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Hitzeallianz und Helden im Exil: Die aktuelle Lage auf der Insel
Wenn du wie ich auf La Palma lebst oder die Insel wie deine Westentasche kennst, weißt du: Sommer auf den Kanaren ist fantastisch. Es gibt Papas Arrugadas, fantastische Sonnenuntergänge und dieses Gefühl von unendlicher Freiheit. Doch sobald der Kalender Ende Juli anzeigt und der Thermometer-Zeiger nach oben schnellt, schaut jeder Einheimische mit einem leicht nervösen Auge auf die Kiefernwälder der Cumbre.
Und genau jetzt steuern wir wieder auf so einen Moment zu. Ab Donnerstag, dem 30. Juli, um Punkt 11:00 Uhr, gilt auf La Palma (sowie Gran Canaria, Teneriffa, La Gomera und El Hierro) der offizielle Waldbrand-Alarmzustand. Die Generaldirektion für Katastrophenschutz hat die Warnstufe ausgerufen, zusammen mit einer fetten Hitzewarnung für die gesamten Kanarischen Inseln.
Grund dafür? Eine dicke, heiße Saharaluft-Masse schiebt sich zu uns rüber. Auf Gran Canaria klettern die Temperaturen locker über 34 Grad, stellenweise sogar Richtung 38 Grad. Auch bei uns auf La Palma steht das großes Schwitzen an.
Da fragt man sich doch als besorgter Inselbewohner ganz automatisch: Sind wir eigentlich gerüstet, wenn es hier brennt? Oder müssen wir im Notfall mit der Gießkanne ausrücken?
Ich habe mir die aktuelle Lage genauer angeschaut – und die Geschichte hat einen fast schon ironischen Twist.
Helden im Exil: Wo steckt eigentlich die BRIF Puntagorda?
Wer die Insel kennt, weiß: Wenn es im Wald brennt, schlägt die Stunde der BRIF (Brigada de Refuerzo en Incendios Forestales) aus Puntagorda. Das sind die absolut durchtrainierten Profis mit ihren Hubschraubern, die sich mit der Hacke durchs dichteste Gestrüpp schlagen und da weitermachen, wo normale Beine versagen.
Aber wenn du gerade nach Puntagorda fährst und dich wunderst, warum die Kaffeemaschine in der Wache einsam vor sich hin blubbert: Ein Teil der Jungs und Mädels sind gar nicht da!
Schon am 25. Juli ist ein 19-köpfiges Elite-Kontingent (14 Waldbrandbekämpfer, drei Vorarbeiter, ein Techniker und ein Koordinator) von La Palma nach Madrid geflogen. Von dort ging es direkt in den Hölle-Einsatz nach Burgohondo (Ávila) auf dem spanischen Festland. Dort brannten tausende Hektar landesweit. Unsere Isla-Bonita-Brigade stand mittendrin im Qualm, zog Kontrolllinien, stoppte Felsstürze und sicherte Dörfer gegen unberechenbare Winddrehungen.

Einsatz der BRIF aus Puntagorda in Festlandspanien
Und als wäre das nicht genug: Nach vier knallharten Einsatztagen in Ávila wurden sie direkt weiter nach San Martín de Valdeiglesias (Autonome Gemeinschaft Madrid) beordert, um auch dort die Brandlinien zu halten.
Ich ziehe tief den Hut vor diesem Einsatz! Aber mein innerer Monolog flüstert leise: „Leute, kommt bitte baldigst zurück, hier unten wird’s auch langsam ziemlich knusprig!“
Hilfe aus der Luft? Auf dem Festland brennt’s an allen Ecken!
Jetzt könnte man ja sagen: „Hey, kein Stress. Wenn es auf La Palma brennt, schickt uns das Umweltministerium eben ein paar Löschflugzeuge oder Hubschrauber runter!“
Klingt im Theorie-Lehrbuch super. In der Praxis sieht es dieses Jahr aber anders aus. Das spanische Festland erlebt eine historisch harte Waldbrandsaison. Tausende Einsatzkräfte, Löschflugzeuge (Canadair) und Helikopter sind auf dem Festland im Dauereinsatz gebunden.
Wenn auf dem Festland mehrere Großbrände gleichzeitig wüten, kann die Zentralregierung nicht einfach auf Knopfdruck Wasserbomber auf die Kanaren verlegen. Das bedeutet für uns: Wir können in den nächsten Tagen kaum auf schnelle Luftunterstützung vom Festland hoffen. Wir müssen erst einmal mit dem auskommen, was direkt auf den Inseln stationiert ist.
Stehen auf La Palma genügend Löschkräfte zur Verfügung?
Die Kernfrage lautet also: Reicht das, was wir vor Ort haben?
