Inhalt
Spaniens Strom-Wunder: Warum das Festland spart und wir auf La Palma in die Röhre gucken!
Hast du in letzter Zeit mal einen Blick auf deine Stromrechnung geworfen? Während in halb Europa die Preise durch die Decke gehen – besonders seit der Energiekrise durch den Ausbruch des Iran-Kriegs und der Schließung der Straße von Hormus im März – reibt man sich auf dem spanischen Festland verwundert die Augen. Nein, nicht vor Ärger, sondern vor Freude. Die Stromrechnungen sinken dort tatsächlich! Jeder Haushalt spart im Schnitt zehn Euro pro Monat.
Wie die das machen? Ganz einfach: Sie haben den fossilen Brennstoffen den Kampf angesagt. Und während ich hier auf meiner Terrasse sitze und die kanarische Sonne genieße, frage ich mich insgeheim: Warum schafft das Festland, wovon wir auf den Inseln nur träumen?
Der Wind- und Solar-Boom: Ein Schutzschild gegen Preisschocks
Der unabhängige Energie-Thinktank Ember hat gerade frische Zahlen vorgelegt, und die haben es in sich. Seit 2019 hat Spanien seine Wind- und Solarkapazität glatt verdoppelt! Über 40 Gigawatt wurden zugebaut. Im europäischen Rennen um die grüne Krone ist Spanien echtes Vorzeigeland – nur Deutschland hat mehr zugebaut, aber deren Markt ist ja auch doppelt so groß.
Das Geniale daran: Gas, das sonst als teuerste Quelle den Strompreis stündlich nach oben treibt, verliert in Spanien rasant an Macht. Im Jahr 2021 hat Gas noch in 52 Prozent aller Stunden den Preis bestimmt. Heute, im Jahr 2026, sind es gerade mal noch mickrige neun Prozent! Der massive Boom bei Wind und Sonne hat den Einfluss der teuren fossilen Brennstoffe seit 2019 um satte 75 Prozent eingedampft.
Chris Rosslowe, der Autor des Ember-Berichts, bringt es treffend auf den Punkt:
„Das Wachstum von Wind- und Solarenergie wirkt wie ein Schutzschild gegen die Preisschocks globaler Krisen.“
Während die großen Fossilkonzerne – mit Hilfe von Trump (die laut einer Greenpeace-Studie dank des Krieges täglich über 81 Millionen Euro Extraprofite einstreichen) sich die Hände reiben, hält der grüne Strom auf dem Festland die Kosten für Haushalte und Unternehmen niedrig. Selbst der gigantische Blackout im April letzten Jahres, der das Land kurzzeitig ins Chaos und Kerzenlicht stürzte, konnte den Ausbau nicht stoppen. Die Regierung hat danach einfach noch schneller Solarpaneele und Windräder in die Landschaft gesetzt und packt jetzt auch das Thema Batteriespeicher richtig an.
Ein Blick über den Tellerrand: Der bittere Europa-Vergleich
Wer jetzt denkt, das sei überall so, der irrt gewaltig. Den meisten Europäern entgehen diese Einsparungen komplett. Schauen wir mal nach Italien: Dort hing der Großhandelspreis für Strom im März bei stolzen 143 Euro je Megawattstunde. Und in Spanien? Schlanke 42 Euro! Seit Anfang März zählen die spanischen Großhandelspfade durchgehend zu den niedrigsten in ganz Europa.
Dazu kommt, dass die spanische Regierung zwischen März und Mai mit befristeten Steuersenkungen die monatliche Rechnung nochmals um acht Euro gedrückt hat. Das tut gut, denn eigentlich wird Strom im Vergleich zu fossilem Gas viel zu hoch besteuert – 2025 lag der Steuersatz auf Strom in Spanien beim 4,2-Fachen von Gas. Ein echtes Paradoxon, wo doch die fossilen Energien die Klima- und Naturkrise anheizen.
Und was passiert auf La Palma? Ein Trauerspiel in Kurven
Jetzt kommt der Moment, an dem mein Terrassenfeeling einen kleinen Dämpfer bekommt. Wenn man diese Erfolgsgeschichten vom Festland hört, könnte man meinen, wir hier auf der „Isla Bonita“ – mit all unserem Wind und der unendlichen Sonne – wären ganz vorne mit dabei.
Pustekuchen!
Bei uns auf La Palma werden aktuell gerade einmal mickrige 8 Prozent des Stroms aus Sonnen- und Windkraft gewonnen. Der restliche Löwenanteil stinkt und raucht munter aus fossilen Quellen im Endesa Kraftwerk vor Santa Cruz de La Palma vor sich hin. Wenn sich hier jemand ein teures E-Auto kauft, bringt das für die Umwelt unterm Strich also fast gar nichts. Schick fürs eigene Ego, aber geladen wird der Wagen am Ende doch mit verstromtem Erdöl.

Stinkender Moloch – das Endesa Kraftwerk bei Santa Cruz de La Palma
Dabei liegt die Lösung direkt unter unseren Füßen: Geothermie. Wir sitzen auf einer Vulkaninsel! Die Erdwärme wartet nur darauf, genutzt zu werden. Aber nach meiner persönlichen Ansicht fehlt es hier schlicht und ergreifend am nötigen politischen Willen. Auch die ganzen finanziellen Mittel und Bekundungen kommen einfach zu spät.
Dass es anders geht, zeigt uns ausgerechnet unsere kleine Nachbarinsel El Hierro. Mit ihrem berühmten Gorona-del-Viento-Projekt nutzen die dort seit über zehn Jahren stolze 60 Prozent regenerative Energie und schaffen zeitweise sogar die 100-Prozent-Marke. Im Grunde genommen könnte La Palma schon längst komplett autark und zu 100 Prozent mit natürlicher, nicht-fossiler Energie laufen. Aber stattdessen: Leider Fehlanzeige.
Ich beobachte dieses Thema schon seit Jahren und habe dazu auf meinem Portal bereits einige tiefgründige Analysen verfasst. Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, findet hier die passenden Hintergründe:
-
🔗 Mehr zum Thema: Energía Bonita – Die Notwendigkeit und Nutzung regenerativer Energie auf La Palma
-
🔗 Ein Blick auf die Nachbarn: El Hierro und seine regenerative Energie-Bilanz
-
🔗 Die ungenutzte Chance: Geothermie auf La Palma – Ist das die finale Lösung?
Es gibt also noch viel zu tun auf unserer schönen Insel. Solange der politische Wille hier aber tief und fest schläft, schauen wir neidisch aufs Festland – und erblassen im Dunkeln vor der nächsten Stromrechnung.
La Palma News per WhatsApp
Gratis Kanal abonnieren & Glocke an!
🤖 Tipp für mobile Leser & Urlauber: Du hast Fragen zu diesem Beitrag, suchst echte Insider-Tipps für La Palma oder Infos zum Vulkan auf La Palma oder El Hierro?
👉 Frag einfach unseren neuen La Palma Insider-Chat!


Kommentar hinterlassen zu "Stromrechnung in Spanien sinkt: Warum La Palma hinterherhinkt"