Finale in Granadilla: MV Hondius verlässt Teneriffa – Hantavirus-Fälle bestätigt

Passagiere der Hondius in Schutzanzügen beim Besteigen des Flugzeugs/ MV Hondius Abfahrt
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🚨 Das Ende einer Odyssee: Die MV Hondius verlässt Teneriffa. Ein Fazit mit gemischten Gefühlen –

MV Hondius Abfahrt: Ich habe euch gestern den ganzen Tag über mit Live-Updates auf dem Laufenden gehalten, während sich im Hafen von Granadilla dramatische Szenen abspielten. Heute, am Montagabend, neigt sich dieses beispiellose „Abenteuer“ endlich dem Ende zu. Während ich diese Zeilen schreibe, bereitet sich die MV Hondius darauf vor, unsere Gewässer endgültig zu verlassen.

Der aktuelle Stand: Die letzten Flüge heben ab

Die Operation zur Evakuierung und Rückführung der 147 Passagiere ist fast abgeschlossen. Heute Nachmittag wird die letzten Gruppen von Bord gehen: sechs Personen mit Ziel Australien und Neuseeland und 23 Niederländer.

Am Vormittag wird das Schiff noch einmal betankt und mit Vorräten versorgt. Danach macht sich die Hondius mit einer 30-köpfigen Rumpfbesatzung auf den Weg zurück in die Niederlande, wo eine massive Desinfektion und Schädlingsbekämpfung ansteht.

Ein tragischer Verlust am Hafenrand

Inmitten der logistischen Meisterleistung erreichte uns am späten Sonntagnachmittag eine traurige Nachricht, die die Stimmung am Hafen schlagartig verdunkelte. Ein Offizier der Guardia Civil, der unermüdlich an der Evakuierungsaktion beteiligt war, erlitt in der Nähe des Kommandozeltes einen tödlichen Herzinfarkt. Es ist eine tragische Ironie, dass nach all der Angst vor dem Virus ein Herz unter der enormen Belastung der Operation stehen blieb. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie und den Kollegen.

Die Fassade bröckelt: Erste positive Tests nach der Landung

Lange hieß es, niemand an Bord zeige Symptome. Doch kaum waren die ersten Flugzeuge in der Luft, änderte sich die Lage:

  • Frankreich: Bei einem Passagier traten während des Fluges Symptome auf. Frankreichs Premier Sébastien Lecornu reagierte sofort: Die gesamte Reisegruppe wurde nach der Landung unter strengste Quarantäne gestellt.

  • USA: Auch einer der 17 evakuierten US-Passagiere wurde positiv auf das Hantavirus getestet. Die Person ist zwar symptomfrei, wird aber nach der Landung in Omaha, Nebraska, streng überwacht.

  • Und noch ein Verdachtsfall: Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffes „MV Hondius“ entwickelte nach einem Stopp auf Tristan da Cunha Symptome, die auf eine Infektion mit dem Hantavirus hindeuteten. Aufgrund der extremen Abgeschiedenheit der Insel – die über keinen Flugplatz verfügt und nur per Schiff erreichbar ist – schickte das britische Militär ein Team aus Militärmedizinern und Fallschirmjägern per Fallschirm, um medizinische Versorgung und Hilfsgüter auf die Insel zu bringen.

Diese Meldungen zeigen, wie haarscharf wir an einer Katastrophe vorbeigeschrammt sind und wie wichtig Clavijos harte Linie mit Einschritten durch die Zentralregierung in Madrid war, das Schiff nicht direkt an den Hafenmauern anlegen zu lassen.

Erleichterung auf den Kanaren

Ich kann die Erleichterung hier auf den Inseln förmlich mit Händen greifen. Die Verunsicherung in der Bevölkerung war in den letzten Tagen riesig – die Angst, dass das Virus durch ein Leck in der Sicherheitskette auf die Insel springt, war allgegenwärtig. Auch wenn es zu kleinen Problemen kam (siehe gestriges Update von 15.50 Uhr).

Jetzt, wo das Schiff den Anker lichtet, fällt eine große Last von uns ab. Wir haben bewiesen, dass wir humanitäre Hilfe leisten können, ohne die Sicherheit unserer eigenen Leute leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Mein Fazit

Dieses Ereignis wird uns noch lange beschäftigen. Es war eine Prüfung für unsere Logistik, unsere Politik und unsere Nerven. Dass dieses Kapitel heute Abend mit dem Verlassen der Hondius endet, ist ein guter Ausgang für uns alle auf den Kanaren.

Was bleibt bei euch zurück? Überwiegt die Erleichterung oder bleibt ein mulmiges Gefühl wegen der positiven Fälle im Ausland? Schreibt es mir in die Kommentare.

11.00 Uhr Jetzt gibt es noch politische Kontroversen: Rosa Dávila: „Diese Operation hätte an einem einzigen Tag abgeschlossen sein können. Es handelte sich um eine politische Entscheidung, die durch keinerlei Dokumente oder Sicherheitsgarantien gestützt wurde. Im Gegenteil, jede Stunde, die das Schiff vor Teneriffa verbringt, gefährdet die Bevölkerung. Wir akzeptieren keine Entscheidungen, die von einem Büro in Madrid aus getroffen werden, ohne die Insel mit ihrer demokratisch gewählten Regierung anzuhören. Wir haben verantwortungsvoll gehandelt, trotz der Zurückweisung, die wir letzten Samstag erlitten haben.“

11.50 Uhr – Die Betankung der Hondius ist abgeschlossen. Jetzt werde noch Versorgungsgüter zum Schiff gebracht. Sobald die Flugzeuge aus Australien und Holland eintreffen, werden die letzten Passagier zum Flughafen-Süd transportiert. Bis spätestens 19.00 Uhr soll die MV Hondius Teneriffa verlassen haben.

13.00 Uhr – Inzwischen wurden einige Details bekannt: Ein niederländisches Paar, das die ersten Symptome zeigte und später an der Infektion starb, war nach Angaben der argentinischen Regierung bereits seit vergangenem Jahr in der Region unterwegs. Demnach kamen sie am 27. November 2025 in Argentinien an, reisten dann im Auto 40 Tage durch das südamerikanische Land, besuchten danach Chile und Uruguay. Anfang des Jahres fuhren sie auch durch die Provinz Neuquén, in der bereits Hantavirus-Infektionen registriert wurden. Allerdings liegt die Reise deutlich länger als die Inkubationszeit von sechs Wochen zurück, eine Infektion in dieser Region gilt deshalb als unwahrscheinlich.

13.10 Uhr – Im Moment sind neben der Crew noch vier Australier, ein Neuseeländer und ein Brite an Bord.


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Über den Autor

Manfred Betzwieser
Manfred Betzwieser lebt seit 30 Jahren auf La Palma und dokumentiert als Autor und Newsman die Natur, Geologie und aktuellen Entwicklungen der Kanareninsel. Mit tiefem Fachwissen und jahrzehntelanger Erfahrung vor Ort bietet er verlässliche Berichterstattung abseits des Massentourismus. Entdecke seine Bücher und Projekte auf der Autorenseite. - Mein Link

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