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Der Teide auf Teneriffa – Wie nah ist der nächste Ausbruch?
Vulkan Teneriffa aktuell: Teneriffa ist geologisch gesehen eine der aktivsten Inseln des kanarischen Archipels. Während der Pico del Teide majestätisch über der Insel thront, stellen sich Wissenschaftler und Bewohner angesichts der jüngsten seismischen Messwerte eine entscheidende Frage: Befindet sich das magmatische System in einer neuen Phase der Aktivität?
In den letzten Wochen häufen sich die Meldungen über „Schwarmbeben“ unter der Insel. Nach den dramatischen Eruptionen auf El Hierro (2011) und dem Tajogaite auf La Palma (2021) ist die Sensibilität hoch. Doch was bedeuten die Daten wirklich?
🌋 Die aktuelle Lage: Was passiert im Untergrund
In den vergangenen Tagen und Wochen haben die Messgeräte des Nationalen Geografischen Instituts (IGN) und des Vulkanologischen Instituts der Kanaren (Involcan) vermehrt seismische Aktivitäten registriert. Allein im Februar 2026 wurden tausende Mikrobeben erfasst.
Die Fakten im Check:
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Art der Beben: Es handelt sich meist um „Erdbebenschwärme“ – hunderte kleine Erschütterungen in kurzer Zeit.
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Tiefe: Die Zentren liegen oft in 10 bis 18 Kilometern Tiefe. Das deutet auf Bewegungen von Fluiden (Gasen oder Magma) hin, die noch weit von der Oberfläche entfernt sind.
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Spürbarkeit: Die meisten Beben haben eine Magnitude unter 1,5 und sind für Menschen nicht spürbar.
🔍 Der Vergleich: Warum Teneriffa (noch) nicht La Palma ist
Um das Risiko einzuschätzen, hilft ein Blick auf die jüngsten Ausbrüche der Nachbarinseln. Wissenschaftler achten vor allem auf die Kombination aus Beben und Bodenverformung.
El Hierro (2011)
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Vorlauf: Monate intensiver Beben.
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Besonderheit: Submariner Ausbruch (unter Wasser).
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Warnsignal: Deutliche Bodenhebung vorab.
La Palma (2021)
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Vorlauf: Nur etwa 8 Tage extrem starke Deformation.
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Besonderheit: Spaltenausbruch am Cumbre Vieja.
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Warnsignal: Rekordverdächtige Bodenverformung durch aufsteigendes Magma.
Vulkan Teneriffa aktuell
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Vorlauf: Jahre mit leichten, wellenartigen Schwankungen.
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Besonderheit: Zentralvulkanischer Komplex.
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Status: Bisher keine signifikante Bodenverformung. Die Insel „bläht“ sich aktuell nicht auf – ein entscheidender Unterschied zu La Palma.
🗺️ Gefahrenanalyse: Welche Gebiete wären betroffen?
Sollte es zu einer Eruption kommen, zeigt die geologische Historie klare Schwerpunkte. Ein Ausbruch direkt am Gipfelkrater des Teide ist statistisch seltener als Ausbrüche an den sogenannten Rift-Zonen (Spalten).
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Höchstes Risiko: Der Nordwesten (Santiago del Teide) Das Abeque-Rift ist die aktivste Zone. Hier floss 1909 die Lava des Chinyero. Orte wie Guía de Isora liegen in geologisch aktiven Korridoren.
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Hohes Risiko: Das Icod-Tal Aufgrund der Neigung des Geländes fließt Lava vom Teide-Massiv physikalisch bevorzugt Richtung Norden ab.
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Geringeres Risiko: Der touristische Süden Die Gebiete um Adeje und Arona sind durch die massive Steilwand der Las Cañadas-Caldera geschützt. Diese wirkt wie ein Schutzschild und würde Lavaströme ablenken.
📈 Wissenschaftliche Einordnung statt Panik
Wissenschaftlich gesehen befindet sich der Teide in einem Zustand der vulkanischen Unruhe (Unrest). Das ist für einen aktiven Schichtvulkan nicht ungewöhnlich.
Solange die Bodenverformung (Deformation) ausbleibt und die Beben in großer Tiefe verharren, besteht kein Grund zur Sorge. Die Überwachungssysteme auf den Kanaren gehören zu den modernsten der Welt – eine Eruption würde sich mit deutlich massiveren Signalen ankündigen.
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