Wanderunfälle nehmen dramatisch zu

Wanderunfälle

Ratschläge für einen erholsamen und gesunden Urlaub -

Fast täg­lich ereig­nen sich auf La Pal­ma Wan­der­un­fäl­le – oft auch mit töd­li­chem Aus­gang. Erst ges­tern brach ein 56-jäh­ri­ger hol­län­di­scher Wan­de­rer mit einem Herz­still­stand tot zusam­men. Alle Reani­ma­ti­on-Ver­su­che blie­ben erfolg­los.

WanderunfälleSeit die Tür­kei, Tune­si­en oder Ägyp­ten als Urlaubs­land nicht mehr attrak­tiv sind, kom­men immer mehr Urlau­ber nach El Hier­ro, La Gome­ra und nach #La Pal­ma. Nor­ma­le Urlaubs­gäs­te und kei­ne geüb­ten Wan­de­rer.

Pau­schal­gäs­te die La Pal­ma auch ent­de­cken möch­ten. Die Schön­heit unse­rer Insel ist viel­sei­tig.

Vie­les kann mit einem Miet­wa­gen oder bei einer Bus­tour erkun­det wer­den. Bei einem orga­ni­sier­ten Aus­flug gibt es viel Hin­ter­grund­wis­sen und Tipps, die sonst nicht zu erfah­ren, zu ent­de­cken oder zu sehen sind.

So bie­ten Via­jes PAMIR “Bus­tou­ren” oder NATOUR Tra­vel “Wan­de­run­gen” an. Erfah­re­ne Unter­neh­men die La Pal­ma bes­tens ken­nen und für die Sicher­heit ihrer Gäs­te sor­gen. Über ihren Rei­se­ver­an­stal­ter im Hotel sind die ent­spre­chen­de Aus­flü­ge oder Wan­de­run­gen zu buchen.

Auch detail­lier­te Rei­se­füh­rer, wie mein Buch “La Pal­ma-Rät­sel­haf­te Insel” oder “Geheim­nis­vol­les El Hier­ro” leis­ten sicher gute Diens­te.

La Pal­ma als die Wan­der­in­sel “Num­mer Eins” ver­lockt oft Gäs­te, auch die­ses Natur­er­leb­nis auf eige­ne Faust zu erkun­den.

Gele­gen­heits­wan­de­rer in Flip Flops ohne die nöti­ge Erfah­rung und Orts­kennt­nis­se brin­gen sich dabei oft unbe­wusst in gefähr­li­che Situa­tio­nen. Vie­le ver­wech­seln eine La Pal­ma Wan­de­rung im Hoch­ge­bir­ge oder einem Bar­ran­co mit einem Spa­zier­gang.

Wan­der­un­fäl­le sind die Kon­se­quenz. Ver­stau­chung, Prel­lung oder blu­ten­de Wun­den sind noch das harm­lo­se Übel. Knö­chel- oder Bein­brü­che, ein Kreis­lauf­kol­laps oder eine Rücken­ver­let­zun­gen sind schon dra­ma­ti­scher. Hier müs­sen dann meist Ret­tungs­kräf­te alar­miert wer­den die per Hub­schrau­ber oder über stun­den­lan­ge Tram­pel­pfa­de den Ver­letz­ten ber­gen.

Im Extrem­fall stür­zen Gäs­te in ein Bar­ran­co ab oder erlei­den wegen Über­an­stren­gung einen Herz­still­stand wie ges­tern erst wie­der gesche­hen. Dann bleibt lei­der nur noch die Heim­rei­se im Sarg …und das will hier nie­mand. Des­halb eini­ge gut gemein­te Rat­schlä­ge.

Wanderunfälle wie vermeiden?

Gut 50% der Wan­der­un­fäl­le sind auf die fal­sche oder feh­len­de Aus­rüs­tung zurück zu füh­ren. Kein Mensch käme in Deutsch­land, Öster­reich oder der Schweiz auf die Idee mit Bade­lat­schen oder San­da­len die Hoch­al­pen zu bestei­gen. Auch auf La Pal­ma gibt es Ber­ge – vie­le Ber­ge. Im Schnitt liegt die Cum­bre bei 2000 Meter Höhe und der Roque de Los Much­achos bei 2426 Meter über dem Meer.

Sicher­heit bie­tet nur ein ein­ge­lau­fe­ner Wan­der­stie­fel. Kei­ne Sport­schu­he oder ein Flach­land-Wan­der­schuh. Der rich­ti­ge Wan­der­schuh muss den Knö­chel umschlie­ßen und die Soh­le braucht genü­gend Pro­fil­tie­fe. Was nüt­zen die schi­cken Schu­he oder High­tech Wan­der­stö­cke, wenn der Knö­chel gebro­chen ist.

