Goldhaar – ein besonderer Tabak

GoldhaarAnbaufläche der Tabaksorte "Pelo de Oro"

Wenn schon eine Tabaks­or­te die Aus­zeich­nung „Haar des Gol­des“ erhält, muss eine beson­de­re Qua­li­tät und Mys­tik in ihr ste­cken.

Pelo de Oro – das Goldhaar

Goldhaar

Anbau­flä­che der Tabaks­or­te „Pelo de Oro“

Die beson­de­re Tabaks­or­te Pelo de Oro – das Gold­haar gedeiht nur in bestimm­ten Lagen auf La Pal­ma. Eine hohe Luft­feuch­tig­keit, küh­le Näch­te und eine gemä­ßig­te Son­nen­ein­strah­lung sind die Grund­vor­aus­set­zun­gen für einen erfolg­rei­chen Tabak­an­bau, die­ser seit Mit­te des 19. Jahr­hun­dert auf La Pal­ma hei­mi­schen Tabaks­or­te. In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten aber immer mehr von ande­ren Sor­ten ver­drängt wor­den.

GoldhaarDer Samen des Gold­haar stammt ursprüng­lich aus Kuba und wur­de von zurück keh­ren­den Emi­gran­ten nach La Pal­ma mit­ge­bracht.

Vie­le tau­send Pal­me­ros arbei­te­ten in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten auf kuba­ni­schen Tabak­plan­ta­gen und in Zigar­ren Manu­fak­tu­ren.

Kuba und La Pal­ma sind wie Schwes­tern. Es liegt wohl eine Ent­fer­nung von über 6000 km zwi­schen den bei­den Inseln, aber die Spra­che und das Dia­lekt sind eins.

Auch heu­te noch lebt in vie­len pal­me­ri­schen Tabaquer­os und Veguer­os die über­zeu­gen­de Auf­fas­sung:

“mit ihren Füßen auf Afri­ka, dem Sinn in Euro­pa, aber mit ihrem Herz auf Kuba”

Vie­le Pal­me­ros wur­den von ihren aus­ge­wan­der­ten Eltern auf Kuba gebo­ren. Haben dort noch einen Bru­der oder Schwes­ter, eine Tan­te, Onkel oder ande­re ver­wandt­schaft­li­che Bezie­hun­gen. Kuba ist an jeder Ecke von La Pal­ma zu spü­ren und zu sehen.

Heu­te hat sich die Emi­gran­ten-Situa­ti­on aber etwas umge­kehrt. Vie­le Kuba­ner arbei­ten nun in pal­me­ri­schen Puro­ma­nu­fak­tu­ren auf der Insel und fin­den hier ihr Ein­kom­men.

Auch in der Men­ta­li­tät gibt es kei­ne gro­ßen Unter­schie­de. Es ist die Gast­freund­schaft, das lie­be­vol­le Mit­ein­an­der und das gro­ße Herz, das bei­de Bevöl­ke­rungs­grup­pen innigst ver­bin­det. Fest­land-Spa­ni­en in nur 1100 km Ent­fer­nung ist dage­gen Aus­land.

Das Goldhaar bedarf besonderer Pflege

GoldhaarNur in den Las Bre­ñas auf 600 Meter Höhe im Ost­teil von La Pal­ma, lie­gen die­se opti­ma­len Kli­ma­be­din­gun­gen vor, um den Pelo de Oro zu züch­ten. Don Anto­nio hat­te Ende April rund 10.000 Pflan­zen der selbst­ver­mehr­ten Sor­te „Gold­haar“ in den Boden gebracht. Unter gedämpf­tem Son­nen­licht sind bis Ende Juli die ers­ten Deck­blät­ter nun ern­te­reif.

Can­dy sor­tiert nach Grö­ße und Qua­li­tät und berei­tet das Gold­haar für den anschlie­ßen­den Trock­nungs­pro­zess vor. Jeweils vier Blät­ter wer­den mit einem Draht ver­bun­den um spä­ter auf Stan­gen Cura­do (luft­ge­trock­net) zu wer­den. Mit Lie­be und Hin­ga­be wird jedes ein­zel­ne Blatt begut­ach­tet, bevor es auf­ge­fä­delt wird.

 

GoldhaarDie jetzt geern­te­ten Tabak­blät­ter der Sor­te Gold­haar ent­wi­ckeln sehr schnell Öl und wer­den als Colo­ra­do Cla­ro mit hell- und gold­brau­ner Far­be als leich­te Zigar­ren so auf den Markt kom­men.

Erst die rich­ti­ge Fer­men­tie­rung (Gär­pro­zess) und die anschlie­ßen­de Lage­rung ver­wan­deln die zucker­hal­ti­gen Inhalts­stof­fe in eine mit­tel­schwe­re und aro­ma­ti­sche Zigar­re made by El Sitio.

Es ist die Kunst und lan­ge Erfah­rung von Don Anto­nio sei­ne No1 oder das Edel­stück, die Pira­mi­des, in sat­tem Braun mit deut­li­cher Ade­rung und ölig glän­zen­dem Deck­blatt form­schön ent­ste­hen zu las­sen.

Über den aus­ge­präg­ten und unver­wech­sel­ba­ren Geschmack und die Wür­ze sei­ner Madu­ros ist sich längst die Fach­welt einig.

 

GoldhaarAls El Mago „Der Tabak-Zau­be­rer von La Pal­ma“ hat ihn unlängst eine deut­sche Fach­zeit­schrift bezeich­net. Mit über 80 Len­zen lässt sich Don Anto­nio täg­lich min­des­tens einer sei­ne Puros mun­den. Unter einem schat­ten­spen­den­den Kas­ta­ni­en­baum bei Wein und Que­so Ahu­ma­do de Cabra (geräu­cher­ter Zie­gen­kä­se), lässt es sich auf sei­ner Fin­ca auch gut in der Mit­tags­hit­ze aus­hal­ten.

Ger­ne hört man sei­nen Geschich­ten aus Kuba und dem Gold­haar zu.

„Nur ich baue heu­te das Gold­haar wie­der an. Ande­re Manu­fak­tu­ren sind zu resis­ten­te­re und pfle­ge­leich­ten Tabaks­or­ten gewech­selt“.

Längst ist Don Anto­nio zu einer leben­den Legen­de und das Aus­hän­ge­schild für den Tabak und die Puros aus La Pal­ma gewor­den. Es ist auch für mich immer wie­der eine gro­ße Freu­de – Gast sein zu dür­fen und mit ihm über Dies und Das zu plau­dern.



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