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Von der „Trump-Autobahn“ bis zu den Tech-Giganten: Was wirklich hinter der Ceuta-Krise steckt!
Manchmal sitze ich hier auf La Palma, schaue über den Atlantik Richtung Afrika und frage mich, wie verrückt die Welt da draußen eigentlich noch werden will. Wer glaubt, dass geopolitische Strippen nur in Washington, Madrid oder Rabat gezogen werden, ohne dass wir hier auf den Inseln den Windzug spüren, der täuscht sich gewaltig.
Täglich sickerte in den letzten Tagen mehr Material zu den Ereignissen in der spanischen Enklave Ceuta durch. Erinnern wir uns kurz: Rund 65.000 Menschen machten sich auf den Weg. Anfangs hieß es recht trocken, ein Gerichtsurteil sei der Auslöser gewesen – demnach durften auf dem Seeweg Angekommene nicht einfach direkt zurückgeschickt werden. Nur blöd für diese Theorie: Der Richterspruch war damals schon einen knappen Monat alt. Warum also die plötzliche Eile?
Die Antwort liegt wohl kaum in plötzlicher juristischer Leselust der Ausreisenden. Videos zeigten marokkanische Grenzer, die die Menschenmassen schlicht Richtung spanisches Territorium durchwinkten. Dahinter steckt der uralte Streit um die Westsahara und Marokkos Ärger über Spaniens Annäherung an den Erzrivalen Algerien. Es ist schon eine besondere Ironie der Geschichte: Rabat wettert gegen die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla als „Kolonialerbe“, tritt aber in der Westsahara seit den 70ern selbst als Besatzer auf.
Doch die eigentliche Pointe kommt jetzt – und da spielen Washington und das Silicon Valley Hand in Hand.
Hinterhältige Rhetorik säht Zwietracht
Ein Bericht des von den US-Republikanern dominierten Repräsentantenhauses bezeichnete Ceuta und Melilla eiskalt als „marokkanisches Territorium unter spanischer Verwaltung“. Kein Ausrutscher, sondern gezielter Druck aus den USA. Einerseits ist es persönliche Rache an Madrid: Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez verweigert sich Trumps Eskalationen im Nahen Osten, verbot die Nutzung spanischer US-Stützpunkte für den Iran-Konflikt und spart auch bei der Kritik an Israels Vorgehen in Gaza nicht mit harten Worten. Marokko dagegen rollte den roten Teppich aus, gewährte der US-Marine Hafenrechte in Tanger und benannte eine tausend Kilometer lange Küstenautobahn durch die besetzte Westsahara kurzerhand in „Trump-Autobahn“* um.
Aber es geht hier um weit mehr als nur eine kleine Abrechnung mit Spanien. Es geht um einen gezielten Schlag gegen die Europäische Union als Ganzes.
Den einflussreichen US-amerikanischen „Tech-Bros“ rund um Figuren wie Elon Musk ist die EU seit Langem ein Dorn im Auge. Die Europäischen Institutionen wagen es nämlich, den enthemmten Raubtier-Kapitalismus à la Silicon Valley einzubremsen und den riesigen, kaufkräftigen europäischen Binnenmarkt strikt zu regulieren. Und die Quittungen aus Brüssel tun richtig weh: Erst am 23. Juli setzte es eine saftige Strafe von einer Milliarde US-Dollar gegen Google-Mutter Alphabet wegen Verstößen gegen das europäische Wettbewerbsrecht. Apple (500 Millionen Euro) und Meta (200 Millionen Euro) mussten bereits im Jahr 2025 bluten. In den gläsernen Konzernzentralen kocht die Wut.
EU soll zerschlagen werden
Ein Zerfall oder zumindest eine massive Schwächung der Europäischen Union würde das Ende dieser lästigen Regulierungswut bedeuten. Ohne ein einheitliches europäisches Schutzschild hätten die US-Tech-Giganten leichtes Spiel, die einzelnen Mitgliedstaaten gegeneinander auszuspielen und die Nutzer nach ihren eigenen Regeln zu diktieren.
Um diese Interessen durchzusetzen, hat sich die Trump-Regierung diesmal Marokkos als Hebel bedient. Es dürfte jedoch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die USA – de jure eigentlich Europas Bündnispartner – zu einem Wirkungstreffer gegen unseren Kontinent ausholen. Trump ist für mich kein Friedens- sondern Unruhestifter. Aber jedes Land bekommt den Präsidenten/ Kanzler den es auch verdient!
Was lernen wir auf La Palma daraus? Wenn im Nahen Osten die Säbel rasseln, in den Chefetagen des Silicon Valley die Kassenfeuerwehr brennt und in Washington Machtpolitik betrieben wird, öffnen sich am Rande Europas plötzlich die Schleusen. Geopolitik ist längst kein theoretisches Fach im Schulbuch mehr – sie steht manchmal schneller vor der eigenen Haustür, als uns allen lieb ist.
Wie seht ihr das? Ist die EU das letzte Bollwerk gegen die Großkonzerne oder verhebt sie sich an der Weltpolitik? Schreibt mir eure Meinung dazu gerne unten in die Kommentare – aber bleibt wie immer sachlich!
*Fakten zur „Trump-Autobahn“
- Offizieller Name: President Donald J. Trump Highway.
- Die Strecke: Es handelt sich um die 1.055 Kilometer lange Schnellstraße zwischen Tiznit (im Süden Marokkos) und Dakhla (in der Westsahara).
- Kosten & Status: Das rund 1 Milliarde US-Dollar teure Megaprojekt wurde im Jahr 2025 vollständig fertiggestellt.
- Hintergrund: König Mohammed VI. widmete die Straße dem US-Präsidenten als Zeichen der Anerkennung. Die USA hatten unter Trump die marokkanische Oberhoheit über das umstrittene Gebiet der Westsahara offiziell anerkannt
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