Seilbahn in Santa Cruz de La Palma

Blick vom Mirador de La Concepción auf Santa Cruz de La Palma
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Fluch, Segen oder einfach nur ein sehr teurer Aufzug?

Seilbahn in Santa Cruz de La Palma: Wer die Serpentinen von Santa Cruz de La Palma hinauf zum Mirador de La Concepción kennt, weiß: Man braucht entweder gute Bremsen, starke Nerven oder viel Geduld hinter einem Mietwagen-Fahrer, der die Aussicht schon während der Fahrt genießt. Doch damit könnte bald Schluss sein. Eine neue Machbarkeitsstudie verspricht den „Quantensprung“ für die Hauptstadt: In unter vier Minuten vom Meeresspiegel auf den Gipfel.

Für Touristen klingt das nach dem ultimativen Urlaubs-Highlight. Für die Einheimischen (die Palmeros) klingt es – nun ja – nach einer weiteren spannenden Folge aus der Serie „Dinge, die wir vielleicht im Jahr 2080 sehen“.

Die harten Fakten: 815 Meter bis zum Glück

Der Stadtrat von Santa Cruz de La Palma hat es schwarz auf weiß. Kein Geringerer als Pep Mirabet Vallhonesta, die spanische Koryphäe für Seilbahnsysteme (mit Erfahrung vom Montjuïc bis Montserrat), hat das Projekt unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis der Studie:

  • Strecke: 815 Meter (fast ein Katzensprung, wenn man nicht senkrecht nach oben müsste).
  • Höhenunterschied: 382 Meter.
  • Reisezeit: 3,8 Minuten (schneller als ein Espresso an der Avenida Marítima).
  • Kapazität: Zwei Kabinen für jeweils 32 bis 40 Personen.
  • Kostenpunkt: Schlanke 10 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Aktuell quält man sich ca. 9 Kilometer über Landstraßen und braucht etwa 15 Minuten. Die Seilbahn wäre also die Abkürzung, von der jeder Kreuzfahrt-Tourist träumt, der nur sechs Stunden Landgang hat.

Realität und Wirklichkeit: Ein kleiner feiner Unterschied

Bürgermeister Asier Antona spricht von einer „modernen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Infrastruktur“. Ein Wendepunkt für die Wirtschaft! Ein Meilenstein für den Tourismus!

Doch hier prallen zwei Welten aufeinander:

Die Sicht der Besucher (Die Realität)

Stelle dir vor: Sie steigen aus dem Schiff, schlendern durch die historischen Gassen von Santa Cruz, hüpfen in eine Hightech-Gondel und schweben über die Dächer der Stadt hinweg zum Kraterrand. Der Blick auf den Hafen, den Teide am Horizont und die bunten Balkone unter Ihren Füßen – das ist Schnappschuss-Gold. 10 Millionen Euro? Ein Schnäppchen für dieses Erlebnis!

Die Sicht der Bewohner (Die Wirklichkeit)

Der Palmero an sich ist ein geduldiger Mensch. Er hat den Vulkanausbruch überstanden, er kennt die „ewigen Baustellen“ und er weiß, dass administrative Mühlen auf einer Insel manchmal so schnell mahlen wie eine erstarrte Lavazunge. Für viele Bewohner klingt „Seilbahn“ nach einem Science-Fiction-Film. Während man sich fragt, ob der Inselrat (Cabildo) die Finanzierung übernimmt, wird in den Cafés der Stadt bereits gewitzelt: „Wird die Seilbahn auch bei Starkwind betrieben? Oder hängen wir dann als Touristen-Pendel über dem Abgrund?“

Ein strategischer Wendepunkt oder Luftschloss?

Stadtrat Juan José Cabrera betont völlig richtig, dass dieses Projekt „gründlich und verantwortungsvoll“ evaluiert werden muss. Denn neben der Technik spielen auch der Naturschutz und die administrative Bürokratie eine Rolle, die auf den Kanaren legendär ist.

Warum das Projekt dennoch eine Chance verdient:

  1. Verkehrsentlastung: Weniger Autos am Mirador bedeuten weniger Abgase und mehr Ruhe am Aussichtspunkt.
  2. Nachhaltigkeit: Elektroantrieb statt Verbrenner-Mietwagen-Kolonnen.
  3. Wirtschaft: Santa Cruz braucht neue Impulse, um als Hauptstadt gegenüber den Strandgebieten nicht den Anschluss zu verlieren.

Abwarten und „Cortado“ trinken

Ist die Seilbahn machbar? Ja. Wäre sie ein touristisches Highlight? Absolut. Wird sie morgen gebaut? Eher nicht.

Die Studie ist der erste Schritt auf einer langen Reise durch die Instanzen. Für Touristen bleibt die Hoffnung auf einen spektakulären „Flug“ über die Stadt. Für die Bewohner bleibt es vorerst ein schönes Gesprächsthema beim nächsten Kaffee.

Eines steht fest: Wenn Pep Mirabet Vallhonesta sagt, es geht, dann hält die Technik. Jetzt muss nur noch die Bürokratie lernen, so schnell zu fliegen wie die geplanten Gondeln.

💬 Wie siehst du das?

Mich interessiert deine Meinung sehr: Findest du das Projekt für Santa Cruz sinnvoll oder hast du Bedenken? Was meinst du: Braucht Santa Cruz wirklich eine Seilbahn für den Tourismus?
Schreib mir deine Gedanken dazu gerne direkt hier unten in die Kommentare (oder roten Icon drücken) – ich lese alles mit und antworte dir dort persönlich.

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Über den Autor

Manfred
Manfred Betzwieser - Buchautor und begeisterter Naturliebhaber. Lebe seit 25 Jahren mit meiner Familie auf der Kanareninsel La Palma. Mehr auf meiner Autorenseite - Mein Link

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