Warnung an alle Wanderer: Warum die größte Gefahr auf La Palma erst JETZT nach dem Regen lauert!

Steinschlag auf der LP-1/ Wandern La Palma ErdrutschgefahrFelssturz auf der LP-1 vor einem Jahr

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⚠️ Heute noch leichter Regen/ Erdrutsch und Steinschlaggefahr!
🌦️ Mazo (10.00 Uhr)
🌧️Temp. 20,6°C
💧 4,8 l/m²
💨 2,5 km/h aus Osten
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Danke für das riesige Interesse an den gestrigen Wetter-Updates!

Nach drei Tagen Dauerfeuer von oben lassen die Niederschläge langsam nach und die Sonne spitzt hier und da wieder durch die Wolken. Wenn das Cabildo in den nächsten Tagen die gesperrten Wanderwege wieder freigibt, wird es viele von euch jucken, die Wanderschuhe zu schnüren.

Aber bitte: Seid jetzt extrem vorsichtig! Aus meiner langjährigen Insel-Erfahrung weiß ich: Die gefährlichste Zeit in den Barrancos beginnt erst genau jetzt.

Spitzenreiter Puntallana: Fast 320 Liter Regen auf den Quadratmeter!

Um zu verstehen, was in den Höhenlagen passiert ist, reicht ein Blick auf die Messwerte: In Monte Puntallana auf der Ostseite fielen bis jetzt unvorstellbare 318,8 Liter Regen pro Quadratmeter! Das ist kein kleiner Schauer mehr, das ist eine massive Durchfeuchtung des gesamten Erdreichs.

Auch wenn die Wege bald wieder geöffnet werden: In den Schluchten und Barrancos herrscht in den nächsten 10 Tagen erhebliche Gefahr von Erdrutschen und Steinschlägen!

Warum drohen Steinschläge erst beim Austrocknen? (Der technische Grund)

Man könnte meinen: „Wenn es aufhört zu regnen, ist doch alles wieder sicher?“ Ein gewaltiger Irrtum! Die Statistik der Wanderunfälle der letzten Jahre zeigt eindeutig, dass sich die meisten schweren Unglücke nach den Starkregenfällen ereignen. Dafür gibt es eine ganz einfache physikalische Erklärung:

  1. Der Hydrostatische Druck: Während des Regens dringt das Wasser tief in kleinste Spalten und Kapillaren des vulkanischen Gesteins ein. Es baut sich ein enormer Wasserdruck im Inneren der Felswände auf.

  2. Die Schwundspannung beim Austrocknen: Scheint nun wieder die Sonne, trocknen die äußeren Felsschichten viel schneller ab als der durchnässte Kern. Durch diesen Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschied entsteht im Gestein eine sogenannte Schwundspannung.

  3. Spaltzugspannung & Rissbildung: Das Felsgestein dehnt sich ungleichmäßig aus und zieht sich zusammen. Es bilden sich Mikrorisse. Wenn dann der innere Wasserdruck nachschiebt, lösen sich selbst tonnenschwere Felsbrocken oder Gerölllawinen ganz ohne Vorwarnung – oft Tage nach dem letzten Regentropfen!

Hinzu kommt: Die Erdwege sind komplett aufgeweicht, Wurzeln haben ihren Halt verloren und der Untergrund ist extrem rutschig.

Ausrüstungs-Tipp für die feuchte Jahreszeit:

Wer jetzt trotzdem auf den freigegebenen Hauptwegen unterwegs ist, sollte auf keinen Fall auf ordentliche Teleskop-Wanderstöcke verzichten. Auf aufgeweichten Erde- und Vulkanaschenböden geben sie den nötigen Halt und entlasten die Knie beim Abstieg enorm.

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Sicherheit geht vor:

Wenn du in den engen Schluchten oder an steilen Felswänden unterwegs bist, gehört in diesen Tagen ein leichter Kletter- oder Bergsteigerhelm in den Rucksack. Ein kleiner Stein aus 20 Metern Höhe reicht sonst schon aus.

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Das große Plus – und die extreme Zweiteilung der Insel

Wir wollen aber nicht nur warnen, sondern auch das Gute sehen:

  • Wasserspeicher voll: Unsere Wasserspeicher auf der Ostseite sind endlich wieder halbvoll gefüllt.

  • Entwarnung beim Waldbrand: Die Gefahr von Waldbränden im Norden und Osten ist erst einmal auf Null gesunken.

Aber die Zweiteilung der Insel bleibt bizarr:

Das Aridanetal im Westen bis hinauf nach Puntagorda sowie der gesamte Süden gingen nahezu leer aus! In Las Manchas wurden lächerliche 0,2 l/m² gezählt, in Puntagorda 0,3 l/m². Dort herrscht weiterhin Trockenheit, während der Osten im Wasser schwimmt.

Ausblick: Die nächsten Schauer kündigen sich schon an!

Atmet durch, aber packt die Regenjacken nicht zu tief weg. Laut der aktuellen Prognose der AEMET kündigen sich ab dem kommenden Mittwoch bereits die nächsten Niederschläge an.

Für La Palma ist das ab Oktober völlig normal – der Inselwinter zeigt sich von seiner nassen und grünen Seite.

Mein Appell an euch: Meidet in den nächsten Tagen steile Hangwege, schmale Pfade in den Barrancos und klettert nicht unter brüchigen Felswänden herum. Genießt die frische Luft lieber auf den breiteren, flachen Routen!

Wie sieht es bei eurer Wanderplanung aus? Habt ihr die Schuhe schon geschnürt oder wartet ihr lieber ab? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

UPDATE

17.30 Uhr – Entgegen allen Wettervorhersagen regnet es auf der Ostseite weiter. Es ist jetzt Nieselregen, der nach Prognosen von AEMET bis mindestens Sonntag-Mittag andauern soll. Einige Veranstaltungen wurden inzwischen abgesagt. Ich messe heute bisher 7,6 l/m² Niederschlag.

Sonntag, 04.10.2026

9.00 Uhr  – Der Wettergott hat ein Einsehen und im Osten die Schleusen geschlossen. Heute Morgen nur leicht bewölkt und kein Regen mehr. Temperatur 22.6° C und leichter Wind von 6.8 km/h aus östlicher Richtung – die Luftfeuchtigkeit liegt bei mir in Mazo bei 78 %. Der Flugverkehr läuft wieder normal!

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Manfred Betzwieser lebt seit 30 Jahren auf La Palma und dokumentiert als Autor und Newsman die Natur, Geologie und aktuellen Entwicklungen der Kanareninsel. Mit tiefem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort bietet er verlässliche Berichterstattung abseits des Massentourismus. Entdecke seine Bücher und Projekte auf der Autorenseite. - Mein Link

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