Zu Besuch auf dem neuen Hochsee-Einsatzschiff der Guardia Civil in Santa Cruz de La Palma –
Guardia Civil Schiff Santa Cruz: Manchmal bietet der Hafen von Santa Cruz de La Palma Einblicke in die vorderste Front der internationalen Sicherheitsarbeit. Heute hatte ich die besondere Gelegenheit, das neueste und größte Patrouillenboot der spanischen Guardia Civil, die „Duque de Ahumada“, nicht nur aus der Ferne zu betrachten, sondern sie direkt an Bord zu besichtigen.
Das Schiff, das regulär im Heimatstützpunkt in Cádiz stationiert ist und zur Grupo Marítimo del Estrecho gehört, beeindruckt bereits beim Betreten durch seine schiere Dimension und die hochmoderne Ausstattung.

Beeindruckend die Größe der Duque de Ahumada mit zwei Zodiac und einem Hubschrauberlandeplatz
Ein schwimmendes Sicherheitszentrum von enormer Größe
Wer bei einem Patrouillenboot an ein kleineres Küstenwachschiff denkt, wird an Bord der Duque de Ahumada schnell eines Besseren belehrt. Mit einer Länge (Länge über alles) von 82 Metern und einer Breite von rund 13 Metern gleicht das Schiff eher einer Fregatte.
Beim Rundgang über die insgesamt fünf Decks wird die Komplexität dieses modernen Einsatzmittels deutlich. Die Brücke bietet eine lückenlose 360-Grad-Sicht und ist mit modernster Radartechnologie, Infrarotsystemen und Satellitenkommunikation ausgestattet. Besonders imposant wirkt das großzügige Helipad (Hubschrauberlandeplatz) am Heck, das für die Aufnahme von mittleren Hubschraubern ausgelegt ist, um Luftunterstützung direkt auf hoher See zu koordinieren. Das Schiff verfügt zudem über ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug (ROV), das Einsätze in bis zu 1.000 Metern Tiefe ermöglicht.

Die Kommandobrücke der Duque de Ahumada
Mit einer Autonomie von 11.000 Seemeilen und der Fähigkeit, 30 Tage am Stück autark auf offener See zu operieren, ist die Duque de Ahumada speziell für langandauernde Missionen im Atlantik konzipiert. An Bord gibt es feste Plätze für 44 Besatzungsmitglieder sowie Kapazitäten für zusätzliche Einsatzkräfte und einen modernen Hospitalbereich zur medizinischen Erstversorgung von bis zu 100 Personen.
Schlag gegen die Drogenkriminalität: Rekordfund südlich der Kanaren
Dass es sich bei diesem Schiff nicht nur um ein theoretisches Vorzeigeprojekt handelt, hat die Besatzung erst vor wenigen Wochen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bei einer großangelegten Operation auf dem offenen Atlantik, weit südlich der Kanarischen Inseln, war die Duque de Ahumada maßgeblich an einem der größten Schläge gegen den internationalen Drogenhandel der letzten Jahre beteiligt.
In einer präzise koordinierten Aktion gelang es der Guardia Civil, ein verdächtiges Frachtschiff abzufangen. Das Ergebnis des Einsatzes war historisch: Fast 40 Tonnen Kokain konnten sichergestellt werden, bevor sie den europäischen Markt erreichten. Dieser Erfolg verdeutlicht, warum der Bau des Schiffes, der rund 35 Millionen Euro kostete (zu 90 % aus dem EU-Fonds für innere Sicherheit finanziert), für die Grenzsicherung so essenziell ist.
Europäische Zusammenarbeit im Kampf gegen die organisierte Kriminalität
Wie Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska bei der Vorstellung des Schiffes betonte, ist die Duque de Ahumada ein zentraler Baustein der europäischen Sicherheitsarchitektur. Neben ihren nationalen Aufgaben zum Schutz der spanischen Gewässer und der Bekämpfung des Schmuggels wird das Schiff jedes Jahr für mindestens vier Monate der europäischen Grenzschutzagentur Frontex unterstellt, um die Außengrenzen der EU im Atlantik und im Mittelmeer zu sichern.

Blick des Kapitäns auf die Hafenanlage von Santa Cruz de La Palma. Im Vordergrund liegt immer noch die ehemalige Google Superjacht „Capricorn“
Mein Fazit des Besuchs: Die Besichtigung der Duque de Ahumada im Hafen von Santa Cruz hat einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Kombination aus enormer technischer Kapazität, der physischen Größe des Schiffes und dem Wissen um die bereits erfolgreich absolvierten, hochriskanten Einsätze auf dem Atlantik zeigt eindringlich, mit welchem Aufwand die Sicherheit auf unseren Meeren gewährleistet wird.
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