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Sturmtief Therese: Jahresniederschlag in nur fünf Tagen
Endlich! Wenn du heute Mittag um 12:00 Uhr auch einen imaginären Freudentanz aufgeführt hast, bist du sicher gerade auf La Palma. Die Aemet-Warnampeln sind nach gefühlten Ewigkeiten endlich wieder auf Grün gesprungen.
Hinter uns liegen Extremwettertage, bei denen das Wort „Regen“ eine massive Untertreibung war. Sturmtief Therese hat uns ordentlich durchgeschüttelt und besonders im Norden der Insel für Wasserwerte gesorgt, die man sonst eher aus den Tropen kennt.
Die Statistik des Wahnsinns: Ein ganzes Jahr in einer Woche
Lass uns kurz über Zahlen reden, denn die sind absolut irre: Therese hat in den vergangenen 5 bis 6 Tagen in einigen Gebieten Regenmengen von über 700 Litern pro Quadratmeter gebracht.
Um das mal einzuordnen: Das ist mehr als der normale Jahresniederschlag für weite Teile unserer Insel! Was die Natur normalerweise geduldig auf 365 Tage verteilt, hat uns Therese innerhalb einer knappen Woche als XL-Sturzbach vor die Haustür gekippt. Dass die Insel das ohne größere Katastrophen weggesteckt hat, grenzt fast an ein Wunder.
Land unter im Norden: Die Zahlen aus dem Casa Forestal
Besonders heftig traf es die Gegend um das Casa Forestal in Garafía. Allein von Dienstagnacht bis heute Morgen prasselten dort 249,4 Liter pro Quadratmeter nieder. Diese Daten von Apalmet zeigen eindrucksvoll, warum unsere Schluchten (Barrancos) plötzlich zu reißenden Flüssen wurden:
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Barranco de Las Nieves in Santa Cruz de La Palma war nach langer Zeit mal wieder ein echter Strom.
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Barranco de Las Angustias, der natürliche Entwässerungskanal der Caldera de Taburiente, hat stundenlang gewaltige Wassermassen Richtung Meer gewälzt.

Las Angustias-Schlucht nach den starken Regenfällen in La Caldera de Taburiente
Und bei mir in Mazo?
Selbst hier im Osten war es kein gemütliches Nieseln. Heute Morgen fielen bei mir in Mazo noch stolze 26,4 l/m². Mein Garten sieht aktuell eher aus wie eine avantgardistische Reisterrasse, aber die Pflanzen werden es im Sommer danken.
Die gute Nachricht: La Palma hält stand
Trotz der Wassermassen ist unsere Insel glücklicherweise glimpflich davongekommen. Abgesehen von zahlreichen Erdrutschen im Straßennetz, die uns sicher noch ein paar Tage beschäftigen, gab es letzte Nacht keine nennenswerten Vorfälle.
Ein Blick zu unseren Nachbarn zeigt, dass wir echt Glück hatten: Der Norden von Teneriffa und Gran Canaria wurde deutlich härter getroffen, dort standen die Telefone der Notrufzentralen kaum still.
Was jetzt?
Die Sonne traut sich langsam wieder raus, die Ampeln stehen auf Grün und die Insel duftet herrlich nach frischer Erde und Pinien. Es ist die perfekte Zeit, um die spektakulären Wasserfälle zu bewundern, die jetzt überall aus den Felsen schießen – aber bitte fahr vorsichtig auf den Straßen!
Hast du auch Fotos von den fließenden Barrancos gemacht? Schreib es mir in die Kommentare (drück den roten Button rechts unten mit den 3 Punkten) oder ins Forum erzähl mir, wie dein Garten die Wassermassen überstanden hat!



Hallo Manfred,
Schön das das Unwetter durch ist, wie hat eigentlich El Hierro das alles weggesteckt?
Viele Grüße Roland
Hallo Roland,
El Hierro hat das gleiche wie LP erlebt. Auch dort gab es einige Erdrutsche. Sonst aber keine bemerkenswerten Vorfälle.
Es grüßt Dich
Manfred