Wenn der Wind in Mazo Schicksal spielt
Flughafen La Palma Landung: Wer schon einmal auf La Palma gelandet ist, weiß: Der Anflug auf den Flughafen SPC (Mazo) ist kein gewöhnlicher Flug – es ist ein Erlebnis. Doch heute erreicht der Nervenkitzel ein neues Level. Während die meisten von uns den Kaffee sicher am Boden genießen, leisten die Piloten über unseren Köpfen Millimeterarbeit gegen die unberechenbaren Naturgewalten der Insel.
Die berüchtigten Fallwinde: Wenn La Palma „pustet“
La Palma ist wunderschön, aber ihre Topografie hat es in sich. Wenn der Wind aus den falschen Richtungen über die Cumbre weht, entstehen am Flughafen Mazo sogenannte Fallwinde und heftige Turbulenzen – Siehe Windalarm.
Heute ist einer dieser Tage. Die Windsäcke am Rand der Landebahn stehen nicht einfach nur im Wind – sie scheinen fast zu peitschen. Für die Piloten bedeutet das: Konzentration am Limit.

Durchstarten oder Landen? Ein Tanz auf Messers Schneide
Es ist ein dramatisches Schauspiel, das sich heute am Himmel über der Ostküste abspielt:
- Der erste Versuch: Eine Maschine setzt zum Sinkflug an, wird von einer Böe erfasst, schwankt bedrohlich und – Roooaaar – die Triebwerke heulen auf. Go-Around! Das Flugzeug zieht steil nach oben. Sicherheit geht vor. Video im Lapalma1-Forum.
- Die Warteschleife: Geduld ist die wichtigste Tugend der Passagiere im „Holding“. Über dem Atlantik ziehen die Maschinen ihre Kreise, warten auf ein Lücke im Wind-Chaos.
- Die wagemutigen Sieger: Dann gelingt es einem Piloten. Mit sichtbaren Korrekturen an den Querrudern, wackelig, aber mit eiserner Präzision, setzt das Fahrwerk auf. Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen am Flughafenzaun. Applaus in der Kabine ist hier heute garantiert! Auch die Fluggesellschaft Marabu hat es nach dem 3. Versuch geschafft.
Binter bleibt am Boden: Wenn die Inselhüpfer Pause machen
Normalerweise sind die hellgrünen Maschinen der Binter Canarias wie ein Uhrwerk. Doch heute sieht man sie ungewöhnlich oft stillstehend auf dem Vorfeld. Die Flotte der „Inselhüpfer“ (ATR 72) bleibt heute größtenteils am Boden.
Die kleinen Propellermaschinen sind zwar robust, aber bei den aktuellen Windstärken in Mazo ist ein sicherer Betrieb kaum zu gewährleisten. Viele Flüge zwischen den Inseln wurden gestrichen oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Für die Reisenden heißt es nun: Abwarten, „Café con leche“ trinken und die Naturgewalten bestaunen.
Tipps für Reisende an „Wind-Tagen“
Wenn ihr heute einen Flug von oder nach La Palma habt, hier ein paar Profi-Tipps:
- Status checken: Nutzt die Apps von Binter oder Canaryfly sowie die AENA-Webseite für Echtzeit-Updates.
- Starke Nerven: Ein Durchstartmanöver (Go-Around) ist kein Notfall, sondern ein Standard-Sicherheitsverfahren. Die Piloten sind für genau diese Bedingungen in Mazo exzellent trainiert.
- Alternative: Wenn gar nichts mehr geht, bleibt oft nur die Fähre ab Santa Cruz de La Palma – die ist bei diesem Wind zwar auch schaukelig, bleibt aber meistens im Plan.
Fazit: Der Flughafen Mazo hat heute wieder einmal bewiesen, warum er zu den anspruchsvollsten Airports der Welt gehört. Ein großes Lob an alle Piloten, die uns heute sicher – wenn auch mit ein paar Schweißperlen auf der Stirn – nach Hause bringen!



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