Der Roque de los Muchachos ist wieder erreichbar

Roque de los Muchachos

Aufstieg zum futuristischen Firmament -

Roque de los MuchachosNach dem Unwet­ter ist nun auch der Roque de los Mucha­chos von La Pal­ma wie­der befahrbar. 

Als höchs­ter Berg der Insel und Zen­trum der Astro­phy­sik ist er ein Höhe­punkt und Ziel für vie­le Gäs­te und Besucher.

Zunächst ist aller­dings nur die Auf­fahrt im Nord­wes­ten über Gara­fia mög­lich. Die Stra­ße von Osten bleibt wei­ter wegen Erd­rutsch und Stein­schlag gesperrt.

Bei Son­nen­schein, aber eisi­gem Wind und +1 C°, gab es kei­ne Fern­sicht. Auf­ge­ris­se­ne Wol­ken­fet­zen ermög­lich­ten zeit­wei­se den Blick über die Obser­va­to­ri­en und zum blau­en Himmel.

Das neue japa­ni­sche 23 Meter Gam­ma­strah­len-Tele­skop macht Fort­schrit­te. Erst vor weni­gen Tagen wur­den die Gegen­ge­wich­te zur Schüs­sel mon­tiert. Als nächs­tes sol­len die Spe­zi­al-Spie­gel ange­bracht wer­den. Bis zum Herbst 2018 ist die Inbe­trieb­nah­me das Che­ren­kov-Tele­skop geplant.

Roque de los Muchachos

Es ist das ers­te von vier Lar­ge Size Telesco­pes des Che­ren­kov Telescope Array (CTA). Drei wei­te­re gro­ße und 14 mit­tel­gro­ße Tele­sko­pe sol­len bis zum Jah­re 2023 fol­gen. Zusam­men geschal­tet ergibt es dann ein gan­zes Netz­werk von Tele­sko­pen über eine Flä­che von knapp einen Quadratkilometer.

Die­se neue Tech­nik wird ener­gie­rei­che Gam­ma­strah­lung auf­spü­ren und unter­su­chen. Es sind die Teil­chen­schau­er und nano­se­kun­den­kur­ze Licht­blit­ze (die soge­nann­te Che­ren­kov­strah­lung) die beim Auf­tref­fen auf die Erd­at­mo­sphä­re aus­ge­löst wird.

Avant la lett­re – inno­va­ti­ve und zukunfts­wei­sen­de High­tech nur hier auf der nörd­li­chen Erd­halb­ku­gel zu bewundern.

Im Zickzack auf den Roque de los Muchachos

Roque de los MuchachosNicht ganz ein­fach war der Auf­stieg auf den Roque de los Mucha­chos. Unser Aus­flug am Sonn­tag hat­te so sei­ne klei­nen Tücken. Die Auf­fahrt wur­de aller­dings als sicher und mach­bar eingestuft.

Roque de los MuchachosErd­rutsch und Fels­bro­cken ver­sper­ren nach dem Unwet­ter die Stra­ße. Stünd­lich ändert sich die Situa­ti­on. Über­all grie­selt das Gestein von den Hän­gen. Die schon oft beschrie­be­ne Ero­si­on ist wie­der ein­mal in vol­lem Gange.

Auch wenn die insu­la­ren Räum­kom­man­dos flink sind, kön­nen sie nicht gleich­zei­tig an jedem Ort arbeiten.

Nur noch weni­ge Schnee- und Eis­res­te sind in den schat­ti­gen Nord­la­gen auf dem Roque de los Mucha­chos vor­han­den. In den ver­gan­ge­nen Tagen lag die Berg­spit­ze meist über den Wol­ken und hat­te kei­nen neu­er­li­chen Schnee­fall zu ver­zeich­nen (Web­cam heute).

Roque de los Muchachos

Die Abfahrt vom Roque de los Mucha­chos Rich­tung San­ta Cruz de La Pal­ma ist mit Lava­bro­cken blo­ckiert und ein­deu­tig mit „CERRADO“ mar­kiert.

Die Gäs­te waren begeis­tert. „Das ver­ges­se­ne ich nie, dass es doch mög­lich gemacht wur­de den ehe­ma­li­gen Arbeits­platz mei­nes Soh­nes zu sehen, der hier sei­nen Dok­tor der Astro­no­mie gemacht hat“ – so die Aus­sa­ge einer Mitreisenden.

Über die Nord­tan­gen­te Garafia/ Barlovento/ Los Sau­ces ging es wie­der bis zum Prin­cess-Hotel nach Süden in Fuen­ca­li­en­te. 283 Kilo­me­ter gefah­re­ne Stre­cke zeig­te nach 12 Stun­den Aus­flugs­dau­er der Tacho dann an. Für eine klei­ne Insel wie La Pal­ma mit nur 49 km Län­ge doch eine beacht­li­che Kilometerleistung.

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