Wie von Geisterhand- der CALIMA

Der Treibhauseffekt macht das Leben schwer –

CalimaCalima – lautlos nähert sich langsam eine bedrohlich wirkende milchige Front.

Kleinste Sand- und Staubpartikel aus der Sahara legen sich über die Küsten der Kanarischen Inseln. Erinnerungen an das Szenario aus “The FogNebel des Grauens” werden wach. Wie die Fotos von Gustavo Dominguez und EMC aus Gran Canaria zeigen.

Das Wetterphänomen Calima verhüllt den Blick und alles Leben darunter. Tonnen von Sand werden im Augenblick aus der Sahara über die Ostinseln bis nach La Palma und darüber hinaus auf den weiten Atlantik geschaufelt.

Staubige Luft, heiße Temperaturen und schlechte Sicht – so lässt sich die Situation nüchtern beschreiben. Es ist kein Sandsturm wie er oft in der Sahara zu erleben ist. Auf La Palma ist es fast windstill. Ohne großes Getöse lautlos und über die Nacht, hat sich ein nebulöser Dunstschleier über die Insel gelegt. Das Naturereignis “Calima” bestimmt im Moment das Leben unter der Sandwolke.

Calima und seine Auswirkungen

Calima

Nur noch die Bohrtürme der im Hafen von Las Palmas liegenden Schiffe erheben sich aus der Wolke (Foto alDia).

Heiße und trockene Luft mit Temperaturen von über 30°C bildet sich darunter. Nicht im Hochsommer, sondern jetzt Anfang März 2017. Wie ein Treibhaus heizen sich die Luftschichten auf und bringen selbst in der Nacht nur eine geringe Abkühlung.

Der globale Treibhauseffekt im Kleinen, jetzt bereits zum testen und verspüren. Natürlich ohne Treibhausgase, aber mit sehr viel Sand. Die Wirksamkeit und die Auswirkung dürfte ähnlich sein. Allerdings ist ein Calima zeitlich beschränkt. Bis Sonntag soll das Wetterphänomen wieder verschwunden sein.

CalimaEin Blick auf die aktuellen Temperaturdaten von La Palma von heute Morgen um 8.10 Uhr zeigt die Unterschiede. Während es im Küstenbereich in Santa Cruz de La Palma bereits 28°C anzeigt, hat es über dem Calima auf dem Roque de Los Muchachos (grüne Zone) nur normale 8 – 11°C.

Auch die Luftfeuchtigkeit unter dem Calima ist rapide, von normal 60 bis 70%, auf jetzt 20% abgefallen. Die aktuellen Messwerte sind hier immer abrufbar.

Genau diese Mischung aus trockener und heißer Luft mit einer extremen Menge von Staubpartikeln (gestern 100 msnm), macht es manchen Menschen schwer, sich jetzt im Freien aufzuhalten.

Asthmatiker und Personen mit Atemwegserkrankungen werden durch die Staubbelastung in der Luft zusätzlich belastet. Mehr Besucher im Hospital und auch die Notarzteinsätze häufen sich.

Auf den Kanaren sind die Menschen an den Calima gewohnt. Mehrmals im Jahr tritt diese Besonderheit auf. Nicht immer so stark wie in diesen Tagen. Über die Folgen in der Landwirtschaft – besonders im Bananenanbau – gibt es sicher in den nächsten Tagen etwas zu berichten.

 

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