Sich nicht überfordern!

WanderunfälleVie­le Wan­de­run­gen ver­lan­gen Kon­di­ti­on und Aus­dau­er.

Wer nach einem Kilo­me­ter bereits zu jap­sen anfängt und über Atem­not klagt, soll­te bes­ser eine Bus­tour oder einen Stadt­bum­mel durch San­ta Cruz de La Pal­ma machen (aus­führ­li­che Stadt­füh­rung in mei­nem Buch).

Wan­dern auf La Pal­ma heißt anstren­gen­der Fuß­marsch (Vul­kan­rou­te über 19 km oder die Cal­de­ra über 5 Stun­den). Dabei sind oft gro­ße Höhen­un­ter­schie­de zu über­win­den. Ein Abbre­chen der Tour auf hal­ber Stre­cke ist meist nicht mög­lich.

Auch die in letz­ter Zeit immer belieb­te­re Exkur­si­on zu den Mar­cos y Code­ros-Quel­len ver­langt Tritt­si­cher­heit. Nur einen Schritt neben dem Pfad und es geht 500 Meter in die Tie­fe. 13 enge, dunk­le und aben­teu­er­li­che Tun­nels zu durch­que­ren macht einen rie­si­gen Spaß. Am Ende soll­te dann aber genau geprüft wer­den, ob für den lan­gen und teil­wei­se schwie­ri­ge Abstieg über 900 Meter Höhen­un­ter­schied noch genü­gend Kraft zur Ver­fü­gung steht. Alter­na­tiv kann hier auch umge­kehrt wer­den.

WanderunfälleDie Mar­cos y Cor­de­ros-Quel­len haben sich in den letz­ten Mona­ten zum Unfall­schwer­punkt Nr. 1 auf La Pal­ma ent­wi­ckelt.

Mehr­mals wöchent­lich muss das Ber­gungs- und Ret­tungs­team dort­hin aus­rü­cken. Lie­ber auf der siche­ren Sei­te blei­ben und gesund und mun­ter von der Wan­de­rung wie­der zurück­keh­ren

Mut und Aben­teu­er­lust steckt in vie­len Besu­chern unse­rer Insel. Aber auch Selbst­über­schät­zung und “Das schaf­fen wir schon”, hat so man­chen Gast schnell auf den Boden der Rea­li­tät zurück geholt. Selbst der von mir geschätz­te Rother Wan­der­füh­rer
ist wegen zu knap­per Zeit­an­ga­ben mehr was für den Pro­fi.

Als Rei­se- und Wan­der­füh­rer habe ich schon tau­sen­de Gäs­te über die Insel geführt. Beher­zigt bit­te mei­ne Rat­schlä­ge. Wenn ihr im Hos­pi­tal liegt ist es zu spät.

Lie­ber klei­ne­re und viel­leicht weni­ger spek­ta­ku­lä­re Tou­ren für den Anfang. Eine beque­me Bus­tour für den ers­ten infor­ma­ti­ven Über­blick oder eine orga­ni­sier­te leich­te Wan­de­rung bringt genau­so Spaß. Dazu in Kür­ze mehr. Über die Kom­men­tar­funk­ti­on unten kön­nen Mei­nun­gen oder Fra­gen auch gepos­tet wer­den.

Auch wir wol­len, dass unse­re Gäs­te erhol­sa­me Urlaubs­ta­ge erle­ben und La Pal­ma in guter Erin­ne­rung behal­ten …und vor allem gesund wie­der in ihr Hei­mat­land zurück­flie­gen kön­nen.

Viel­leicht sehen wir uns …bis bald.

 



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Aly Nilles
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Aly Nilles

Hi Man­fred. Wir hat­ten die­ses The­ma schon mal. Hier bei mir auf Fuer­te­ven­tu­ra neh­me ich kein Wan­de­rer mit auf eine Tour der kei­ne ordent­li­chen Schu­he hatt. OK, Fuer­te­ven­tu­ra ist nicht La Pal­ma, aber trotz­dem, die anfor­de­run­gen sind die sel­ben. Bin immer wie­der über­racht wie unver­nünf­tig ver­schie­de­ne Leu­te sind. Es freut mich dass du die­ses The­ma mal auf­ge­grif­fen hast. Dan­ke und Gruß aus Fuer­te­ven­tu­ra ALY