Netflix-Hit «Florida»: Warum wir den Untergang von La Palma so lieben

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Vom Vulkan zum Tsunami: Was hinter der Fortsetzung des La Palma -Erfolgs steckt!

Warum wir uns freiwillig in den Untergang stürzen

Echte Kriege in den Nachrichten, Klimawandel vor der Haustür und dann setzen wir uns abends gemütlich aufs Sofa, um zuzusehen, wie die Welt untergeht? Es klingt paradox. Aber während ich die Nachricht über die neue Netflix-Serie «Florida» las – die Fortsetzung des norwegischen Megahits «La Palma» – stellte ich mir wieder die Frage: Warum lieben wir Katastrophenfilme so sehr, obwohl die Realität oft schon gruselig genug ist?

Die Lust am Untergang: Das „Safe-Thrill“-Phänomen

Ich beobachte das Genre schon lange. Bereits 2013 schrieb ich über die Tsunami-Theorie auf La Palma und letztes Jahr über die beeindruckende Illusion der Serie «La Palma». Der Erfolg gibt mir recht: Mit 70,3 Millionen Abrufen steht die Serie auf Platz acht der erfolgreichsten internationalen Netflix-Produktionen.

Warum schauen wir das?

  1. Kontrollierte Angst: Im Kino oder auf Netflix erleben wir den totalen Kontrollverlust, während wir sicher in die Decke gekuschelt sind. Es ist eine Art Training für die Psyche.

  2. Katharsis: Wenn die Welt auf dem Bildschirm untergeht, wirken die eigenen Probleme plötzlich klein. Es ist eine emotionale Reinigung.

  3. Das „Was wäre wenn?“: Wir testen im Kopf unser eigenes Überleben. Wäre ich der Held, der den Tsunami kommen sieht, oder das Opfer, das am Strand stehen bleibt?

Von La Palma in die USA: Die Fortsetzung «Florida»

Netflix hat bei den Nordic Media Days in Bergen die Katze aus dem Sack gelassen. Die eigenständige Fortsetzung trägt den Arbeitstitel «Florida» und soll 2027 erscheinen.

Das Szenario ist beklemmend realitätsnah und greift genau das auf, was mich schon vor Jahren fasziniert hat: Die These des Geologen Simon Day. Er warnte bereits in den 90ern, dass ein massiver Erdrutsch an der Flanke der Cumbre Vieja auf La Palma eine Megawelle auslösen könnte. In «Florida» setzt die Handlung nur Stunden nach dem Ausbruch auf La Palma ein. Eine norwegische Gemeinschaft im „Sunshine State“ ahnt nichts davon, dass die Wand aus Wasser bereits auf sie zurast.

Warum «Florida» ein Hit wird

Norwegische Produktionen wie The Wave oder eben La Palma beherrschen das Handwerk des „Real-Horrors“ perfekt. Sie setzen nicht auf stumpfe CGI-Effekte, sondern auf die menschliche Komponente. Wir sehen nicht nur eine Welle; wir sehen eine Gemeinschaft, die mit den Konsequenzen einer Theorie konfrontiert wird, die jahrzehntelang als „unwahrscheinlich“ abgetan wurde.

Fazit: Die Realität als Katalysator

Vielleicht lieben wir Katastrophenfilme gerade weil die Welt so unsicher ist. Sie geben dem Chaos ein Gesicht, einen Anfang und – meistens – ein Ende. Während wir in der Realität oft machtlos sind, bietet uns «Florida» 2027 wieder die Chance, das Unvorstellbare aus der Sicherheit unseres Wohnzimmers zu bezwingen.

Was denkst du? Ist es Eskapismus oder reine Sensationslust? Ich bin jedenfalls gespannt, ob die Serie die wissenschaftliche Beklemmung der Simon-Day-Theorie so packend umsetzt wie ihr Vorgänger.

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Manfred Betzwieser lebt seit 30 Jahren auf La Palma und dokumentiert als Autor und Newsman die Natur, Geologie und aktuellen Entwicklungen der Kanareninsel. Mit tiefem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort bietet er verlässliche Berichterstattung abseits des Massentourismus. Entdecke seine Bücher und Projekte auf der Autorenseite. - Mein Link

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