Inhalt
Kann man in Puerto Naos wieder beruhigt Strandurlaub machen? Der Fakten- & Zahlen-Check!
Kurz & knapp: Die Frage aller Fragen für La-Palma-Fans: Kann man im einstigen Sonnen-Hotspot Puerto Naos wieder sorgenfrei die Füße in den schwarzen Sand stecken und in den Küsten-Fincas übernachten? Der Inselrat hat am Dienstag, den 27. Oktober 2026, eine weitere Immobilie an der Strandpromenade freigegeben. Doch wie sieht die Realität hinter den Kulissen aus? Wir werfen einen Blick zurück auf die Jahre der Geisterstadt, analysieren die neusten Zahlen des Notfallplans PEINPAL sowie 1.600 Gas-Sensoren und sagen dir mit einem Augenzwinkern, worauf du beim Urlaub achten musst.
Der Blick zurück: Fünf Jahre „Gespensterstadt“ und die ungelöste Zona Negra
Wenn man heute durch die wachsenden Freigaben in Puerto Naos schaut, vergisst man fast, was für ein absoluter Albtraum hinter den Bewohnern und Geschäftsleuten liegt. Fast fünf Jahre lang – seit dem schicksalhaften Ausbruch des Tajogaite-Vulkans im Herbst 2021 – war der einstige Touristen-Hotspot an der Westküste phasenweise eine absolute Sperrzone.
Eine verlassene Geisterstadt am Meer, in der nicht etwa Plünderer das Sagen hatten, sondern ein völlig unsichtbarer, heimtückischer Feind: Kohlendioxid (CO₂).
Warum hält sich das Gas so hartnäckig?
Während die Lava-Ströme nach dem Ende des Ausbruchs im Dezember 2021 relativ schnell erkalteten, kocht es im Untergrund von Puerto Naos und dem Nachbarort La Bombilla bis heute weiter. Wie in einem unterirdischen Druckkessel drückt seither vulkanisches CO₂ aus tiefen Magmakammern nach oben.
Das Tückische an diesem Gas: Es ist schwerer als Luft, geruchlos, unsichtbar und sammelt sich vor allem dort, wo der Wind nicht hinkommt – in Tiefgaragen, Kellern und erdgebundenen Räumen. In der Hochphase der Sperrung gab es Zonen, in denen der Sauerstoff komplett verdrängt wurde.
Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, erinnert sich an die Hintergründe, die ich bereits in meinem ausführlichen Bericht Puerto Naos CO₂: Was steckt hinter der hartnäckigen Zona Negra? beleuchtet habe: Die sogenannte Zona Negra zeigte schmerzlich, dass die Naturgewalten auf La Palma auch Jahre nach dem erloschenen Ausbruch das Leben diktieren können.
Vom Geisterort zur High-Tech-Zone
Monatelang durften Anwohner ihre Häuser nur im Minutentakt und mit CO₂-Messgeräten bewaffnet betreten. Die Behörden standen im Kreuzfeuer der Kritik, die Geduld der Residenten wurde auf eine harte Probe gestellt. Dass wir heute über mehr als tausend freigegebene Einheiten sprechen können, grenzt an ein kleines Wunder der Ingenieurskunst. Aus der abgeriegelten Geisterstadt ist das am strengsten überwachte Küstenviertel Spaniens geworden.
Ein weiteres Puzzleteil an der Strandpromenade: Die neusten PEINPAL-Zahlen
Es geht Schritt für Schritt voran an der Westküste! In der jüngsten Sitzung des Insel-Notfallrats (PEINPAL) am Dienstag (27. Oktober) gab Inselpräsident Sergio Rodríguez grünes Licht für ein weiteres Wohnhaus direkt an der beliebten Promenade Paseo Rosana Simón.
Bevor hier allerdings wieder der Koffer ausgepackt werden darf, schicken die Technik-Teams Messtechnik vor. Erst wenn die CO₂-Konzentrationen in den Räumen dauerhaft im grünen Bereich liegen, gibt es den begehrten Stempel vom Amt.
Damit du den Überblick behältst, wo wir im Oktober 2026 an der Küste aktuell stehen, habe ich die offiziellen Zahlen zusammengetragen:
| Bereich / Status | Anzahl genehmigter Objekte |
| Freigegebene Objekte Puerto Naos | 1.185 Einheiten |
| Freigegebene Objekte La Bombilla | 68 Einheiten |
| Gesamtzahl freigegebener Gebäude (Küste) | 1.253 Objekte |
| Eigentümer-Dossiers in Bearbeitung | 1.086 Anträge |
| Installierte Innen-Sensoren | über 1.600 Stück |
| Externe Umwelt-Messgeräte | 220 Stationen |
Das größte High-Tech-Messnetz der Kanaren: 1.600 wachende Sensoren
Wer glaubt, dass in Puerto Naos und La Bombilla einfach nur die Türen aufgeschlossen werden und man hofft, dass die Luft rein ist, täuscht sich gewaltig. Die Nachwehen des Vulkans werden mit einem beeindruckenden technologischen Aufgebot überwacht.
