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Meine Jagd nach dem seltensten Tajinaste der Welt –
Ende Mai/Juni Natternköpfe Roque de Los Muchachos La Palma: Sagen wir es so, wie es ist: Wenn ich „weltweit einzigartig“ höre, habe ich sofort ein Kribbeln in den Zehen und meine Kamera beginnt, sich wie ein aufgeregter Welpe zu benehmen. Und genau dieses Kribbeln führte mich Ende Mai/Anfang Juni auf den Roque von La Palma, genauer gesagt, ganz nach oben.
Ich bin kein Botaniker, aber wenn man mir erzählt, dass nur an einem einzigen Ort auf dem Planeten eine bestimmte Pflanze wächst, bin ich immer dabei. Und ich rede nicht von irgendeiner Pflanze. Ich rede vom Rosa Tajinaste, wissenschaftlich: Echium wildpretii subsp. trichosiphon (Svent.) Bramwell. Ja, trichosiphon. Versucht das mal dreimal schnell hintereinander zu sagen.
Das Titelfoto oben ist etwas künstlerisch berauscht, aber so sieht es tatsächlich aus!

Ohne Rausch – „Selbst auf der Zufahrtsstraße…“ Ein Vorgeschmack auf die Blütenwunder auf dem Weg zum Roque
Die Straße des Staunens
Ich saß also in meinem Auto und quälte mich die unendlich vielen Kurven zum Roque de Los Muchachos hinauf. Für mich, der keine Höhenangst hat, ist diese Fahrt immer wieder spannend wie eine Achterbahn ohne Sicherheitsbügel. Aber dann… dann geschah es.
Wie das Titelbild oben beweist: Die Magie beginnt nicht erst am Gipfel. Plötzlich tauchten sie auf. Zuerst vereinzelt, wie schüchterne lila-rosa Wächter am Straßenrand. Und dann, als ob jemand einen Farbtopf verschüttet hätte, säumten sie den Asphalt in dichten Reihen. Diese riesigen, kerzenartigen Blütenstände, die fast ungläubig in den tiefblauen Himmel ragen.
Das war der Moment, in dem ich anhalten musste, weil diese Anblicke so surreal waren.
Nur hier. Wirklich.
Das ist der Punkt, an dem der „Spannungs“-Teil meiner Geschichte ins Spiel kommt. Diese spezielle Unterart, trichosiphon, wächst nur hier. Nicht auf Teneriffa (dort gibt es den roten Bruder), nicht in den Alpen, nicht im Amazonas. Nur auf dem Roque de Los Muchachos auf La Palma. Und nur für ein paar kurze Wochen im Jahr.
Stellt euch das vor: Ich stehe da, auf einer Straße, die aussieht wie der Weg zum Himmel, und bin einer von nur wenigen Menschen auf der Welt, die genau das sehen. Das ist, als würde man ein Einhorn beim Eierlegen filmen. Okay, vielleicht nicht ganz so dramatisch, aber fast.
Mehr als nur eine schöne Pflanze
Es ist nicht nur die Exklusivität, die mich fesselt. Es ist die schiere Vitalität. Die Tajinastes sehen aus wie von einem anderen Planeten. Sie klammern sich an die unwirtlichsten Felsen, trotzen dem Wind und der Sonne und blühen mit einer Kraft, die einen demütig macht. Inmitten der kargen vulkanischen Landschaft ist dieser Rosa Rausch ein Fest für die Sinne.
Die Luft ist erfüllt vom Summen der Bienen (die Tajinaste ist ein Hotspot für sie, also Vorsicht, wenn ihr allergisch seid), und der Duft… nun ja, er riecht nach… rosa? Sagen wir, er riecht nach Sonne und Überlebenswille.
Ein Tipp für die Abenteuerlustigen unter euch
Wenn ihr, wie ich, eine Schwäche für das Besondere habt und bereit seid, euch auf eine unvergessliche Reise zu begeben, dann markiert euch Ende Mai und Anfang Juni fett im Kalender. La Palma ist eine unglaubliche Insel (und hat viel mehr zu bieten als nur Tajinastes), aber dieser rosa Rausch auf dem Roque… das ist etwas, das ihr sehen müsst, um es zu glauben.
Ich habe mein Abenteuer überlebt. Jetzt seid ihr dran. Vielleicht jetzt schon etwas zu spät. Fühlt das Kribbeln und plant euren eigenen rosa Rausch rechtzeitig für das nächste Jahr.
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Die Art wird aktuell als eigene Art Echium perezii benannt und nicht mehr als Subspezies trichosiphon der Art Echium wildpretii angesehen.
Hallo Dieter,
vielen Dank für die botanische Korrektur! Da bist du taxonomisch absolut auf dem neuesten Stand. Echium perezii merke ich mir sofort – das schreibt und spricht sich glücklicherweise auch ein ganzes Stück leichter.
Schön, dass du den Beitrag gelesen hast und danke für die wertvolle Ergänzung!
Viele Grüße
Manfred