Die ehrliche Antwort ist eine Mischung aus Vertrauen und gesunder Umsicht:
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Die Inselfeuerwehr & CECOPIN sind in Bereitschaft: Auch wenn die BRIF als spezialisierte Verstärkungsbrigade einen Teil ihrer Truppen auf dem Festland hat, ist La Palma nicht komplett ungeschützt. Das Cabildo de La Palma, die lokalen Umweltinspektoren (Medio Ambiente), die Parkranger des Nationalparks Caldera de Taburiente sowie die freiwilligen Feuerwehren (Bomberos de La Palma) stehen auf Bereitschaft.
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Regionale Kanaren-Ressourcen: Das Notfallprotokoll INFOCA und der Katastrophenschutzplan PEFMA ermöglichen es, Ressourcen zwischen den Inseln zu verschieben. Wenn La Palma Unterstützung braucht, können Hubschrauber und Bodentruppen aus Teneriffa oder Gran Canaria angefordert werden – vorausgesetzt, dort brennt es nicht zeitgleich.
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Verstärkung im Detail: Wie sieht das Notfall-Setup auf La Palma wirklich aus?
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Auch wenn derzeit ein 19-köpfiges Elite-Kontingent der BRIF auf dem Festland im Einsatz ist, steht La Palma keineswegs blank da. Die Basis in Puntagorda ist die einzige BRIF-Station auf den gesamten Kanaren und verfügt über eine Gesamtstärke von rund 50 bis 60 Spezialkräften. Durch den Schichtdienst bleibt auch bei Auslands- oder Festlandseinsätzen eine schlagkräftige Rumpftruppe auf der Insel einsatzbereit.
Zusammen mit den lokalen Kräften sieht das Schutzschild der Isla Bonita in den Sommermonaten so aus:
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Rund 500 Einsatzkräfte vor Ort: Neben der verbliebenen BRIF-Mannschaft stehen die Umwelt-Inspektoren des Cabildo (Medio Ambiente), die Parkranger des Nationalparks Caldera de Taburiente sowie die Freiwilligen Feuerwehren (Bomberos de La Palma) in voller Bereitschaft.
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Die Helikopter der BRIF: Zur Standardausrüstung der Basis Puntagorda gehören in der Sommersaison zwei schwere Lösch- und Transport-Hubschrauber (Typ Super Puma / Sokol), die binnen Minuten einsatzbereit sind, um Bodentruppen in unwegsamstes Gelände zu fliegen und Wasserladungen abzuwerfen.
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Schwere Bodenfahrzeuge: Für den direkten Angriff an den Waldrädern und Pisten verfügt die Insel über eine Flotte von geländegängigen Autobombas (Allrad-Löschfahrzeugen mit bis zu 4.000 Litern Wassertank) sowie speziellen Pikup-Ersterkundern, die schnell in enge Kiefernwälder vordringen können.
Das bedeutet: Die Erstschlagskraft auf La Palma ist auch jetzt gesichert. Kritisch wird es erst, wenn ein Großbrand über mehrere Tage wütet und frisches Auswechselpersonal oder massive Unterstützung aus der Luft benötigt wird – denn diese Reserven stecken derzeit auf dem Festland fest.
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Prävention ist jetzt die beste Feuerwehr: Weil die Kapazitäten durch die Welle auf dem Festland angespannt sind, kommt es jetzt auf jeden Einzelnen von uns an.
Was wir jetzt alle tun müssen (und was wir besser lassen)
Wir können das Wetter nicht ändern und die Calima nicht wegpusten. Aber wir können dafür sorgen, dass unsere Feuerwehrleute – ob auf dem Festland oder hier – keinen unnötigen Zusatzstress bekommen.
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Kein Grillen, kein Feuer im Freien: Ja, das Barbecue am Wochenende fällt aus. Verlege die Würstchen lieber in die Bratpfanne.
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Keine Maschinenarbeiten im Wald: Wer jetzt mit der Motorsäge oder dem Freischneider Funken schlägt, riskiert Kopf und Kragen.
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Zigarettenkippen gehören in den Aschenbecher: Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber man kann es nicht oft genug wiederholen.
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Achtsamkeit bei Autos: Stell dein Auto nicht auf trockenem Gras ab – der heiße Katalysator reicht oft schon als Zündfunke.
- Mein Tipp für die Pre-Evakuierungs-Phase: Wichtige Papiere und Dokumente gehören gebündelt in eine feuerfeste Dokumententasche , die man im Ernstfall einfach nur greifen muss
Mein Ergebnis
Unsere Retter aus Puntagorda leisten auf dem Festland fantastische Arbeit und zeigen, wozu die Palmeros fähig sind. Aber während sie in Madrid die Flammen bekämpfen, müssen wir auf der Heimatinsel besonders gut aufpassen. Die Ressourcen sind da, aber sie sind gefordert.
Bleibt kühl, trinkt viel Wasser, haltet die Ohren steif – und lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Alarmglocken in den nächsten Tagen stumm bleiben!
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