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Geothermie auf La Palma: Die Behördenmühlen mahlen – aber bohrt hier bald wirklich jemand?
Kurz & knapp: Wir sitzen auf einem Vulkan, der unter unseren Füßen vor Energie nur so kocht – und importieren fleißig weiter Diesel für unsere Generatoren. Ich predige es ja schon seit gefühlten Ewigkeiten: Die Geothermie ist die Riesenchance für La Palma! Jetzt gibt es endlich Neuigkeiten aus den Amtstuben. Das Amtsblatt der Kanarischen Inseln (BOC) hat die Auflagen für die geplanten Tiefbohrungen veröffentlicht. Doch bevor die Bohrer glühen, müssen noch ein paar Tonnen Papier gestempelt werden. Ein Blick auf den aktuellen Ist-Zustand zwischen Hoffnung, 3.500 Meter tiefen Löchern und spanischem Paragrafen-Dschungel.
Was bisher geschah: Vom heißen Traum zum Bürokratie-Marathon
Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß, wie sehr mir dieses Thema am Herzen liegt. Ich habe mich in der Vergangenheit schon mehrfach mit dem Vorhaben auseinandergesetzt. Wer sich noch einmal einlesen möchte, findet in meinen Beiträgen Geothermie auf La Palma: Grüne Chance oder Vulkan-Risiko? sowie Geothermie auf La Palma: Strom aus der Tiefe alle Hintergründe zur theoretischen Vulkankraft.
Die Theorie ist fantastisch: Unendliche, saubere Energie direkt aus der Erde, 24 Stunden am Tag, unabhängig von Wind und Sonne.
Die Praxis sieht leider oft anders aus: Investoren standen in der Vergangenheit Schlange, kratzten nervös am Boden und zogen dann zähneknirschend weiter, weil die spanischen Mühlen der Bürokratie nicht nur langsam mahlen – sondern manchmal schlichtweg einzuschlafen scheinen. Umso genauer habe ich diese Woche im Amtsblatt (Boletín Oficial de Canarias – BOC) nachgeschaut!
Der Ist-Zustand: 3.500 Meter abwärts in Mazo, Breña Alta und El Paso
Jetzt liegt die offizielle Entschließung auf dem Tisch. Der Entwickler Energía Geotérmica de La Palma, SLU hat grünes Licht für die technischen und umweltbezogenen Auflagen bekommen. Um das EU-Fördergeld nicht durch jahrelange Aktenstapel zu gefährden, hat die Inselregierung das Projekt „Isla de La Palma Sounding“ erfreulicherweise vom langwierigen, vereinfachten Umweltprüfungsverfahren ausgenommen.
Was genau ist jetzt geplant?
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Die Standorte: Untersucht werden Zonen in Villa de Mazo (quasi vor meiner Haustür!), Breña Alta und El Paso.
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Die Bohrtiefe: Es geht nicht um kleine Löcher für die Gartenbewässerung. Geplant sind vertikale Bohrungen von 2.500 bis 3.000 Metern – oder abgelenkte Schrägbohrungen von bis zu 3.500 Metern Gesamtlänge!
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Der Platzbedarf: Jeder Erkundungsstandort benötigt rund 6.500 Quadratmeter Fläche für Maschinen, Schlammlager, Generatoren und Sicherheitszäune.
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│ GEOTHERMIE-ERKUNDUNG LA PALMA (SOLL-ZUSTAND) │
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│ 📍 Gemeinden: Villa de Mazo, Breña Alta, El Paso │
│ 📏 Bohrtiefe: 2.500 m bis 3.500 m (vertikal / schräg) │
│ 📐 Standort-Fläche: ca. 6.500 m² pro Bohrplatz │
│ ⏱️ Untersuchungszeit: 1 Jahr ab tatsächlichem Bohrbeginn │
│ 🎯 Ziel: Herausfinden, ob genug Hitze da ist │
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Bedenken, Flora, Fauna & Knochen: Die Auflagen-Liste ist lang!
Wer glaubt, dass morgen früh die Bagger anrollen, kennt die Kanaren schlecht. Bevor auch nur ein einziger Bohrkopf den Inselboden berührt, muss der Projektentwickler einen Hindernislauf an Auflagen absolvieren:
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Der Wasserrat hat das erste Wort: Der Consejo Insular de Aguas muss erst prüfen, ob die Tiefbohrungen unseren kostbaren Grundwasserleitern, Brunnen oder Wasserstollen gefährlich werden können.
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Schnüffel-Sensoren für Vulkangase: Während der Arbeiten sind automatische Erkennungssysteme für giftige oder entzündliche Erdgase Pflicht. Schlägt der Sensor aus, steht die Maschine sofort still.
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Pufferzonen zu Schutzgebieten: Die Bohrplätze LP3, LP4 und LP5 liegen stramm an den Grenzen von Natura-2000-Schutzgebieten. Hier gilt ein extrem reduzierter Bewegungsradius von maximal 50 Metern.
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Archäologen auf der Baustelle: Bevor gegraben wird, muss der Boden nach Ureinwohner-Relikten (Benahoaritas) abgesucht werden. Findet man eine Scherbe oder Knochen, ist erst einmal Baustopp.
Klartext zum Schluss: Ein Jahr Forschung – wenn die Genehmigung kommt!
So sehr ich mich über diesen amtlichen Schritt freue: Wir müssen realistisch bleiben. Diese Veröffentlichung im BOC ist noch keine finale Baugenehmigung! Es ist der behördliche Rahmenplan für die Erkundung. Erst wenn alle Einzelgenehmigungen vorliegen und die EU-Kommission ihre Umwelt-Ausschlussklausel genickt hat, darf gebohrt werden.
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Sobald der erste Bohrer läuft, ist ein knappes Jahr Forschungsarbeit angesetzt. Erst danach wissen wir sicher, ob unter uns genug Dampf herrscht, um La Palma energetisch unabhängig zu machen.
Ich bleibe für euch an der Belastungsgrenze der Behörden-Akten dran! Denn wenn wir es schaffen, die Wärme tief unter Mazo, El Paso und Breña Alta anzuzapfen, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Sauberen Strom für die Insel und ein kräftiges Lebenszeichen an alle Investoren, dass La Palma Zukunft kann!
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