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Warten auf den Wetterumschwung: Zwischen Starkwind-Warnung und Frühlingsgefühlen –
Unwetter La Palma Therese 2026: Eigentlich hatte ich mir den 20. März anders vorgestellt. Kalendarischer Frühlingsanfang! Ich sah mich schon mit bei einer Wanderung in der Sonne und der aufblühenden Natur beim Wachsen zuschauen. Doch stattdessen habe ich heute Morgen eher den Eindruck, ich wohne in einer überdimensionalen Waschstraße – inklusive Schleudergang.
Therese macht keine halben Sachen
Wir sind nun am dritten Tag mit Tief „Therese“, und ich muss sagen: Die Dame hat Ausdauer. Gestern am Donnerstag sah es kurz so aus, als würde sie eine Siesta einlegen und uns eine Verschnaufpause gönnen. Pustekuchen! Das war wohl nur das sprichwörtliche Luftholen, um heute mit voller Kraft weiterzutoben. Nach dem großen Wolkenwirbel auf dem Titelbild war auch nichts anderes zu erwarten. Der Wirbel hat übrigens einen Durchmesser von über 2000 Kilomter und der G-Punkt liegt weit westlich von Madaira.

Grafische Darstellung der Unwetters Therese
Die Warnampeln der AEMET leuchten für heute und morgen (Samstag) knallig Orange. Starkwinde und kräftige Niederschläge stehen auf dem Programm. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich am Flughafen in Mazo absolut gar nichts – außer Wolken und Gischt. Flugbewegungen? Fehlanzeige. Auch der Fährbetrieb ist teilweise eingestellt. Wer heute die Insel verlassen oder erreichen wollte, braucht definitiv einen Plan B (und starke Nerven).
Meteorologie und Kalender: Wann kommt er denn nun?
Während Therese draußen das Regiment führt, erinnert mich mein Kalender daran, dass heute, am 20. März 2026, der kalendarische Frühlingsanfang ist. Dieser Moment richtet sich exakt nach dem Stand der Sonne (Tag-und-Nacht-Gleiche) und hoppelt daher im Datum gerne mal ein bisschen hin und her.
Die Meteorologen sind da deutlich entspannter und strukturierter. Für sie hat der Frühling bereits am 1. März begonnen. Warum? Weil sie es gerne ordentlich haben. Die Meteorologie unterteilt das Jahr in vier exakt gleich lange Jahreszeiten, damit sie Wetter- und Klimadaten über lange Zeiträume statistisch besser vergleichen können.
In der Natur auf La Palma ist der Frühling ja eigentlich auch schon längst angekommen – die Mandeln haben geblüht, alles ist grün. Nur hat Therese wohl das Memo nicht gelesen, dass wir jetzt auf „mild und sonnig“ umschalten wollten.
Wie geht es weiter?
Falls du hoffst, dass am Sonntag alles vorbei ist: Ein bisschen Geduld brauchen wir noch.
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Sonntag: Die Warnstufen sinken voraussichtlich auf Gelb.
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Ausblick: Das unbeständige Wettergeschehen dürfte uns leider noch bis Mitte nächster Woche erhalten bleiben.
Ich werde es mir jetzt also in der Stube gemütlich machen, den Windgeräuschen lauschen und darauf warten, dass der Frühling auch wettertechnisch endlich kapiert, dass er heute offiziell Dienstantritt hat. Auch die Stromausfälle können mich dabei nicht stören. Für 5 Stunden fiel am Morgen der Strom aus.
Bleib sicher und lass dich nicht wegwehen! Über den Tagesverlauf werde ich wie gewohnt weiter berichten.
UPDATE
16.00 Uhr – 5 Stunden Stromausfall in Mazo (von 10.00 bis 15.oo Uhr) jetzt bin ich wieder auf Sendung. Einige Binter Flugzeuge konnten am frühen Morgen noch landen und stehen auch jetzt noch auf dem Rollfeld. Mehrere versuchte Landeanflüge von Düsenmaschinen. Zwei konnten um die Mittagszeit landen und kurz darauf auch wieder starten.
16.10 Uhr – Die Schlucht Las Angustias, der natürliche Abflusskanal der Caldera de Taburiente, führt nach den starken Regenfällen in der Region erneut erhebliche Wassermengen. Konkret wurden laut Apalmet am Freitag zwischen Mitternacht und 14:05 Uhr 105,6 Liter pro Quadratmeter (m²) am Roque de Los Muchachos und 42,8 Liter pro Quadratmeter im Nationalpark gemessen.

Barranco Las Angustias wird ausgebaggert – Nahe der Mündung bei Puerto de Tazacorte

Kleine Wasserfälle am Risco de La Concepción (Breña Alta) an diesem Freitag
16.30 Uhr – Die Generaldirektion für Katastrophenschutz aktualisiert die Warnungen vor Wind, Küstenphänomenen und Regen auf den westlichen Inseln und Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote.
Sturm Therese zieht dieses Wochenende weiter in Richtung der Kanarischen Inseln und bringt zunehmend schlechteres Wetter mit sich. Therese bewegt sich von West nach Ost und verstärkt sich allmählich, während mehrere Fronten durchziehen. Alle Inseln werden betroffen sein, Fuerteventura und Lanzarote jedoch weniger stark.
Darüber hinaus kam es auf dem Straßennetz von La Palma zu einigen Erdrutschen, die den Einsatz von Straßenbautrupps erforderlich machten, wie beispielsweise auf der Straße nach Puntagorda, wo eine Fahrspur blockiert wurde oder auf der Straße zwischen Santo Domingo und Llano Negro in Garafía.
Die Leiterin des Zivilschutzdienstes der Regierung der Kanarischen Inseln, Montse Román, hat daher davor gewarnt, „unsere Wachsamkeit nicht zu vernachlässigen“, da die Gefahr bestehe, dass die Schluchten überlaufen und das Gelände aufgrund der aufeinanderfolgenden Stürme in diesem Winter sehr instabil sei, was zu Erdrutschen führt.
17.00 Uhr – Schaut mal in die Webcams (immer verlinkt auf der Wetterseite). Frühlingsanfang auf La Palma: Zum Grausen – Tiefer Winter auf dem Roque und sonst ein wenig einladendes Bild in den Küstenorten. Am angenehmsten sieht es im Moment noch in der Hauptstadt aus.



Hi, diese Website ist super! Hat uns viel geholfen. Allerdings heißt es heute am Airport sei kein Flugbetrieb. Die arrival/departure Website von scyscanner sagt aber das Gegenteil.
Hallo Joachim – Zwei große Maschinen sind um die Mittagszeit gelandet und gestartet. Einig Inselhüpfer von Binter sind kurz nach 7.00 Uhr gelanden und stehen auch um 15.46 Uhr noch an Ort und Stelle. Sonst ist nichts gegangen. Ich habe den direkten Blick auf das Rollfeld.