Warum lebst Du auf La Palma ?

Warum lebst Du auf La Palma?La Gomera bei Hermiqua

Gran Canaria, Teneriffa oder La Palma?

Warum lebst Du auf La Palma

Tag der Kanaren in San Pedro (La Pal­ma)

Warum leb­st Du auf La Pal­ma und nicht auf ein­er anderen der sieben Kanarischen Inseln?” Eine mir oft von Feriengästen gestellte Frage.

Darauf eine genau­so schnelle Antwort: “Hier habe ich etwas Schwarzwald, darüber die Alpen und an der Küste einen großen Bodensee”. Alles dazu mit ein­er passenden Hand­be­we­gung in Natu­ra angezeigt und beweiskräftig mit Gestik unter­malt. Damit wäre auf die Schnelle diese Frage beant­wortet.

Aber es geht oft noch weit­er. “Wie kamst Du nach La Pal­ma?” Antwort: “mit dem Flugzeug natür­lich” — klar — so war die Frage nicht gemeint, darum etwas präzis­er “Der Liebe wegen …” , jet­zt fol­gt eine Pause und dann ein langge­zo­genes “…aaach so”. Jet­zt wird es dann doch zu intim und das Fra­gen hat meist ein Ende.

Natür­lich ist jed­er daran inter­essiert Motive und Gründe für einen Ortswech­sel — manche nen­nen es auch Auswan­dern — nach La Pal­ma von der Quelle direkt zu erfahren.

So schnell lässt sich die wahre Moti­va­tion aber nicht erk­lären. Es waren viele Gründe die mich vor 20 Jahren bewegt haben, Deutsch­land zu ver­lassen. Nicht wegen ein­er Frau, die hat­te ich mit­ge­bracht — aber aus Liebe zu dieser Insel. Lieber jet­zt und nicht erst abwarten bis Du alt und krank bist, war die Prämisse.

Aufgewach­sen in einem tauber­fränkischen Dorf (die Bis­chemer mögen mir verzei­hen) war ich ländlich­es Leben von der Wiege an gewohnt. Die großen Inseln Tener­if­fa und Gran Canaria (die ich auch gut kenne) schieden daher gle­ich aus. Ich brauche keine Auto­bah­nen und keine 6-spurige Straßen, keine großen Einkauf­szen­tren, keine Bet­ten­bur­gen und keinen touris­tis­chen Baller­mann.

La Gomera bei Hermiqua

La Gomera bei Her­mi­qua

Ich liebe aber die Natur mit viel Grün und den Bergen. Damit waren auch die Inseln Lan­zarote und Fuerteven­tu­ra abge­hakt. Hier gibt es nur Flach­land und Einöde und für mich zu viel touris­tis­ches Leben.

Übrig blieben die drei West­in­seln La Pal­ma, La Gomera und El Hier­ro.

Die mit­tlere Insel La Gomera ist schön. Mit her­rlichen, fast gespen­stisch wirk­enden Wäldern, tiefen Bar­ran­cos und malerischen Dör­fern.

Aber auch dem ehe­ma­li­gen Hip­pie-Tal Valle Gran Rey mit jet­zt vie­len Beton­her­ber­gen im West­en. Der Nobel Golfhote­lan­lage Teci­na im Süden der Insel und täglich mit der Fred Olsen Fähre ein­fal­l­ende Touris­ten­ströme aus Tener­if­fa. Für mich nicht so das Richtige.

El Hierro oder La Palma?

Bleiben also noch die kleine Insel El Hier­ro und La Pal­ma übrig.

Golfo von El Hierro

Gol­fo von El Hier­ro

El Hier­ro die ein­sam­ste aller Kanarischen Inseln hat eine traumhafte Naturkulisse im Gol­fo­tal. Senkrecht aufra­gende Fel­swände von 1000 Meter Höhe und miniaturhaft klein erscheinende Orte in der Talsenke. Ein Panora­ma wie gemalt und eine Illu­mi­na­tion geschaf­fen für eine Filmin­sze­nierung. Ich habe mich oft gefragt, warum noch kein Regis­seur diesen Winkel für seinen Spielfilm ent­deckt hat.

Nette Men­schen und noch viel urwüch­sige und unver­fälschte Tra­di­tion …und kaum Touris­ten. Der richtige Ort zum Entspan­nen und um in den Tag hinein zu leben. Meine Urlaub­sin­sel und Inspi­ra­tion für bish­er zwei Büch­er (Geheimnisvolle Insel und Vulkan Eld­is­cre­to). Mit El Hier­ro verbindet mich viel.

Seit der Vulkankrise im Jahre 2011 war ich fast täglich und über Jahre hin­weg auf meinem Vulkan­blog mit den Ereignis­sen und neuesten Entwick­lun­gen von El Hier­ro beschäftigt. Fast jed­er Winkel, viele Men­schen, die Eige­narten und Beson­der­heit­en und vieles mehr ist mir bestens bekan­nt. Aber eine Insel zum dauer­haft Leben?

Als Rent­ner vielle­icht. Die touris­tis­che Infra­struk­tur und die Erre­ich­barkeit set­zt Gren­zen. Nur im Pen­delflug über eine Nach­barin­sel zu erre­ichen. Zumin­d­est kommt ab der Win­ter­sai­son 2015/16 erst­mals regelmäßig die AIDAcara zu Besuch. Son­st gibt es aber kaum Arbeitsmöglichkeit­en.

Warum lebst Du auf La Palma ?

La Pal­ma — Blick­rich­tung Tener­if­fa

Bleibt La Pal­ma übrig. Eine wun­der­schöne Insel mit etwas Touris­mus, Kreuz­fahrt und vie­len Wan­der­er.

Nicht zu groß und nicht zu klein. Der Bana­ne­nan­bau über­wiegt, keine Indus­trie und auch 30 % Arbeit­slosigkeit. Aber die Insel mit Direk­tan­flug aus Nordeu­ropa und regem Kreuz­fahrtbe­such. Mein Meti­er bei Wan­der- oder Aus­flugs­touren und daher für mich auch heute noch meine ide­al­ste “Trau­min­sel” auf den Kanaren. Es sind natür­liche per­sön­liche Empfind­un­gen, die auch mit wirtschaftlichen Über­legun­gen gekop­pelt sein müssen.

Von Sonne, Wind und Meer kann nie­mand leben. Über­haupt spielt das Meer oder das Wet­ter nur eine sekundäre Rolle. Natür­lich ist es angenehm im Meer zu Baden oder Mor­gens nach dem Auf­ste­hen solch gigan­tis­che Son­nenaufgänge zu erleben. Entschei­dend für mich ist aber das Umfeld und die Her­zlichkeit sein­er Bewohn­er.

Ich denke, dass meine Entschei­dung La Pal­ma als neue Heimat auszuwählen, richtig war. Wer nach 20 Jahren Aufen­thalt immer noch davon überzeugt ist, kann eigentlich nicht falsch gele­gen haben. Damit dürfte die Frage: Warum leb­st Du auf La Pal­ma? — beant­wortet sein.

Auf eine Lobeshymne verzichte ich jet­zt und ver­weise auf die “Hom­mage an meine Insel” oder wer es noch genauer wis­sen möchte, auf mein im Jahre 2011 erschienenes Buch “Soll ich Auswan­dern — Schnau­ze voll”.

 



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