Umgehungsstraße LP-2 El Remo-La Zamora: Tunnel-Projekt neu gestartet!

Geplanter Streckenverlauf der Ortsumgehung LP-2 zwischen El Remo und La Zamora auf La PalmaKartenausschnitt: Geplante Küstentrasse der LP-2 zwischen El Remo und La Zamora.

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Wiederaufnahme nach Behörden-Schlaf: Neue Chance gegen das Tunnel-Projekt El Remo-La Zamora?

Manchmal schüttelt man als Wahl-Palmero einfach nur ungläubig den Kopf über die bürokratischen Kunststücke unserer Inselpolitik. Erinnert Ihr Euch noch an meinen Bericht Ende August? Da hatte das Cabildo La Palma den Fristablauf schlicht verschlafen, und das Verfahren für den umstrittenen Tunnelbau war erst einmal auf Eis gelegt.

Jetzt gibt es die Wende – oder besser gesagt: Runde zwei im Bürokratie-Labyrinth!

Am Freitag, den 11. September, hat das Ministerium für öffentliche Arbeiten im Amtsblatt der Kanarischen Inseln (BOC) offiziell bekannt gegeben, dass das Verfahren zur öffentlichen Information und Konsultation zur Ortsumgehung LP-2 El Remo-La Zamora offiziell neu gestartet wird.

30 Tage Zeit für Einwände und Protest!

Ab sofort haben betroffene Anwohner, Verwaltungen und alle interessierten Bürger exakt 30 Werktage Zeit, um die Projektdokumentation auf der Website des Ministeriums einzusehen und offizielle Einwände, Anmerkungen oder Bedenken einzureichen.

Hier der Link zur Projektdokumentation über die offizielle Bekanntmachung im Amtsblatt der Kanarischen Inseln (BOC Nº 183)

Worum geht es bei diesem Millionen-Projekt eigentlich genau?

Geplant ist der Bau einer neuen Küstenstraße inklusive zweier jeweils 4,8 Kilometer langer Einbahntunnel mit jeweils zwei Fahrspuren. Diese gigantische Röhre soll die Gemeinden Los Llanos de Aridane und Fuencaliente sowie die Straßen LP-209 (Richtung La Zamora) und LP-213 (El Remo) miteinander verbinden.

Tunnelbau oder Infrastruktur für den 2.000-Betten-Wahnsinn?

Schaut man hinter die blumigen Phrasen von „Mobilität und Anbindung“, wird der wahre Beweggrund schnell klar: Dieses Projekt steht in direktem Zusammenhang mit den gigantischen Hotel-Bauplänen an unserer Südwestküste. Wer meinen Beitrag zum Bettenburgen-Wahnsinn in Puerto Naos gelesen hat, weiß, wovor viele Inselbewohner hier Angst haben: Massentourismus auf Kosten der Einheimischen und der Natur.

Da stellt sich mir – und vermutlich nicht nur mir – die ganz drängende Frage: Müssen wir wirklich zig Millionen Euro in den Fels fräsen, nur um den Weg für Betonklötze freizumachen?

Millionen im Fels versenken – während die Energiewende stockt?

In Zeiten, in denen wir auf La Palma immer noch über 92 % unseres Stroms aus teurem und dreckigem Erdöl gewinnen, grenzt ein solches Großprojekt an Verrat an der Zukunft der Insel.

Wäre es nicht tausendmal sinnvoller, diese gewaltigen Summen aus dem Straßenbauabkommen direkt in die regenerative Energiegewinnung auf La Palma zu stecken? Wir sitzen hier auf einem Vulkan-Archipel mit gigantischem Potenzial für Geothermie auf La Palma sowie Wind- und Sonnenenergie. Eine nachhaltige, autonome Energieversorgung würde jedem einzelnen Einwohner auf der Insel sofort nützen – im Gegensatz zu einer Rennstrecke für Mietwagen durch geschützte Naturlandschaften.

Wer sich näher mit der Faszination und den Chancen der Erdwärme beschäftigen möchte, findet in der Fachliteratur spannende Einblicke zur Geothermie und Energiewende

Wie ist Eure Meinung? Jetzt seid Ihr gefragt!

Die offiziellen 30 Tage Einspruchsfrist laufen. Aber auch hier auf der Seite möchte ich wissen, was Ihr darüber denkt!

  • Brauchen wir diese Umgehung wirklich für die Inselentwicklung?

  • Oder ist der Tunnel nur der rote Teppich für die nächsten Bettenburgen?

  • Sollten die Gelder lieber in Geothermie und erneuerbare Energien fließen?

Schreibt Euren Protest, Eure Meinung und Eure Ideen direkt unten in die Kommentare! Lasst uns gemeinsam vernehmbar Kante zeigen!

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Manfred Betzwieser lebt seit 30 Jahren auf La Palma und dokumentiert als Autor und Newsman die Natur, Geologie und aktuellen Entwicklungen der Kanareninsel. Mit tiefem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort bietet er verlässliche Berichterstattung abseits des Massentourismus. Entdecke seine Bücher und Projekte auf der Autorenseite. - Mein Link

2 Kommentare zu "Umgehungsstraße LP-2 El Remo-La Zamora: Tunnel-Projekt neu gestartet!"

  1. So einfach (entweder die budgetierten 328 Millionen für das Tunnelprojekt oder für ein Geothermiekraftwerk auszugeben) funktioniert die Sache leider nicht. Denn die Gelder dafür sollen aus einem Straßenbauabkommen zwischen Canarias und Madrid kommen. Daher können diese Gelder nur für Straßenbauprojekte ausgegeben werden. Man könnte sich also nur überlegen, ob es für la Palma ein sinnvolleres Straßenbauprojekt als dieses Tunnelprojekt gibt.

    • Danke für den sachlichen Einwurf, Ivo! Stimmt natürlich – Bürokratie kennt kein Baukastenprinzip. Aber mal ehrlich: Wenn Madrid uns Millionen nur für Asphalt und Felsenbohrer überweist, während wir auf einem kochenden Vulkan sitzen, sollte man vielleicht dringend das Straßenbauabkommen in ein „Energie- und Straßen-Abkommen“ umtaufen. Oder wir deklarieren das Geothermiekraftwerk einfach offiziell als unterirdische Wärmespeicher-Umgehung!

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