen vor allem die Elektivchirurgie (Eingriffe ohne akute Lebensgefahr).
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Fachärzte und Voruntersuchungen: Oft entsteht der erste Engpass nicht erst vor dem Operationssaal, sondern bereits beim Termin für die vorgelagerte Facharzt-Diagnose (Cita previa). Hier lohnt es sich, hartnäckig nachzufragen.
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Pazienza bewahren: Das Wort „Patient“ stammt bekanntlich vom lateinischen patiens ab, was übersetzt nichts anderes bedeutet als „Aushaltender“ oder „Ertragender“. Selten war ein Begriff auf den Kanaren so treffend besetzt wie heute. Auch auf meiner Seite „Sicher im Ruhestand“ gibt es einiges nachzulesen.
Der Kanarische Gesundheitsdienst (SCS) steht nun unter Zugzwang, die Kapazitäten effizienter zu steuern, um den Trend wieder umzukehren. Bis dahin bleibt den 34.400 Wartenden vorerst nur das Einatmen der frischen, heilenden Seeluft – denn die gibt es auf den Kanaren zum Glück noch völlig ohne Termin und Rezept.
Update vom 04.09.2026: Jetzt liegen auch die Zahlen für La Palma vor –
„Ein sehr hohes Wachstum in relativ kurzer Zeit, wie die Daten des Gesundheitsdienstes der Regierung der Kanarischen Inseln vom 30. Juni 2026 zeigen“, betont Sánchez.
Der sozialistische Abgeordnete konzentriert sich insbesondere auf Patienten, die seit mehr als sechs Monaten auf eine Operation warten. Laut Angaben der PSOE (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei) ist diese Gruppe von 158 Personen im Dezember 2025 auf 251 im Juni 2026 angewachsen.
„Das heißt, 93 Patienten mehr und ein Anstieg um 58,9 Prozent“, sagt Sánchez.
Die PSOE ergänzt, dass auch die Zahl der Patienten mit einer Wartezeit von weniger als sechs Monaten gestiegen sei, und zwar von 1.027 auf 1.310 Personen. Dies entspricht 283 Patienten mehr und einem Anstieg von etwa 27,6 %.
Sánchez weist außerdem darauf hin, dass sich dieser Anstieg in den Wartezeitindikatoren widerspiegelt. Ihm zufolge stieg die durchschnittliche Wartezeit von 88,54 Tagen auf 96,30 Tage, während der Median von 63 auf 77 Tage anstieg.
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Auch in Deutschland ist die Situation bezüglich Fachärztlicher Behandlung nicht befriedigend. Und geht es nach einer bestimmten Partei sollen auch noch die aus dem Ausland stammenden Ärzte das Land verlassen. Würde mich ganz konkret beim Urologen und beim Kardiologen betreffen.
Aber zurück zur Insel; das ist natürlich ein unbefriedigender Zustand der durch die demoskopische Entwicklung nicht besser wird. Es ist einer der Gründe warum ich meine Frau nicht von der endgültigen Übersiedlung nach La Palma überzeugen konnte.
Hallo Frank,
vielen Dank für deinen ehrlichen und sehr treffenden Kommentar!
Du sprichst da einen ganz zentralen Punkt an: Auch in Deutschland bröckelt das Gesundheitssystem spürbar, und die Diskussionen um ausländische Fachkräfte machen die Lage sicher nicht einfacher – gerade wenn man persönlich auf Spezialisten wie den Kardiologen oder Urologen angewiesen ist.
Was La Palma angeht: Ich kann die Bedenken deiner Frau absolut nachvollziehen. Die Insel ist ein Traum zum Leben, aber wenn es um die medizinische Versorgung im Alter geht, muss man ehrlich zu sich selbst sein. Die demografische Entwicklung trifft ein Insel-System im Atlantik doppelt hart, weil der Nachwuchs an Fachärzten extrem schwer auf die Insel zu locken ist.
Wenn gesundheitliche Gründe oder schlicht die Unsicherheit im Raum stehen, ist eine Entscheidung gegen das Auswandern vollkommen verständlich. Oft ist der Kompromiss – Teilzeit auf der Insel und die medizinische Absicherung in Deutschland – am Ende die entspanntere Lösung.
Beste Grüße
Manfred