Kanaren: Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff – Odyssee des Schreckens

Das niederländische Kreuzfahrtschiff MV Hondius/ Hantavirus Kreuzfahrtschiff KanarenDas niederländische Kreuzfahrtschiff MV Hondius
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Die Todes-Route der MV Hondius und das Rätsel um das Andenvirus –

Stell dir vor, du buchst die Reise deines Lebens: Von der Südspitze Argentiniens bis in die entlegensten Winkel des Atlantiks. Doch was als Traumkreuzfahrt auf der MV Hondius begann, hat sich in einen Wettlauf gegen den Tod verwandelt. Während wir hier auf La Palma die Sonne oder heute den seichten Regen genießen, spielt sich auf dem Meer ein medizinisches Drama ab, das nun Kurs auf die Kanaren nimmt.

Bereits drei Menschen haben ihr Leben verloren, darunter ein deutscher Passagier. Doch wie konnte es so weit kommen? Neue Updates am Ende des Beitrags.

Von Ushuaia in die Isolation: Eine Chronik des Ausbruchs

Die Route der MV Hondius liest sich wie das Logbuch einer Entdeckungsreise – doch der unsichtbare Passagier war von Anfang an an Bord.

Datum Ort / Station Ereignis
01. April 2026 Ushuaia, Argentinien Start der Expedition. Vermuteter Ort der Erstinfektion (Andenvirus).
02. – 10. April Antarktis & Südgeorgien Das Schiff ist isoliert im Eismeer. Die Inkubationszeit läuft unbemerkt.
11. April 2026 Auf See Erster Todesfall. Ein Passagier stirbt an Bord; Ursache noch unklar.
24. April 2026 St. Helena Leichnam wird von Bord gebracht. Ehefrau des Verstorbenen erkrankt.
Ende April 2026 Ascension Island Not-Evakuierung eines Briten nach Südafrika.
02. Mai 2026 Johannesburg (Labor) Hantavirus-Bestätigung. Erste offizielle Diagnose des Ausbruchs.
04. Mai 2026 Kap Verde Das Schiff erreicht Praia, darf aber nicht anlegen. Quarantäne auf Reede.
06. Mai 2026 Kurs Teneriffa Evakuierung des Schiffsarztes. Spanien stimmt der Aufnahme zu.
  • 1. April 2026: Das Schiff verlässt Ushuaia (Argentinien). Experten vermuten heute, dass hier der Ursprung liegt. Das gefährliche Andenvirus ist in Südamerika heimisch. Einige Passagiere nutzten die Gelegenheit vor Kreuzfahrtbeginn zu einer Rundreise durch Argentinien und Chile.

  • Die erste Phase: Während das Schiff die Antarktis und Südgeorgien ansteuert, bemerkt niemand die Gefahr. Hantaviren haben eine lange Inkubationszeit von bis zu acht Wochen.

  • 11. April: Der erste Todesfall mitten auf dem Ozean. Die Besatzung ist ratlos.

  • Stationen der Verzweiflung: Über die einsame Insel St. Helena (wo ein niederländisches Ehepaar verstarb) und Ascension Island führt der Weg nun Richtung Norden.

  • Aktueller Status: Das Schiff liegt vor den Kapverdischen Inseln auf Reede. Die Passagiere sind in ihren Kabinen isoliert, während die Niederlande und Spanien die Evakuierung der Schwerstkranken koordinieren. Am kommenden Samstag soll es im Hafen von Granadilla de Abona auf Teneriffa ankommen.

Die Symptome: Warum das Hantavirus so tückisch ist

Was dieses Virus so gefährlich macht, ist seine Tarnung. Es beginnt nicht mit einem Paukenschlag, sondern schleicht sich ein.

1. Die „Grippe-Falle“

In den ersten fünf Tagen fühlen sich die Betroffenen, als hätten sie eine schwere Influenza oder die Seekrankheit.

  • Plötzliches hohes Fieber und Schüttelfrost.

  • Extreme Muskelschmerzen, besonders im Rücken und in den Beinen.

  • Übelkeit und heftige Bauchschmerzen.

2. Der tödliche Umschlag

Nach etwa einer Woche zeigt das Virus sein wahres Gesicht: das Kardiopulmonale Syndrom (HCPS). Die Lungenkapillaren werden durchlässig, die Lunge füllt sich mit Flüssigkeit. Die Patienten haben das Gefühl zu erticken – eine Überlebenschance besteht ab hier oft nur noch durch künstliche Beatmung auf einer Intensivstation.

