Sturm „Nuria“ trifft La Palma: Warnstufe Rot -
La Palma steht vor einer Naturgewalt, die selbst die erfahrensten Bewohner der Insel in Alarmbereitschaft versetzt. Der Sturm „Nuria“ hat mit voller Wucht zugeschlagen und bringt verheerende Windgeschwindigkeiten mit. Seit 6.00 Uhr heute Morgen tosen starke Fallwinde aus den Bergen auf die Ostseite.
Der Flughafen Mazo ist geschlossen, zumindest konnte bislang kein Flugzeug landen oder starten.
Nach meinen Wetteraufzeichnungen gegen 9.00 Uhr lag die Windgeschwindigkeit bei 46,2 km/h aus westlicher Richtung – Temperatur bei 16,4° C und die Luftfeuchtigkeit bei 79 %. Der Regen ist noch bescheiden bei 2,4 l/m². Noch haben wir den Höhepunkt nicht erreicht.
Ein Sturm, der alles mit sich reißt
Die Luft ist erfüllt von einem unheilvollen Rauschen, während der Wind durch die Straßen und Caminos peitscht und alles, was nicht fest verankert ist, mit sich reißt. Bäume und Palmen biegen sich bedrohlich unter dem Druck der Böen, einzelne Äste brechen ab und fliegen durch die Luft wie Geschosse. Vereinzelt stürzen Bananenstauden um. Die heftigen Fallwinde treffen wie angekündigt besonders die Ostseite der Insel und sorgen dafür, dass selbst die robustesten Strukturen ins Wanken geraten.
Gefährliche Bedingungen überall
Die Auswirkungen des Sturms sind überall spürbar. Auf den Straßen wird das Fahren zur gefährlichen Herausforderung; umgestürzte Bäume und Äste blockieren Wege. Die Behörden raten dringend davon ab, das Haus zu verlassen. Informationen von anderen Inselteilen liegen mir noch nicht vor.
Ein eindringlicher Appell zur Vorsicht
„Nuria“ zeigt uns einmal mehr die Macht der Natur – eine Erinnerung daran, wie verletzlich wir gegenüber ihren Launen sind. Während der Sturm wütet und die Fetzen fliegen, bleibt nur eines zu tun: Ruhe bewahren, sicher bleiben und darauf hoffen, dass diese gewaltige Kraft bald nachlässt. La Palma wird diese Herausforderung meistern müssen – gemeinsam und stark.
Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, werde ich über die Entwicklung berichten …
9.50 Uhr - Der Scheiteltunnel von La Palma ist an diesem Donnerstag aufgrund der von der Generaldirektion für Katastrophenfälle der Kanarischen Inseln ausgerufenen Höchstwindwarnung in beide Richtungen in Betrieb. Der alte Tunnel geschlossen.
10.00 Uhr – Quellen der spanischen Flughafen- und Luftfahrtbehörde (AENA) berichteten, dass es seit der Öffnung des Flughafens von La Palma am Donnerstag um 8:00 Uhr keine Starts oder Landungen erfolgt sind. Es kommt zu Stromausfällen auf der ganzen Insel.
10.30 Uhr – Die höchsten Windgeschwindigkeiten des Tages wurden bis jetzt am Flughafen La Palma gemessen, mit Windböen von 87 km/h.
11.30 Uhr - In San Isidro in Breña Alta wurden bis 11.00 Uhr 125 Liter Niederschlag pro Quadratmeter verzeichnet und 60 Liter in Risco de La Concepción mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h.
Auch Santa Cruz de La Palma ist betroffen, hier fallen 37 Liter pro Quadratmeter, mit überfluteten Straßen und Wasserkaskaden, die über die Treppen kommen.
Jetzt reagiert die AEMET aber schneller:
12.00 Uhr - Auf der Karte ist die ungleiche Verteilung der Niederschläge gut zu erkennen. Das Regen-Zentrum ist um Brena Alta und Brena Baja und Santa Cruz de La Palma im Mittelteil der Ostseite. Im äußersten Nordosten bei Barlovento und im Süden bei Fuencaliente kaum Regen. Bei mir in Mazo bis jetzt 26,4 l/m².

Niederschlag bis 12.00 UHR
15.00 Uhr – Der Regen hat auf der Ostseite nachgelassen. Kaum Wolken am Himmel und sonnig. Der Wind aber wird stärker und kommt mit kräftigen Böen von der Cumbre (südliches Mazo 114 km/h). Der Flughafen steht weiter still. Größere Schäden wurden bislang nicht gemeldet. Mehrfach ist auch am Nachmittag der Strom schon ausgefallen.
15.30 Uhr - Der Sturm hat auch den großen Baum am Eingang zum Castillo de Santa Catalina in Santa Cruz de La Palma gefällt. In diesem Fall zerstörte der Sturm den Ombú (auch bekannt als Buenasombra), einen großen und einzigartigen Baum, der Teil der städtischen Landschaft war.

Foto: Alejandro Hernández
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Die 125 mm in San Isidro waren wohl einer Fehlübermittlung oder einem Meßfehler geschuldet und wurden mittlerweile zurückgenommen.
Scheint so gewesen zu sein. Jetzt wird von Apalmet für „Aquacencio“ 66.8 l/m² angegeben.