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Wie La Palma zum technologischen Kraftzentrum wird –
Autarkie La Palma – Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Autarkie ist kein ökologisches Liebhaberprojekt für Leute, die gerne ihren Namen tanzen, sondern eine harte wirtschaftliche Notwendigkeit. Wer unabhängig sein will, braucht keine romantischen Visionen, sondern eine funktionierende Industrie, sichere Arbeitsplätze und eine Energiepolitik, die den Namen verdient.
Ich bin kein Anhänger grüner Partei-Ideologien, aber ich bin fest davon überzeugt: Wir schützen unsere Natur nur dann wirksam, wenn wir sie klug und technologisch versiert nutzen. La Palma hat das Potenzial für ein echtes „Wirtschaftswunder im Atlantik“ – und nein, damit meine ich nicht den nächsten Kiosko an der Plaza.
1. High-Tech im Schatten der Teleskope (Daten statt Dosenbier)
Die Astrophysik auf dem Roque de los Muchachos liefert bereits Weltklasse-Technologie. Aber wir dürfen nicht dabei stehen bleiben, nur die freundlichen Gastgeber für internationale Forscher zu spielen, die nach der Arbeit ihre Tapas essen. Wir brauchen eine angeschlossene IT-Industrie. Rechenzentren und Software-Schmieden gehören auf die Insel. Dank unserer Höhenlage und dem Vulkan unter den Füßen könnten wir die „kühlste“ und „grünste“ Hochleistungs-Rechenpower Europas anbieten. Zudem gibt es das interssante kanarische Förderprogrann der ZEC.
2. Geothermie: Der Joker gegenüber El Hierro
Unsere Nachbarn auf El Hierro zeigen seit Jahren, dass Unabhängigkeit möglich ist – was uns als stolze Palmeros natürlich dezent wurmt. Mehrfach habe ich mit dem Visionär und damals Vizepräsident Javier Morales von El Hierro darüber diskutiert. Aber wir haben einen Trumpf im Ärmel: Wir sitzen auf einer vulkanischen Goldmine. Während Wind und Sonne mal Pause machen (oder der Calima alles zustaubt), liefert Geothermie rund um die Uhr Grundlast. Das ist das Fundament für eine stabile Industrie und industrielle Energiegewinnung, ohne dass die Strompreise so explodieren wie der Cumbre Vieja.
3. Tourismus: Bestandsschutz statt Betten-Burnout
Was den Tourismus angeht: Kein weiterer Ausbau. Wir brauchen keine neuen Betonklötze, die am Ende doch nur halb leer stehen, weil der nächste Billigflieger lieber woanders landet. Die vorhandene Struktur reicht völlig aus. Wir lassen den Individualtouristen ihren Freiraum – wer Ruhe sucht, soll sie bei uns finden, solange er nicht versucht, die Wanderwege zu asphaltieren. La Palma muss authentisch bleiben. Wer Bettenburgen und Sangria-Eimer will, findet auf den Nachbarinseln sicher noch ein Plätzchen, wir bleiben lieber bei unserer Ruhe und einem guten Wein.
4. Landwirtschaft: Bananen mit System
Der Bananenanbau in den Lagen bis 300 Meter über dem Atlantik ist ein wirtschaftliches Erfolgsmodell, an dem wir nicht rütteln sollten. Naturschutz bedeutet hier nicht, den Bauern die Arbeit wegzunehmen, sondern sie durch moderne Kreislaufsysteme zu unterstützen. Wenn wir die Wasserversorgung durch industrielle Entsalzung absichern, retten wir unsere Agrarkultur, ohne dass wir die natürlichen Quellen der Insel so lange anzapfen, bis nur noch Staub rauskommt.
5. Das Ziel: Stolz durch Wertschöpfung
Wenn wir die High-Tech-Expertise der Sterne mit der Energie des Vulkans und einem Tourismus mit gesundem Menschenverstand koppeln, entsteht Wohlstand, der unsere Landschaft bewahrt. Wir zeigen, dass Fortschritt, Landwirtschaft und Naturschutz keine Feinde sind, sondern verdammt gute Partner sein können.
Was meint ihr? Lieber ein paar schlaue Köpfe in IT-Zentren als noch mehr Buffet-Schlachten in neuen Hotels?


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