Insgesamt 1.600 installierte Sensoren in den Gebäuden und 220 externe Messgeräte prüfen rund um die Uhr, was aus den Ritzen des Vulkanbodens strömt. Dazu kommen die Teams der Inselfeuerwehr, die regelmäßig zusätzliche Kontrollgänge durch Grundstücke, Garagen und Keller machen.
Das bedeutet für jeden Gast: Puerto Naos ist heute wahrscheinlich der am besten überwachte Küstenort der gesamten Europäischen Union! Wenn dein Apartment freigegeben ist, kannst du dir absolut sicher sein, dass dort mehr Messtechnik schützt als in jedem normalen Hotelzimmer.
Mein Fazit: Ist der Urlaubsaufenthalt jetzt wieder möglich?
Kommen wir zur Gretchenfrage: Lohnt sich der Urlaub in Puerto Naos wieder und wie fühlt es sich vor Ort an?
Die kurze Antwort:
Ja, ein Urlaubsaufenthalt ist in den freigegebenen Objekten wieder möglich! Aber man muss wissen, worauf man sich einlässt.
Die ehrliche Insel-Perspektive:
-
Kein Spontan-Urlaub auf gut Glück: Wer einfach ohne Buchung anreist und hofft, in jedem beliebigen Haus ein Zimmer zu bekommen, wird enttäuscht. Nur Objekte mit offizieller PEINPAL-Freigabe dürfen vermietet und bewohnt werden. Frag bei deinem Vermieter vorher unbedingt nach!
-
Die Sicherheit piept mit: Die CO₂-Sensoren in den Häusern sind deine Lebensversicherung. Sie schlagen Alarm, falls sich lautlos unsichtbares Gas ansammeln sollte (besonders im Erdgeschoss oder in Kellern). Lüften hält die Luft sauber – und absolute Stille herrscht erst, wenn die Werte dauerhaft stabil sind.
-
La Bombilla bleibt das Sorgenkind: Während Puerto Naos mit 1.185 Einheiten schon wieder richtig auflebt, hinkt das urige Fischerdorf La Bombilla mit mickrigen 68 Freigaben spürbar hinterher. Dort steigt das schwere Gas in manchen Gassen nach wie vor massiv auf.
💡 Tipp für deinen Urlaub an der Westküste
Urlaub an der Westküste macht wieder richtig Freude – die Sonne brennt, der Strand ist da und die Gastronomie erwacht schrittweise aus dem Dornröschenschlaf.
👉 Worauf du achten solltest:
-
Bucht nur zertifizierte Unterkünfte: Achte darauf, dass deine Ferienwohnung über die notwendigen Freigaben verfügt.
-
Respektiert Absperrungen: Wo die Feuerwehr noch Warnschilder stehen hat, sollte man nicht aus Neugier den „Helden“ spielen. Vulkangase sieht und riecht man nicht!
-
Aussicht genießen: Von den oberen Etagen und Balkonen hat man ohnehin die beste Meeresbrise und null Gas-Sorgen.
👉 Mein Buch-Tipp zum Thema:
Möchtest du noch tiefer in die faszinierende Geschichte des Tajogaite-Ausbruchs, die Naturgewalten und das echte Inselleben eintauchen? In meinem Buch La Palma: Vulkanfeuer und Inselfeeling nehme ich dich mit auf eine eindrucksvolle Reise durch die Ereignisse, die Kulissen und die einzigartige Seele unserer Vulkaninsel!
Ich persönlich freue mich über jedes einzelne Haus, das wie jetzt an der Paseo Rosana Simón wieder die Türen öffnen darf. Die Westküste lebt – und das ist die beste Nachricht für unsere Insel!
Erfahre in meinem Ratgeber „Kanaren statt Heizdecke“ alle Fakten zu Lebenshaltungskosten, Krankenversicherung und Behördengängen für Auswanderer und Überwinterer.
👉 Jetzt Ratgeber auf Amazon ansehenGratis Kanal abonnieren & Glocke an!
☕️ Dem Jubi-Insider einen Kaffee spendieren?
Dir gefällt LaPalma1.net frei von nervigen Pop-up-Bannern? Ich stecke viel Herzblut und Zeit in diese unabhängigen Berichte. Wenn du meine tägliche Arbeit und die Serverkosten mit einer kleinen, freiwilligen Wertschätzung unterstützen möchtest, kannst du das ab sofort ganz unkompliziert über meine digitale Kaffeekasse via PayPal tun. Vielen Dank für deine Unterstützung!






Kommentar hinterlassen zu "Puerto Naos: Ist der Urlaub trotz CO2-Gasen wieder sicher?"