Kanaren-Präsident schlägt Alarm

Genau hier liegt der Grund für den Zorn unseres Präsidenten. Fernando Clavijo kritisiert die spanische Regierung scharf. Dass Teneriffa als Aufnahmeort für den schwerkranken Schiffsarzt und möglicherweise weitere Passagiere ausgewählt wurde, sieht er als hohes Risiko.

Das Problem: Das Andenvirus ist der einzige Hantavirus-Stamm, der von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Clavijo fordert Transparenz und Sicherheit für die Bevölkerung der Kanaren. Er will verhindern, dass das Virus von den Krankenhäusern in Santa Cruz auf den Rest des Archipels überspringt.

Meine Meinung

Wir auf den Inseln sind eine Gemeinschaft, die vom Meer lebt – aber das Meer bringt diesmal eine Bedrohung mit sich, die wir so noch nicht kannten. Die Evakuierung nach Teneriffa ist ein Akt der Humanität, doch die Sorgen von Fernando Clavijo sind bei einer Sterblichkeitsrate von bis zu 50 % absolut berechtigt.

Was denkst du? Sollten die Kanaren ihre Häfen in einer solchen Notlage öffnen, oder geht die Sicherheit der eigenen Bevölkerung vor?

Updates

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10.00 Uhr – Ministerin García erklärte, dass die 14 spanischen Staatsbürger an Bord, darunter ein Besatzungsmitglied, nach ihrer Ankunft auf den Kanarischen Inseln untersucht und anschließend mit einem Militärflugzeug zum Stützpunkt Torrejón de Ardoz und von dort in das Militärkrankenhaus Gómez Ulloa gebracht werden, da dieses über „Hochsicherheitsisolierungseinheiten“ verfüge, wo sie unter Quarantäne gestellt würden.

14.00 Uhr – Der Transport von Patienten von Praia (Kap Verde) nach Amsterdam sollte planmäßig einen technischen Zwischenstopp zum Auftanken in Marrakesch einlegen. Das Königreich Marokko verweigerte dem Flug jedoch die Einreise, sodass die Operation gestern Nachmittag zum Flughafen Gran Canaria umgeleitet werden musste. Nach der Landung auf den Kanarischen Inseln verkomplizierte sich die Situation aufgrund technischer Probleme. Das medizinische Team des Fluges stellte einen Defekt im elektrischen Unterstützungssystem des Patienten fest, genauer gesagt an einem im Flugzeug installierten Ventil, wie die Generaldirektorin für Zivilschutz und Katastrophenschutz, Virginia Barcones, bestätigte.

Obwohl die Regierung der Kanarischen Inseln Ersatzbatterien bereitgestellt hatte, erteilte das Gesundheitsministerium keine Genehmigung für den Start. Laut Ministeriumsangaben lag der Grund darin, dass die Batterien nicht genügend Reichweite hatten, um die Lebenserhaltung bis zum Erreichen der Niederlande zu gewährleisten, was einen weiteren Zwischenstopp auf dem spanischen Festland erforderlich gemacht hätte. Um die Patientensicherheit zu gewährleisten, wurde beschlossen, auf die Ankunft eines neuen, anders ausgestatteten medizinischen Flugzeugs zu warten. In der Zwischenzeit blieben die Patienten mit externer Stromversorgung im Flugzeug am Flughafen. Schließlich transportierte das neue Flugzeug die infizierten Patienten direkt nach Amsterdam.

15.00 UhrDer Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius hat möglicherweise einen weiteren Fall verursacht. Laut Berichten des niederländischen Senders RTL und des niederländischen Gesundheitsministeriums wurde eine KLM- Flugbegleiterin in Amsterdam ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sie leichte, mit dem Virus vereinbare Symptome gezeigt hatte.

Epidemiologische Untersuchungen legen nahe, dass das Besatzungsmitglied in direktem Kontakt mit der Niederländerin stand, die kürzlich in Johannesburg (Südafrika) nach ihrer Ausschiffung vom Kreuzfahrtschiff verstarb.

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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Buchautor und begeisterter Naturliebhaber. Lebe seit 25 Jahren mit meiner Familie auf der Kanareninsel La Palma. Mehr auf meiner Autorenseite - Mein Link

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