Einwohnerschwund auf der Isla Bonita

Einwohnerschwund

Weniger Bewohner und Rückgang der Arbeitslosigkeit

Der Einwohnerschwund betrug im Jahre 2016 auf La Palma 860 Personen. Die Insulaner werden immer weniger. In den letzten fünf Jahren haben sogar insgesamt 5677 Bewohner die Insel verlassen.

Das sind die neusten Erkenntnisse aus den jetzt veröffentlichten Statistiken der staatlichen INE. Hatte La Palma im Jahre 2011 noch rund 87.000 Einwohner, fiel die Zahl durch den Einwohnerschwund jetzt auf 81.468. Perspektivlosigkeit, kein Arbeitsplatz und damit auch kein Einkommen hat sicher die meisten zum Auswandern getrieben.

Kein unbekanntes Phänomen. Das hatten wir alles schon in den vergangenen Jahrhunderten. Zu Tausenden sind damals die Palmeros nach Kuba und im letzten Jahrhundert Richtung Venezuela ausgewandert. Was nützt die schönste Insel mit frühlingshaften Temperaturen, wenn kein Brot auf den Tisch gestellt werden kann.

EinwohnerschwundHatte die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma Ende 2011 noch 16.924 Einwohner, waren es im abgelaufenen Jahr nur noch 15.711. Ähnliches in Los Llanos de Aridane im Jahre 2011 –  21.145 Menschen und heute 20.043 Bewohner … und bei den anderen Gemeinden sieht es ebenso aus.

Und diese Zahlen dürften noch geschönt sein. Jede Gemeinde nimmt gerne Neubürger auf, lässt aber oft bei einem Wegzug die Statistik unbereinigt. Nach der pro Kopf Anzahl der Gemeindemitglieder werden die Zuschüsse aus Madrid an die Ayuntamientos verteilt. Oft erlebt – dass Bewohner bei zwei oder sogar drei Gemeinden parallel in der Statistik auftauchen.

Auch viele Deutsche, Österreicher oder Schweizer haben den Rückzug angetreten. Ohne Moos ist auch auf der Isla Bonita nicht viel los. Entweder bringt man seine Arbeit mit, verfügt über eine entsprechend große Rücklage oder erhält Rentenbezüge. Alles Andere wird über kurz oder lang dazu zwingen, die Insel wieder zu verlassen.

Einwohnerschwund senkt Arbeitslosenquote

Keine Industrie, wenig Handwerk und auch der im Moment boomende Tourismus hat nur wenige neue Arbeitsplätze geschaffen. Zwar ging die Arbeitslosigkeit im Jahre 2016 um 1.107 Arbeitslose auf jetzt 8.653 Arbeitslose zurück, was aber hauptsächlich dem starken Bevölkerungsschwund geschuldet sein dürfte.

Mit einer Arbeitslosenquote von rund 26 % liegt La Palma, El Hierro oder La Gomera in europäischer Spitzenposition. Wahrlich kein berauschendes Ergebnis. Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen alleine betrachtet, versetzte in den letzten Tagen so manchen Politiker in Festagslaune. Zahlenspiele mit Statistiken sind auch hier ein beliebtes Mittel um den Bürger zu blenden und zu täuschen.

Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Trotz aller steuerbegünstigten Modelle für Unternehmen haben sich nur wenige Firmen von einer Ansiedlung auf den Kanarischen Inseln überzeugen lassen. Es sind die langen und oft komplizierten Transportwege für materielle Güter zu den Absatzmärkte in Nordeuropa.

“Wen Gott liebt, dem schenkt er Wasser und ein Leben auf  La Palma” – für den Rest und sein Einkommen muss aber jeder Insulaner selbst sorgen.

 

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