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Warum 50 Jahre alte Diesel-Dinos laufen und die Geothermie ignoriert wird!
Schon wieder saßen Tausende Haushalte auf La Palma im Dunkeln. Erst der flächendeckende Blackout zu Wochenbeginn, zwei Tage später gleich die nächste Unterbrechung am frühen Morgen. Wenn um 7:23 Uhr die Wohnungsbeleuchtung streikt und die Ampeln ausfallen, kocht auf der Insel zurecht die Wut hoch.
Doch kaum flackert das Licht wieder, beginnt das altbekannte bürokratische Ringelpiez mit Anfassen: Wer ist eigentlich schuld an der Misere?
Endesa zeigte nach den jüngsten Ausfällen rasch mit dem Finger nach oben und winkte ab: „Die Generatoren im Kraftwerk Los Guinchos sind 50 bis 54 Jahre alt – für den Austausch und die Netzplanung sind gefälligst die Behörden zuständig, nicht wir!“
Das klingt nach einer bequemen Ausrede. Doch schaut man hinter die Kulissen des kanarischen Energiemarktes, offenbart sich ein Tollhaus, bei dem der Bürger doppelt zur Kasse gebeten wird – während echte Zukunftslösungen ignoriert werden.
1. Das Museum in Los Guinchos: Warum schnaufen hier 50 Jahre alte Diesel-Dinos?
Dass Generatoren aus den 1970er-Jahren heute das Rückgrat der Stromversorgung einer ganzen Insel bilden, ist ein reines Politikum. Endesa kann auf den Kanaren nicht einfach eigenmächtig drei neue Turbinen bestellen oder auf eigene Faust ein modernes Kraftwerk hochziehen.
Jedes Megawatt und jeder Austausch von Großanlagen muss im staatlichen Entwicklungsplan des spanischen Umweltministeriums und des Netzbetreibers Red Eléctrica (REE) abgesegnet, genehmigt und finanziert werden. Das System blockiert sich selbst: Die Behörden mahlen extrem langsam, Umweltprüfungen dauern Jahre – und Endesa fährt die alten Oldtimer solange weiter, bis sie mit einem lauten Knall den Geist aufgeben.
2. Abkassiert und abgehängt: Wo landet unser Geld auf der Stromrechnung?
Viele Verbraucher fragen sich zu Recht: „Wir zahlen doch monatlich brav unsere Rechnungen an Endesa – wo bleibt das Geld für eine funktionierende Infrastruktur?“
Hier liegt der Denkfehler im System:
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Endesa ist nicht der alleinige Profiteur: Die Strompreise auf den Inseln sind streng staatlich reguliert. Ein dicker Teil dessen, was monatlich abgebucht wird, besteht aus Steuern und staatlichen Umlagen.
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Der teure Inselschluss: Die Erzeugung von Strom aus fossilen Brennstoffen auf einer isolierten Insel ist extrem kostspielig. Damit die Preise nicht völlig explodieren, gibt es einen staatlichen Ausgleichstopf, über den Endesa die Mehrkosten von der Zentralregierung erstattet bekommt.
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Null Druck zur Innovation: Weil das Erzeugungssystem staatlich gepolstert und reglementiert ist, fehlt der echte Marktdruck. Endesa verwaltet den Status quo, während die Politik beim echten Fortschritt auf der Bremse steht.
3. Die ungenutzte Naturgewalt: Warum ignoriert man die Geothermie auf La Palma?
Das Absurde an der ganzen Debatte: La Palma ist eine junge Vulkaninsel. Unter unseren Füßen schimmert gigantische thermische Energie – saubere, unerschöpfliche Geothermie.
Während in Madrid und auf Teneriffa über teure Import-Lösungen und veraltete Diesel-Technik gestritten wird, versauert das Thema Erdwärme seit Jahren in den Schubladen der Bürokraten. Vulkanische Aktivität und unterirdische Hitze müssten längst als grundlastfähige, saubere Energiequelle angezapft werden, anstatt sich von maroden Museumsdampfern im Wärmekraftwerk Los Guinchos abhängig zu machen. Doch für solche Projekte fehlen den Behörden offenbar Mut, Entschlossenheit und das politische Rückgrat.
Fazit: Das perfekte Ping-Pong-Spiel auf unserem Rücken
Am Ende haben wir es mit einem perfekten Zirkelschluss zu tun:
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Endesa schiebt die Verantwortung für die Altertümer auf die langsamen Behörden.
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Die Politik lamentiert über Pannen, blockiert aber seit Jahren echte Innovationen wie die Geothermie.
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Der Bürger zahlt pünktlich seine Stromrechnung, bangt bei jedem Gewitter um seine Geräte und fragt sich, wann in Los Guinchos endlich das 21. Jahrhundert anbricht.
Die ernüchternde Erkenntnis aus dem Kerzenschein: Nicht allein Endesa trägt die Schuld an diesem Dauer-Desaster. Das Cabildo Insular und das Gobierno de Canarias sind durch jahrelange Planungs-Bürokratie, verschleppte Genehmigungen und das Blockieren moderner Alternativen maßgeblich an der Strom-Misere der Insel beteiligt.
Solange sich Konzern und Politik gegenseitig die Verantwortung zuspielen, bleibt der Strom auf La Palma reines Glücksspiel.
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